Vorlese-Funktion

Verstetigung und Fortschreibung des Medienkonzepts

Nachdem die Schulen ihr Medienkonzept erstellt und etabliert haben, geht es nun darum, an den einzelnen Bausteine des Medienkonzepts weiterzuarbeiten und die darin festgeschriebenen Ziele im Schulentwicklungsprozess zu verankern. Dafür müssen das Mediencurriculum, die Fortbildungsplanung und der Ausstattungsplan kontinuierlich an aktuelle Gegebenheiten angepasst und weiter ausgearbeitet werden.

Mehr zum Thema

Die genaue Kenntnis der Ausgangssituation und der Bedarfe hinsichtlich des Lehrens und Lernens mit Medien verschafft eine solide Basis für die Ziel- und Maßnahmenplanung. Eine breite Beteiligung relevanter Akteure an regelmäßig wiederkehrenden Bestandsaufnahmen kann für alle Seiten den Blick auf Medienbildung an der Schule weiten und zusätzliche Analysemöglichkeiten eröffnen.  

Die Umsetzung und Weiterentwicklung des Medienkonzepts sind Prozesse, die auf mehreren Ebenen erfolgen und die Kooperation und kontinuierliche Abstimmung aller Beteiligten erfordern. Wie jeder Entwicklungsprozess sollte auch die Implementierung des Medienkonzepts in eine Evaluation eingebettet sein. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Evaluation werden die Maßnahmen weiterverfolgt, an aktuelle Gegebenheiten angepasst, weiter ausgearbeitet oder korrigiert.

Zur Systematisierung des Lernprozesses kann jede Schule verschiedene thematische Schwerpunkte setzen. Sie sind Ausgangspunkt zur Weiterentwicklung des Mediencurriculums, zur Erstellung eines Fortbildungskonzepts und finden zudem Berücksichtigung in der Ausstattungsplanung.  

Vor allem bei der Planung und Durchführung größerer Vorhaben können sich die aus dem Projektmanagement bekannten Instrumente eines Struktur- und Ablaufplanes als nützlich erweisen. Sie helfen bei der Berücksichtigung der für die Maßnahmenplanung relevanten Aspekte nach dem Leitsatz „Wer, was, mit wem, bis wann?“ 

Darüber hinaus kommt der Medienkonzeptarbeit eine wichtige Bedeutung zu, um den derzeitigen Digitalisierungsimpuls an den Schulen effektiv zu nutzen, nachhaltig fortzuschreiben und die pandemiebedingten Veränderungen und Erfahrungen systematisch in die medienbezogene Schulentwicklung einfließen zu lassen.  

Wie sich Medienentwicklungsplanung und deren Umsetzung systematisch und bedarfsorientiert gestalten lässt, zeigen die folgenden Praxisbeispiele:

Ableitung fachbereichsspezifischer Ziele aus Befragungen

Qualitätsentwicklung im Bereich Medienbildung

Systematische Medienentwicklungsplanung

Road-Map zum Digitalisierungsprozess

Umsetzung von Handlungsfeldern

Einbindung des Distanzunterrichts ins Medienkonzept

Integration pandemiebedingter Maßnahmen ins Medienkonzept

Prozessplanung zur Entwicklung eines Mediencurriculums

Verankerung eines medienpädagogischen Monatskalenders

 Checklisten zur Weiterentwicklung des Medienkonzepts

 

Ableitung fachbereichsspezifischer Ziele aus Befragungen

Das Beispiel zeigt auf, wie abteilungs- und berufsspezifische Ziele der Medienkompetenzförderung aus Online-Befragungen von Schülerinnen bzw. Schülern, Lehrkräften und Ausbildungsbetrieben gewonnen werden können. 

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Onlinebefragungen auf Basis des Kompetenzrahmens zur Medienbildung

Im Zuge der Bestandsaufnahme zum Lehren und Lernen mit digitalen Medien wurden Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Ausbildungsbetriebe befragt. Erhoben wurde u. a., inwieweit die im Kompetenzrahmen zur Medienbildung an bayerischen Schulen aufgeführten Fähigkeiten und Fertigkeiten bereits erworben wurden bzw. welche von Seiten der Schülerinnen bzw. Schüler und Ausbildungsbetriebe berufsbedingt besonders benötigt werden.

