Zuhören üben und Talente entdecken

Hörclubs mit Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Unbekannte Geräusche enträtseln, geheimnisvolle Klänge erzeugen, spannende oder lustige Hörspiele hören und eigene kleine Aufnahmen produzieren: In Hörclubs üben Kinder und Jugendliche spielerisch und frei von Leistungsdruck das genaue Hinhören und Zuhören. Doch nicht nur die Zuhörkompetenz wird gestärkt. Hörclubs bieten allen Schülern die Gelegenheit, Talente und Fähigkeiten zu entdecken und einzusetzen, die im Unterricht oft nicht zur Geltung kommen können: Manche haben wohlklingende Stimmen, denen man gerne zuhört, andere sind geschickt im Umgang mit Aufnahmegeräten oder beim Audioschnitt. Einige sind voll Fantasie und erfinden spannende Geschichten oder sind einfallsreich, wenn es gilt, Geräusche selbst herzustellen.

Hörclubs verhelfen damit zu Erfolgserlebnissen und Anerkennung durch Lehrer und Mitschüler. Sie bieten darüber hinaus eine Möglichkeit, Schüler gezielt in den Bereichen zu stärken, in denen sie Förderbedarf haben: Es gelingt ihnen besser, sich für emotionale Themen zu öffnen, sie verbessern ihren sprachlichen Ausdruck und entwickeln eine aufmerksame Hörhaltung.

Unterstützung durch die Stiftung Zuhören

Das pädagogische Konzept der Hörclubs hat die gemeinnützige Stiftung Zuhören gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft und Praxis entwickelt, ursprünglich für Kindergärten und Regelschulen. An über 2000 Kindertagesstätten und Schulen in Deutschland gibt es mittlerweile Hörclubs, sie werden von Pädagogen der jeweiligen Einrichtung geleitet. Die nötigen Materialien – Geräusche-CDs, Hörspiel-CDs und didaktischen Anregungen für die Gestaltung von Hörclubstunden – stellt die Stiftung Zuhören den Einrichtungen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung.

Wegen des Potentials, das die Hörclubs für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf bieten, hat eine Arbeitsgruppe von Förderschullehrern unter Leitung der Stiftung Zuhören die bestehenden Arbeitsweisen und Materialien in ihren Schulen überprüft und weiterentwickelt: Wie sollte man Hörclubaktivitäten gestalten, damit sie den besonderen Bedürfnissen dieser Kindern gerecht werden? Sollte der Fokus mehr auf die Arbeit mit Geräuschen oder mit Hörspielen gelegt werden? Welche Hörspiele eignen sich für welche Schüler am besten? In der Arbeitsgruppe waren LehrerInnen aus den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, Hören, Lernen, sozial-emotionale Entwicklung und Sprache vertreten. Das Projekt wurde vom Bayerischen Kultusministerium unterstützt und finanziell gefördert.

 

Anmerkungen

  • Als Ergebnis entstand ein Leitfaden, der die Empfehlungen der Pädagogen zusammenfasst. Er richtet sich sowohl an Lehrer an Sonderschulen als auch an Kollegen an Regelschulen, die im Zuge der Inklusion Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichten. Er steht auf der Website der Stiftung Zuhören kostenlos zum Download zur Verfügung, kann aber gegen eine Schutzgebühr auch als Broschüre bezogen werden.
  • Stiftung Zuhören:
    Leitfaden

Fortbildungen

Die Stiftung Zuhören bietet ergänzend Fortbildungen an, in denen Pädagogen das Konzept und die Materialien anhand vieler praktischer Übungen kennenlernen. Sie finden in den Stifterhäusern statt, wie z. B. dem Bayerischen Rundfunk mit seinem Lehrerfortbildungsprogramm „BR macht Schule“, und bei Kooperationspartnern, in Bayern z. B. bei der ALP Dillingen, dem PI München oder der Regierung von Oberbayern. Außerdem führen Referenten der Stiftung auf Wunsch Schulinterne Fortbildungen (SchiLF) durch.

Hörclubs mit Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Hörclubs mit Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

Anmerkungen

Kontakt für Bayern

Stiftung Zuhören
Geschäftsstelle München
c/o Bayerischer Rundfunk
Rundfunkplatz 1
80335 München

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