Wie lässt sich das Medienkonzept mit dem schulischen Qualitätsmanagement verbinden?

Anliegen der Schulentwicklung ist es, Schule systematisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Diese Entwicklungsarbeit fokussiert die zentralen Felder Unterricht, Personal und Organisation. Die Aufgabe, Schulen auf die Herausforderungen der digitalen Bildung vorzubereiten, ist damit eine klassische Schulentwicklungsaufgabe, die alle genannten Bereiche umfasst und folgende Fragen beleuchtet:

  • Welche pädagogischen Konzepte gilt es zu entwickeln?
  • Welche innerschulischen Qualifizierungsmaßnahmen sind durchzuführen?
  • Welche technologischen Fragen gilt es zu klären?

Das zu entwickelnde Medienkonzept liefert Antworten auf diese Fragestellungen und enthält Leitlinien für die Gestaltung der entsprechenden Entwicklungsprozesse.

Das Medienkonzept als Teil des Schulentwicklungsprogramms

Zu Beginn wurde betont, dass die Entwicklung und Umsetzung eines Medienkonzepts originäre Schulentwicklungsarbeit darstellt. Darüber hinaus wurde verdeutlicht, dass Medienbildung über die pädagogische Arbeit der einzelnen Lehrkraft hinausgeht und die Schule als Ganzes fordert. Die Entwicklung eines Medienkonzepts mit seinen drei Säulen Mediencurriculum, Fortbildungsplanung und Ausstattungskonzept endet jedoch nicht an den Grenzen der Schule, sondern betrifft und integriert in ganz unterschiedlicher Weise auch den Sachaufwandsträger, die Eltern, Betriebe und andere außerschulische Partner. Damit ist das Schulentwicklungsprogramm der ideale Ort, an dem sich die entsprechenden schulischen Ziele und Maßnahmen niederschlagen sollten. Dies gilt umso mehr, wenn sich die Schule entschließt, ein nachhaltiges Medienbildungsprofil aufzubauen.

Soweit eine Schule über ein übergeordnetes Leitbild bzw. eine verschriftlichte Vision verfügt, kann die Schule auch hier Medienbildung als spezifischen Anspruch oder verknüpft mit allgemeineren Aspekten einer schulischen Lernkultur (z. B. Selbstorganisation, Schülerorientierung) anführen.

Im Schulentwicklungsprogramm selbst werden eher die zentralen Ziele und Maßnahmen der angestrebten Medienbildung verortet sein, die notwendige Konkretisierung leistet dann das Medienkonzept. Dort finden sich die einzelnen Maßnahmen, die zum Ausbau der Medienbildungskompetenz an der Schule vereinbart wurden.
Die Verankerung der Medienbildung im Schulentwicklungsprogramm ist ein erster und wichtiger Meilenstein hin zu einer entsprechenden schulischen Medienarbeit.

Wie bei allen Schulentwicklungsaufgaben kommt der Schulleitung auch bei der Medienbildung eine entscheidende Rolle zu. Es gehört zu ihren Aufgaben, zeitgemäße Medienbildung in das Schulleben zu integrieren und sie mit anderen tagtäglichen schulischen Anforderungen (z. B. Umsetzung des Lehrplans, Berücksichtigung vielfältiger fächerübergreifender Arbeitsfelder) zu verknüpfen. Insbesondere schärft sie das Bewusstsein der Lehrkräfte dafür, dass Medienbildung vor dem Hintergrund aktueller digitaler Herausforderungen als Angelegenheit aller Fächer anzunehmen ist.

PDCA-Zyklus


Qualitätsmanagement mittels Medienkonzept

„Medienbildung in der Schule muss einerseits selbst qualitativen Standards entsprechen, andererseits ist sie aber auch ein Merkmal und Bestandteil der Qualität von Schule und Unterricht und soll daher als Bestandteil von Qualitätsentwicklung […] berücksichtigt werden“ (KMK 2012, S. 8). Damit bietet es sich an, bei der Umsetzung dieses Anspruchs auf die klassischen Schritte des Qualitätsmanagements (vgl. Demingkreis bzw. PDCA-Zyklus) und auf die vorhandenen Instrumente zurückzugreifen.

Aus den beiden folgenden Qualitätsindikatoren schulischer Medienbildung lassen sich zentrale Arbeitsfelder der Schulentwicklung ableiten (vgl. Brüggemann & Breiter 2016, S. 38 f.):

pädagogische Rahmung: Entwicklung und Umsetzung eines schulischen Medienkonzepts (Festschreibung u. a. von Zielen und Maßnahmen zur Förderung der medienbezogenen Kompetenzen von Lernenden und Lehrenden)

organisatorische Rahmung: gelingende Einführung des Medienkonzepts, Erarbeitung allseits akzeptierter Nutzungsregeln sowie Etablierung von Evaluationsmaßnahmen (zur Sicherung der Nachhaltigkeit)

Die verschiedenen Ebenen, auf denen eine gelingende Medienbildung wirksam wird, verdeutlichen, dass Medienbildung nicht nur den Unterricht der einzelnen Lehrkraft betrifft, sondern ein ganzheitliches Konzept der Schule erfordert, das von der Schulleitung mitverantwortet wird.
  • Stand
  • 1. Oktober 2017