Tatfunk – Ein Radioprojekt für Oberstufen-Schüler

Zuhören & Medienbildung sind gefragt
Neben den Grundlagen des Radio-Journalismus erlernen die Schüler mit tat:funk ein Projekt von Beginn an selbst zu planen, ihre Ideen umzusetzen und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei stehen die Fähigkeit gut hin und zuzuhören, sich Medien verantwortungsvoll bedienen zu können sowie das Trainieren weiterer Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbereitschaft im Vordergrund.

tat:funk im Schuljahresablauf
Anders als im normalen Unterricht planen die Schüler für tat:funk ihr Schuljahr selbst, organisieren die Teamarbeit und arbeiten als Projektteam zusammen. Welches Ziel sich die Schüler auch gemeinsam setzen – ob Reportage, Feature oder Magazinsendung – sie müssen mit ihrem Projektantrag Fachexperten überzeugen. Sind Thema, Zeitplan und Finanzkalkulation realistisch, bekommt jede geförderte Schülergruppe ein kleines Budget überwiesen, mit dem sie ihr Radioprojekt verwirklichen kann. Beim Radiomachen lernen die Schüler so Grundkompetenzen des Projektmanagements und werden damit ein Stück weit auf das Leben nach der Schule vorbereitet.

Mediencoach & Lehrkraft
Im Verlauf des Jahres werden die Schüler von einem außerschulischen Experten, dem sogenannten Mediencoach, unterstützt. Er bringt ihnen das 1×1 des Radio-Journalismus bei: Wie führt man ein gutes Interview? Wie funktioniert digitale Schnitttechnik? Welche Themen sind für den Hörer interessant? Bei all dem ist tat:funk aber auch Unterricht: Ein Lehrer übernimmt die schulische Verantwortung für den Kurs und benotet auch die Leistung der Schüler. Je nach Schulsystem können die Schüler ihre Note ins Abitur einbringen. tat:funk schafft auf diese Weise einen Freiraum – nicht abseits des Schulsystems, sondern innerhalb der bestehenden Strukturen.

Unterstützung
Neben einer Einführung in den Radio-Journalismus durch einen externen Mediencoach üben die Schüler mit Mitteln des Projektmanagements die Konzeption, Umsetzung und Veröffentlichung ihrer Ideen. Lehrkräfte einer tat:funk-Gruppe bekommen zusätzlich eine Schulung in der Akademie für Lehrerfortbildungen in Dillingen (Bayern), in der sie Grundlagen des Radiojournalismus undProjektmanagement erlernen können.

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Ansprechpartnerinnen

Förderung

Die Stiftung Zuhören fördert in jedem Schuljahr neue Schulen, die an tat:funk teilnehmen wollen. Vorgesehen ist ein Schülerbudget für jede tat:funk-Gruppe zur eigenen Verwaltung. Außerdem wird ein externer Mediencoach finanziert, der das Projekt professionell begleitet und die Schüler beim Radiomachen anleitet. Zusätzlich werden auch die Lehrer einer tat:funk-Gruppe in der Akademie für Lehrerfortbildungen in Dillingen in den Grundlagen des Radiojournalismus und Projektmanagements weitergebildet.

Bewerbung

Für jedes Schuljahr werden neue Schulen in die Förderung aufgenommen. Die Bewerbungsformulare für die Förderung im kommenden Schuljahr können jeweils ab Herbst unter tat:funk.de abgerufen werden. Bereits aktive tat:funk-Schulen bewerben sich in jedem Jahr neu für die Teilnahme am Wettbewerb.

Wettbewerb

Jedes Schuljahr schließt mit einem deutschlandweiten Wettbewerb ab. Alle fertigen Sendungen werden von einer Jury begutachtet – die besten drei werden in einer feierlichen Preisverleihung in München geehrt.

Entstehung

  • tat:funk wurde 2002 von der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG als Abitur-Grundkurs in Bayern initiiert. Ziel des Projekts ist es, einen abiturrelevanten Kurs, der Projektarbeit, Eigenverantwortung und Berufsorientierung in den Lehrplan der Gymnasien aufzunehmen. Mittlerweile ist tat:funk längst über die Grenzen Bayerns hinausgewachsen – das Projekt findet in fünf Bundesländern statt. 2012 hat die Stiftung Zuhören die bundesweite Koordination und Organisation von tat:funk übernommen. Um das Projekt nachhaltig regional zu verankern, kooperiert die Stiftung in den einzelnen Bundesländern mit Partnern vor Ort.

    tat:funk