Die Lehrkräfte wurden zudem nach ihren Fortbildungsbedarfen gefragt.

Einbezug der Ausbildungsbetriebe und Schülerschaft in die Medienentwicklungsplanung

Neben der Erhebung beruflich relevanter Medienkompetenzen bei den Ausbildungsbetrieben wurden weiterhin Fragen zur notwendigen IT-Ausstattung der Schule sowie zur jeweiligen Relevanz und Handhabung berufsspezifischer Software gestellt.

Die Befragungsergebnisse der Jugendlichen und Ausbildungsbetriebe wurden bei der didaktischen Jahresplanung der einzelnen Berufsfelder sowie der Fortbildungs- und Ausstattungsplanung berücksichtigt.

Parallel wurden die Schülerinnen und Schüler befragt, welche  Hard- und Software für ihre berufliche Ausbildung wichtig sind und welche davon am Schulzentrum vorhanden sein bzw. genutzt werden sollten. Die Fragebogenergebnisse der Schülerschaft wurden schließlich mit jenen der Ausbildungsbetriebe abgeglichen.

Dieses Vorgehen ermöglicht eine unmittelbare Verzahnung von didaktischer Jahresplanung, Fortbildungs- und Ausstattungsplanung. Qualitätsentwicklung im Bereich Medienbildung kann somit bedarfs- und zukunftsorientiert sowie berufsspezifisch vollzogen werden.

Ableitung berufsspezifischer Ziele und Maßnahmen auf Basis der Bestandsaufnahme

Auf Basis der Befragungsergebnisse wurden die berufsspezifischen Medienkompetenzen von den Fachbereichen priorisiert und erste Zielsetzungen entwickelt.

Zudem wurden Ideen für Maßnahmen zur Erreichung der einzelnen Ziele und zur Vermittlung der Kompetenzen gesammelt.

Im Anschluss wurden diese mit den Ergebnissen der Befragungen der Schülerinnen und Schüler sowie der Ausbildungsbetriebe verglichen und nochmals modifiziert.

Die Beteiligung verschiedener relevanter Akteure an der Medienentwicklungsplanung schafft Akzeptanz und sichert eine breite Unterstützung bei deren Umsetzung.

 

Originaltöne aus dem Schulalltag

Im Folgenden erläutert Michael Eiermann, Mitarbeiter der Schulleitung, den Prozess der Verzahnung von didaktischer Jahresplanung, Fortbildungs- und Ausstattungsplanung auf Grundlage der drei Fragebogenerhebungen:

Download

Mehr zum Thema

Qualitätsentwicklung im Bereich Medienbildung

Dieses Beispiel verdeutlicht die verschiedenen Phasen des Qualitätsentwicklungsprozesses einer systematischen Medienarbeit. 

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Differenziertheit der Zielklärung

Im Beispiel werden übergeordnete Qualitätsziele im Bereich der Medienentwicklungsplanung beschrieben und jeweils in Teilziele ausdifferenziert. Dabei wird der jeweils angestrebte Zielzustand möglichst genau beschrieben. Die Qualitätsziele nehmen dabei unterschiedliche Zielgruppen (Schülerschaft, Lehrkräfte, Eltern) und Aspekte der Schulentwicklung (Unterrichtsentwicklung, Leseförderung, Wertebildung) in den Blick.

Durch den unmittelbaren Bezug auf die im bayerischen Qualitätstableau definierten Merkmale von Schul- und Unterrichtsqualität stützt sich das Medienkonzept zudem auf die Qualitätskriterien der externen Evaluation.

Festlegung von Maßnahmen zur Zielerreichung

Die angestrebten Qualitätsziele werden in unmittelbaren Bezug zu geeigneten Maßnahmen gesetzt, die wiederum kurz beschrieben und ebenfalls inhaltlich ausdifferenziert werden. So unterteilt sich die Maßnahme “Durchführung von Aktionen zur Leseförderung” u. a. in den Umgang mit Lese-/Lernprogrammen auf iPads, die Erweiterung des Medienbestandes oder die Durchführung einer jährlichen Lesewoche.

