Ausstattungsplan

Der Ausstattungsplan stellt neben dem Mediencurriculum und der Fortbildungsplanung die dritte tragende Säule des Medienkonzepts dar.

Die Nutzung digitaler Medien und Werkzeuge setzt voraus, dass diese zum geeigneten Zeitpunkt zur Verfügung stehen und funktionstüchtig sind. Des Weiteren erfordert der gewinnbringende Einsatz von Medien im Unterricht eine auf die pädagogischen Bedürfnisse und Zielsetzungen abgestimmte technisch-organisatorische Infrastruktur.

Beim Ausstattungsplan steht vor allem die optimale Nutzung der bestehenden Ausstattung im Vordergrund. Zudem begründet die Schule darin auf Grundlage der systematischen Dokumentation im Medienkonzept weitere Ausbauschritte ihrer IT-Infrastruktur, wodurch Fehlinvestitionen vermieden werden können.

Sowohl die Lehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler sollten die Möglichkeit haben, außerhalb des Unterrichts bzw. der Unterrichtsräume digitale Medien zu nutzen („Freie Lernorte“, „Lernateliers“ o. ä.). Dies erfordert neben dem Vorhandensein der Medienarbeitsplätze genaue Vereinbarungen über die Umsetzung, die Nutzungsmöglichkeiten und eine Regelung des Zugangs zu Geräten (einschließlich BYOD) sowie für die WLAN- und Internetnutzung. Nutzungsvereinbarungen können hier einen Rahmen für IT-Sicherheit hinsichtlich z. B. der Störerhaftung, des Datenschutzes und Urheberrechts bieten und zugleich individualisierte, kollaborative und selbstgesteuerte Lernprozesse unterstützen.

Aufgabe der Schule muss es sein, im Einvernehmen mit dem Sachaufwandsträger nach pädagogisch sinnvollen und tragfähigen Konzepten zur Optimierung der Medien- und Raumausstattung zu suchen, die sowohl technische und finanzielle als auch logistische, bauliche und didaktische Aspekte berücksichtigen.

Erfassung und Dokumentation des Status quo

Voraussetzung für die Verbesserung der Medienausstattung und der Schulorganisation ist die Erfassung und Dokumentation der aktuellen IT-Ausstattung, -Infrastruktur, Organisation und Raumnutzung.

Die Erfassung erfolgt in diesem Fall von oder über die dafür zuständigen Personen (z. B. Systembetreuer, Schulleiter). Als Grundlage dafür können die Angaben der jährlichen Rechnerumfrage zur Ermittlung der IT-Ausstattung an bayerischen Schulen dienen, die vom Systembetreuer oder Schulleiter abgerufen und als Ausgangsbasis genutzt werden können.

Ziel ist es, zu überprüfen, inwieweit die Medienausstattung, Organisation und Raumnutzung der Schule den pädagogischen Erfordernissen bereits genügt, wo sich Optimierungsmöglichkeiten für die Nutzung in Bezug auf die gesetzten Ziele und Arbeitsschwerpunkte ergeben oder wo beispielsweise Ersatz- oder Neuanschaffungen notwendig erscheinen.

Neben der reinen Bestandsaufnahme sollte nicht vergessen werden, zu untersuchen, ob und wie die vorhandenen Medienumgebungen im Unterricht tatsächlich genutzt werden. Hier sollte ggf. Rückmeldung der Lehrkräfte eingeholt werden.

Allgemeine Hinweise zur Bestandsaufnahme im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen beinhaltet der gleichnamige Abschnitt im Leitfadenbeitrag „Wie entsteht das Medienkonzept und wer ist an seiner Erstellung beteiligt?“.

Mögliche Bestandteile des Ausstattungsplans

  • vorhandene IT-Ausstattung (v. a. Hardware, Software und technische Infrastruktur)

    aktueller Nutzungsumfang

    entsprechende Zuständigkeiten (z. B. Anschaffung, Wartung/Pflege/Support, Ausleihe etc.)

    Nutzungsvereinbarungen (z. B. schul-/schülereigene mobile Geräte, Peripheriegeräte, Computerraum, Intranet/Internet, Bibliothek)

    organisatorische Konzepte (z. B. Raumbuchungs-/Ausleihsystem, WLAN-/BYOD-Nutzung, Finanzierungsmodelle, Sicherheitsvoraussetzungen, Support, Versicherungsschutz)

    bauliche Situation (z. B. Vernetzung, Transportwege, Verdunkelung, Wand-/Deckenbeschaffenheit, räumliche Anordnungen, Strom-, LAN-/WLAN-Versorgung, Aufbewahrung)

Links

Vorlagen

Optimierung der Medienausstattung und Organisation

Digitale Medien und Werkzeuge entwickeln sich stetig weiter. Die Innovationszyklen sind enorm kurz. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten, die sich den Schulen in diesem Zusammenhang bieten, und aufgrund der äußerst unterschiedlichen Voraussetzungen, Bedürfnisse und Rahmenbedingungen muss die Einzelschule – in Abstimmung mit dem Sachaufwandsträger – hier individuelle, schulspezifische Lösungen finden.

Eine grundlegende Orientierung bei der Erweiterung und Optimierung des Ausstattungsplans bietet das jährliche VOTUM. Der Beraterkreis zur IT-Ausstattung von Schulen veröffentlicht in seinem VOTUM regelmäßig aktualisiert Empfehlungen für eine an den pädagogischen Zielsetzungen orientierte, stabil funktionierende und zeitgemäße IT-Ausstattung und IT-Infrastruktur an den Schulen. So erfordert eine zielführende und nachhaltige Umsetzung der Digitalen Bildung in der Schule eine Grundausstattung für das digitale Klassenzimmer, die u. a. im VOTUM formuliert wird. Impulse und Anregungen für einen möglichst reibungsfreien und pädagogisch effizienten Einsatz der technischen Infrastruktur sowie zur Begleitung der pädagogischen Anwendungen in der Schule können Systembetreuer im Rahmen der Schulnetz-Schulungen erhalten und im Anschluss z. B. in Form von schulinternen Lehrerfortbildungen oder Workshops an das Kollegium weitergeben.

Basierend auf den pädagogischen Erwägungen für die Medienarbeit beschreibt die Schule im Ausstattungsplan die dazu notwendige technische Infrastruktur sowie alle Maßnahmen an der Schule, die eine effiziente Nutzung der Ausstattung sicherstellen. Der Ausstattungsplan trägt dabei sowohl aktuellen technischen Entwicklungen Rechnung als auch den speziellen Bedingungen und Schwerpunktsetzungen der eigenen Schule (z. B. Tablet-Klassen, mobiles Lernen, Programmieren, Filmschule, Leseförderung). Entscheidend für den Ausstattungsplan in einem nachhaltigen Medienkonzept ist letztlich vom im Mediencurriculum anvisierten Kompetenzerwerb bzw. vom unterrichtlichen Einsatz der digitalen Medien und Werkzeuge her zu denken. Auf dieser Basis wird der aktuelle sowie künftige schulische Bedarf an technischer Ausstattung deutlich.

Die folgende Grafik fasst die Erstellung des Ausstattungsplans zusammen:

  • Stand
  • 1. Oktober 2017