Darüber hinaus wird dokumentiert, welche Maßnahmen bisher umgesetzt wurden, was weiterhin geplant ist und welche Erfahrungswerte jeweils gemacht wurden. Dies schafft eine gute Grundlage für die gezielte Weiterentwicklung des Medienkonzepts.

Bereitstellung von Instrumenten zur Selbstevaluation

Anhand konkret benannter Indikatoren, Instrumente und Verfahren, wie z. B. Teilnehmeranzahl, Erhebungen oder Tests, zeigt das Beispiel schließlich auf, wie sich die jeweilige Zielerreichung im Rahmen einer internen Evaluation konkret erkennen bzw. objektiv messen lässt.

Die Beteiligung verschiedener relevanter Akteure an der Medienentwicklungsplanung schafft Akzeptanz und sichert eine breite Unterstützung bei deren Umsetzung.

Download

Mehr zum Thema


Schulkontakt

Johann-Peter-Wagner Grundschule Theres
Alice-von-Swaine-Str. 12
97531 Theres
Tel.: 09521/95790-0
E-Mail: verwaltung@schule.theres.de

Systematische Medienenwicklungsplanung

Dieses Beispiel präsentiert eine systematische Medienentwicklungsplanung, bei deren Umsetzung auf die klassischen Schritte des Qualitätsmanagements (vgl. Demingkreis bzw. PDCA-Zyklus) sowie auf die dafür notwendigen Instrumente zurückgriffen wird.

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Konkrete Zielbeschreibung und Überprüfung der Zielerreichung

Im Medienkonzept werden zum einen die anvisierten übergeordneten Ziele beschrieben, wie z. B. die pädagogische Begleitung der Schülerinnen und Schüler in einer von Medien geprägten Welt. Bezogen auf verschiedene Zielgruppen (Schüler- und Lehrerschaft) werden zum anderen Qualitätsziele zur Medienbildung konkretisiert und in verschiedene Teilziele untergliedert (z. B. „Die Schüler erhalten durch interaktive Aufgaben klare und unmittelbare Rückmeldung über ihren Lernerfolg”. Darüber hinaus werden Indikatoren benannt, wie z. B. Zertifikate, Medien-Kompetenz-Portfolios, die eine Überprüfung der jeweiligen Zielerreichung ermöglichen. Zur Erfolgskontrolle werden geeignete Instrumente, wie z. B. Tests oder Befragungen, genutzt.

Veranschaulichung der Medienentwicklungsplanung im Projektplan

Anhand eines tabellarischen Struktur- und Ablaufplans werden die verschiedenen Maßnahmen zur Erreichung der Teilziele, die anvisierte Zielgruppe, die jeweilige Zuständigkeit, der Zeithorizont sowie Vorhaben zur Überprüfung übersichtlich und kompakt dargestellt. Dieses Vorgehen schafft für das Kollegium Orientierung und Handlungssicherheit.

Dokumentation von Umsetzungserfahrungen im Medienkonzept

Im Medienkonzept wird zudem dokumentiert, ob und inwieweit angesteuerte Ziele durch einzelne Maßnahmen erreicht werden konnten und welche Korrekturen, z. B. hinsichtlich der Praktikabilität, vorgenommen wurden. Verfahrensänderungen werden im Medienkonzept farblich hervorgehoben. Damit sind sie für alle Beteiligten unmittelbar erkennbar.

Integration von Methoden- und Medienkompetenzen im Methodencurriculum

Um die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler ganzheitlich zu fördern, wurde ein Methodencurriculum entwickelt, das alle Jahrgangsstufen umfasst und systematisch Kompetenzen im Umgang mit Methoden sowie Medien aufbaut. Das Methodencurriculum lehnt sich am Kompetenzrahmen zur Medienbildung an bayerischen Schulen an und enthält ausschließlich Elemente, die im LehrplanPLUS festgeschrieben sind, wie z. B. die 5-Schritt-Lesemethode oder die Internetrecherche. Sinn des Curriculums ist es, die Methoden zu vereinheitlichen und sicherzustellen, dass alle notwendigen Kompetenzen von der Schülerschaft erworben werden.

Für Schülerinnen und Schüler wurden zudem Methodenkarten erstellt, die die jeweilige Funktionsweise erklären und eine Anleitung zur Umsetzung der jeweiligen Methode umfassen.

Die Einübung bzw. Förderung der Methodenkompetenz wird von der betreuenden Lehrkraft auf der Methodenkarte mit Datum und Unterschrift abgezeichnet. Alle Lehrkräfte sind verpflichtet, dies in einem Medienkompetenzkurs auf mebis zu dokumentieren.

 

Download

Mehr zum Thema

Road-Map zum Digitalisierungsprozess

Dieses Beispiel veranschaulicht die verschiedenen Schritte eines Digitalisierungsvorhabens in Form einer übersichtlichen und kompakten Road-Map.

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Transparenz von Aufgaben und Zielen

Die konkrete Beschreibung anstehender Aufgaben und den damit verbundenen Intentionen schafft für alle Beteiligten Transparenz und Klarheit. Darüber hinaus erleichtert die Road-Map den Nachvollzug einzelner Maßnahmen und Ziele.

Schulentwicklung im Bereich der Digitalisierung wird somit für alle Beteiligten deutlich.

Zuordnung von Verantwortlichkeiten

Die Vergabe von Zuständigkeiten schafft Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Konkrete Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sind benannt und können jederzeit Auskunft zum Stand des Digitalisierungsprozesses geben.

Planungshorizont

Die Road-Map zum Digitalisierungsprozess nimmt dabei sowohl kurzfristige als auch mittel- und langfristige sowie permanente Ziele in den Blick und zeigt der Reihe nach die dafür notwendigen Schritte auf. Maßnahmen werden terminiert und Meilensteine festgelegt.

Die Festlegung eines zeitlichen Ablaufs erleichtert zudem eine gezielte Überprüfung der angestrebten Ziele und eine ggf. notwendige Nachsteuerung.

Kennzeichnung erreichter Vorhaben und Ziele

Anhand der von den Verantwortlichen abgezeichneten Vorhaben und Ziele wird in der Road-Map zudem deutlich, welche Maßnahmen zur Digitalisierung bereits umgesetzt wurden und welche noch ausstehen. Damit wird der Prozess der Digitalen Bildung langfristig in den Blick genommen und für alle nachvollziehbar dokumentiert.

 

Screenshot

Vergrößern

Mehr zum Thema

Schulkontakt

Förderzentrum Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
Grünwalder Weg 8b
82008 Unterhaching
Tel.: 089/66 50 99-601
E-Mail: sekretariat@fzge-unterhaching.de

Umsetzung von Handlungsfeldern

Unter dem Motto “KidZ – Kompetent in die Zukunft” werden in diesem Beispiel sieben verschiedene Handlungsfelder in den Blick genommen, um Medienkompetenz an der Schule zeitgemäß und umfassend zu fördern.

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Konkrete zukunftsorientierte Handlungsfelder

Und den Anforderungen einer modernen Mediengesellschaft gewachsen zu sein, konzentriert sich die Schule bei ihrer Medienentwicklungsplanung auf folgende zentrale Bereiche bzw. Zielgruppen: Module zur Stärkung der Medienkompetenz, Mediencurriculum, praktische Handlungsfelder, kompetente Lehrkräfte, intensive Elternkooperation, virtueller Unterricht, Kooperation mit externen Partnern.

Die Relevanz jedes einzelnen Handlungsfeldes wird, unter Bezugnahme auf den Masterplan Bayern Digital II, begründet und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung werden formuliert.

Um die o. g. Handlungsfelder bestmöglich umzusetzen zu können, bedarf es einer unterstützenden IT-Infrastruktur und -Ausstattung. Fehlende Ausstattungskomponenten, künftige Bedarfe und notwendige Änderungen der Infrastruktur werden im Ausstattungsplan, z. B. für einen schnellen Überblick durch die Sachaufwandsträgerin bzw. den Sachaufwandsträger, farblich hervorgehoben. Somit werden sowohl der Status Quo der IT-Ausstattung als auch die Vorhaben zur Optimierung der Infrastruktur für alle Beteiligten transparent im Medienkonzept dokumentiert.

Unterstützung durch externe Kooperationen oder Digital-Patenschaften

Um die o. g. Handlungsfelder umfassend bearbeiten zu können, nutzt die Schule auch die Expertise ortsansässiger externer Partnerinnen und Partner für SchiLFs, Workshops und einen Erfahrungsaustausch. Dabei wird sowohl auf staatlichen Institutionen (ALP) und Universitäten als auch auf Firmen und Unternehmen vor Ort zurückgegriffen. Einzelne Kooperationen werden anhand einer “Digital-Patenschaft” verstetigt.

Begleitung durch Peer-to-Peer-Projekte

Kinder der 4. Jahrgangsstufe stehen anderen Schülerinnen und Schülern als “Expertinnen bzw. Experten” zur Seite und geben im Rahmen von Klassenpatenschaften ihre Erfahrungen und Kenntnisse an Jüngere weiter. “Schülerexpertinnen und -experten” werden z. B. im Rahmen der Umsetzung des Konzepts “Bring your own device” in der 3. und 4. Jahrgangsstufe unterstützend eingesetzt.

Kultur des Teilens

Ihre Erfahrungen und Ergebnisse rund um das KidZ-Konzept gibt die „Pilotschule für digitales Lernen“ auch an Kolleginnen und Kollegen anderer weiter. Dies geschieht z. B. im Rahmen von Informationsnachmittagen und durch Öffnung von SchiLFs für Externe.

 

Originaltöne aus dem Schulalltag

Im Folgenden erläutert Schulleiter Andreas Spatz, welche Erfahrungen er bei der Medienentwicklungsplanung gemacht macht und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind:

 

Darüber hinaus erklärt er, wie diesbezügliche Erkenntnisse und Ergebnisse an andere Schulen weitergegeben werden:

Screenshot

Vergrößern

Download

Mehr zum Thema

Schulkontakt

Grundschule Jettingen-Scheppach
Kreuzberg 6
89343 Jettingen-Schep08225/677 Tel.: 08225/677
E-Mail: buero@grundschule-js.de

Einbindung des Distanzunterrichts ins Medienkonzept

Dieses Beispiel zeigt Gelingenskriterien für ein verstärkt digital-gestütztes Lehren und Lernen auf, die sich in Pandemiezeiten bewährt haben und künftig als Grundlage für die Verstetigung und Weiterentwicklung des Medienkonzepts dienen können.

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Vorgaben zum digitalen Workflow während des Distanzunterrichts

Jedem Kind wird im Rahmen des Distanzunterrichts täglich ein Lernangebot per Videokonferenz gemacht. Grundvoraussetzungen, wie der Zugang zu einem digitalen Endgerät mit Kamera sowie die verpflichtende Teilnahme der Kinder am Distanzunterricht, wurden geschaffen.

Von Seiten der Lehrkräfte wurde zusätzlich ein passwortgeschützter digitaler Wochenplan für die Schülerinnen und Schüler – inklusive Links – zum Onlineunterricht erstellt, der für alle einsehbar und leicht zu handhaben ist.

Das Konzept zum „Homeschooling“ verdeutlicht in kompakter Form, welche Medien und Werkzeuge für Übungs-, Erarbeitungs- und Präsentationsphasen, die Lernkontrolle und den Materialaustausch genutzt werden können. Darüber hinaus wird die digitale Kommunikation mit Eltern sowie Schülerinnen und Schülern festgelegt. Dies schafft Transparenz und Planungssicherheit für alle Beteiligten.

Bedarfsorientierte Online-Fortbildungen für Lehrkräfte

Pandemiebedingt wurde die Fortbildungsplanung an die Bedarfe der Lehrerschaft angepasst und die Lehrkräfte u. a. im Umgang mit Videokonferenztools, der Erstellung von digitalen Unterrichtsmaterialien oder dem Abhalten von „Webinaren“ für Eltern geschult.

Integration bewährter Prozesse und Werkzeuge in das Medienkonzept

Der Austausch über Videokonferenztools, eine digitale Pinnwand als Wochenplan sowie die Bereitstellung von digitalen Unterrichtsmaterialien und einem Messenger-Dienst, den jede Lehrkraft auf dem Tablet/Handy installiert hat, haben sich während der Pandemie bewährt und sollen auch künftig als Maßnahmen beibehalten werden.

Die in Zeiten von Corona zahlreich erstellten digitalen Produkte für den Unterricht, wie Erklärvideos, interaktive Präsentationen oder Tafelbilder, werden in einer passwortgeschützten Online-Bibliothek gesammelt und untereinander ausgetauscht.

Die gut angenommenen Online-Elternabende sollen auch künftig über ein Videokonferenztool abgehalten werden.

Im Rahmen des Schulausbaus ist geplant, dass alle Kinder ein Tablet über ein Miet-Kauf-System erhalten und die Klassenzimmer mit Smartboards und gutem WLAN ausgestattet sind.

Darüber hinaus soll ein kleines Fernsehstudio eingerichtet werden, das u. a. der Erstellung von Erklärvideos und Nachrichtensendungen dienen soll.

Screenshot

Vergrößern

Mehr zum Thema

Integration pandemiebedingter Maßnahmen ins Medienkonzept

Dieses Beispiel veranschaulicht verschiedene Maßnahmen für einen erfolgreichen Distanzunterricht und zeigt deren Verankerung im Medienkonzept.

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Ädaquate IT-Ausstattung nach dem Nürnberger-Modell

Im Frühjahr 2020 griff die Schule auf das Angebot der Stadt Nürnberg zurück, das allen Schulen in der Region Office 365 als Schulplattform sowie WebUntis als Kommunikationsplattform zur Verfügung stellt. Im Sommer 2020 wurde die IT-Ausstattung im gesamten Schulhaus auf den Stand des Nürnberger Modells gebracht, um somit künftig auch für den Distanzunterricht ausreichgend gewappnet zu sein.

Erstellung eines Konzepts für den Distanzunterricht und Integration ins Medienkonzept

Das schulische Konzept für den Distanzunterricht legt die Verwendung von Office 365 fest, wobei die Nutzung konkreter Funktionen von Teams zum Austausch und zur Rückmeldung vorgegeben ist. Lehrkräfte wie Schülerinnen und Schüler wurden im Umgang mit Office 365 sowie Teams und seinen Funktionen geschult, die sowohl im Präsenz-, Wechsel- als auch im Distanzunterricht eingesetzt werden. Dementsprechend wurde das Konzept für den virtuellen Distanzunterricht auch ins Medienkonzept integriert. So sind z. B. Fortbildungen rund um das Thema Distanzunterricht Bestandteil der Fortbildungsplanung.

Entwicklung von außerunterrichtlichen digitalen Schulveranstaltungen

Zur Durchführung außerunterrichtlicher virtueller Schulveranstaltungen wurde eine Vielzahl an digitalen Lösungen entwickelt. Neben Online-Lehrerkonferenzen und -Elternabenden, verschiedenen virtuellen Informationsabenden wurden zudem digitale Chorproben, Online-Backkurse oder virtuelle SMV-Seminare mit Workshops angeboten.

Digitalisierungsbezogene Unterrichtsentwicklung in Zeiten der Pandemie

Grundsätzlich wurde während des Lockdowns in allen Klassen nach Stundenplan Online-Unterricht erteilt. Die Fachschaften wurden darüber hinaus beauftragt, zu überlegen, welche Möglichkeiten der Onlineunterricht inhaltlich, methodisch und didaktisch bieten kann. Daraus entwickelten sie in den einzelnen Fächern und Klassen vielfältige digitale Angebote, wie z. B. mediative Achtsamkeitsübungen, Online-Veranstaltungen und -Vorträge, kreative Methoden der Portfolioarbeit, learningApps, Erklär- und Stop-Motion-Videos, Übungsaufgaben und interaktive PDF-Dateien.

 

Originaltöne aus dem Schulalltag

Im Folgenden berichtet die Schülerin Ella Hagen, wie sie die Organisation des Onlineunterrichts am Dürer-Gymnasium empfunden hat:

 

Des Weiteren erklärt der Schüler Philipp Spomer, wie er die Digitalisierung während Pandemie an seiner Schule wahrgenommen hat:

 

Download

Mehr zum Thema

Prozessplanung zur Entwicklung eines Mediencurriculums

Das Beispiel präsentiert anhand eines Erfahrungsberichts der Fachschaft Deutsch den Prozess zur Entwicklung eines abgestimmten Konzepts zum Medienkompetenzerwerb bzw. Mediencurriculums.

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Partizipative Ansatz

Das gemeinsame Er- bzw. Umarbeiten des Mediencurriculums, eine Verständigung auf fachspezifische Ziele, Schwerpunkte der Medienbildung sowie deren Umsetzung innerhalb einer Fachschaft sichern eine breite Beteiligung, motivieren und schaffen Handlungssicherheit sowie Verbindlichkeit.

Die Fachschaftsleitung übernimmt eine koordinierende Funktion und spiegelt die Prozessergebnisse kontinuierlich ins Fachkollegium zurück.

Sinnvoll sind anschließende Fachschaftsleitungssitzungen zum Thema Medienkompetenzerwerb, in dem alle Konzepte zusammengetragen und im Mediencurriculum der Schule harmonisiert werden. Dabei sollten sowohl Überfrachtungen, Konzentrationen auf Leitfächer als auch Leerstellen im Mediencurriculum in den Blick genommen werden.

Spiralcurriculares Vorgehen

Bei der Erstellung des Konzepts zum Medienkompetenzerwerb bzw. Mediencurriculums wird ein spiralförmiger Medienkompetenzaufbau angestrebt. Dementsprechend wird mit der Medienkompetenzförderung in Jahrgangsstufe 5 gestartet und diese in den weiterführenden Jahrgangsstufen sukzessive vertieft.

Übertragbarkeit des Prozesses auf andere Fachschaften

Dieses Verfahren bewährt sich seit Jahren bei der Entwicklung von Kriterienkatalogen für Schreibformen und wurde auf den Medienkompetenzerwerb übertragen, wobei entsprechende Prozesserfahrungen bei der Weiterentwicklung des Mediencurriculums jeweils mit berücksichtigt werden.

Der konkrete Ablauf, von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Evaluation des Mediencurriculums für das Fach Deutsch lässt sich somit auch auf andere Themen und Fachschaften übertragen.

Hinweis: Sehr profitabel und das Herzstück des gesamten Prozesses sind bzw. waren die intensiven Gespräche darüber, unabhängig von den damit einhergehenden Kontroversen.


Download

Mehr zum Thema


    Schulkontakt

    Gymnasium Freiham
    Hildegard-Hamm, Brücher-Straße 5,
    81249 München
    Tel.: 089 233 650009
    E-Mail: kontakt@gymnasium-freiham.de

Verankerung eines medienpädagogischen Monatskalenders

Das Praxisbeispiel stellt einen medienpädagogischen Monatskalender für Grundschulen und Sekundarschulen dar, in dem monatlich ein medienerzieherischer Themenbereich modular vorgestellt und zur Bearbeitung mit den Schülerinnen und Schülern empfohlen wird. Der Kalender wurde von Felix Behl, medienpädagogischer Berater digitale Bildung an den Staatl. Schulämtern Aschaffenburg und Miltenberg, entwickelt

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Fokus auf medienerzieherische Herausforderungen

In jedem Monat des Schuljahres kann niederschwellig ein medienerzieherisches Thema – von rechtlichen Aspekten, über Fake News bis hin zu Cybermobbing – innerhalb einer Schulstunde bearbeitet werden.

Differenzierung nach Primar- und Sekundarbereich

Der medienpädagogische Monatskalender “Medien mit Verstand” wird in zwei Varianten angeboten: eine Version für die Grundschule und eine Version mit erweiterten Themen für die Sekundarstufe. Beide Versionen werden regelmäßig aktualisiert und ausgebaut.

mebis-Begleitkurs mit umfangreichem Materialpaket für Lehrkräfte

Das Unterrichtsmaterial zum medienpädagogischen Monatskalender kann von bayerischen Lehrkräften in einem mebis-Lernplattformkurs kostenfrei heruntergeladen werden.

Neben kommentierten Präsentationen zu medienerzieherischen Herausforderungen finden Lehrkräfte im mebis-Kurs auch diverse (Zusatz-)Materialien und Vorlagen für Lehrnachweise.

Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit konkreten Chancen und insbesondere Risiken verschiedener relevanter digitaler Medien, kann mit Hilfe des umfangreichen Materialpakets ein großer Teil medienpädagogischer Prävention abdeckt werden.

Verpflichtende Verankerung im Mediencurriculum

Alle Schulen der Region sind angehalten, den medienpädagogischen Monatskalender verpflichtend im Mediencurriculum für alle Jahrgangsstufen zu verankern und über das Schuljahr hinweg umzusetzen und dies zu dokumentieren.

Originalton aus dem Schulalltag

Im Folgenden erläutert der Berater für digitale Bildung, Felix Behl, wie der mediepädagogische Monatskalender Einzug ins Medienkonzept der Schule findet:

 

Schaffung von Verbindlichkeit durch Lehrnachweise

Anhand einer Checkliste kann die Klassenleitung die monatliche Durchführung der medienpädagogischen Themenbereiche dokumentieren und namentlich abzeichnen. Somit erhält die Medienkompetenzvermittlung verbindlichen Charakter, schafft Transparenz und ermöglicht, auf Vorwissen der Schülerinnen und Schüler kontinuierlich aufzubauen.

Originalton aus dem Schulalltag

Im Folgenden erklärt der Berater für digitale Bildung, Felix Behl, wie bezüglich der Durchführung der medienpädagogischen Themen Verbindlichkeit hergestellt werden kann:

 

 

Originalton aus dem Schulalltag

Was der Berater für digitale Bildung, Felix Behl, weiterhin plant, um die Medienerziehung nachhaltig im (Schul-)Alltag zu implementieren, erfahren Sie hier:

 

Tipp: Wer im mebis-Kurs eingeschrieben ist, wird automatisch bei Verfügbarkeit über neue Versionen des präventiven Materials informiert.

Screenshot

Vergrößern

Download

Mehr zum Thema


    Ansprechpartner

    Felix Behl, Beratungsrektor
    Berater für digitale Bildung (mBdB) an den Staatl. Schulämtern Aschaffenburg und Miltenberg, Datenschutzbeauftragter
    Fährweg 35
    63897 Miltenberg
    Tel.: 09371 501 5689
    E-Mail: schule@felixbehl.de

Checklisten zur Weiterentwicklung des Medienkonzepts

Dieses Beispiel präsentiert Checklisten für eine kriterienorientierte Weiterentwicklung der drei Bausteine des schuleigenen Medienkonzepts. Die Listen richten sich an die Mitglieder des Medienkonzept- und Schulentwicklungsteams. Sie sind Instrumente der internen Überprüfung und liefern wichtige Anhaltspunkte für eine gezielte Fortentwicklung des Mediencurriculums (MC), der Fortbildungsplanung (FP) und des Ausstattungsplan (AP).

Besonders erwähnenswert bei diesem Beispiel

Kompaktheit und Übersichtlichkeit

Alle drei von der Regierung von Schwaben entwickelten Checklisten sind kompakt und übersichtlich aufgebaut. Die Formulare sind so gestaltet, dass für jedes Qualitätskriterium (z. B. systematischer Aufbau des Mediencurriculums) Informationen zu folgenden vier Aspekten vermerkt werden können:

  • Qualitätskriterium erfüllt (Ja, Nein)
  • Ergriffene oder geplante Maßnahmen
  • Zeitplan
  • Zuständigkeit
Kriterienorientierung

Die drei Checklisten enthalten sechs bis zehn Qualitätskriterien, mit deren Hilfe der aktuelle Zustand des jeweiligen Bausteins eingeschätzt werden kann. Damit liefern sie wichtige Anhaltspunkte für eine kriterien- und qualitätsorientierte Weiterentwicklung des Mediencurriculums, der Fortbildungsplanung sowie des Ausstattungsplans.

 

Inhaltlich korrespondieren die Checklisten mit den vom ISB erstellten Reflexionsbögen zur Weiterentwicklung des Medienkonzepts. Letztere enthalten mehr Qualitätskriterien und erlauben es daher, die Stärken und Entwicklungspotentiale der einzelnen Bausteine differenzierter in den Blick zu nehmen.

Originaltöne aus dem Schulalltag

Im Folgenden berichtet die Lehrkraft René Kunze, Leiter des Schulentwicklungsteams, über die Verwendung der Checklisten und deren Nutzen für die Weiterentwicklung des Medienkonzepts:

  • Veröffentlichung
  • 27. Mai 2021
  • Letzte Änderung
  • 12. Januar 2022
  • Empfohlene Zitierweise
  • mebis-Redaktion (2021), Verstetigung und Fortschreibung des Medienkonzepts, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/6178> (12. Januar 2022).