Hören ohne Grenzen

Sprache entdecken – Interkulturelles Lernen – Deutsch als Zweitsprache

Sprechen fängt mit dem Hören an! Denn auch das Sprechen beginnt mit genauem Zuhören: auf die Sprachmelodie, auf die spezifischen Laute der jeweiligen Sprache, das Vokabular, den Satzbau und die grammatischen Muster. Die gemeinnützige Stiftung Zuhören hat deshalb das Konzept Hören ohne Grenzen entwickelt, ein besonderes Hörclub-Konzept, mit dem die Kinder spielerisch das Zuhören üben und gleichzeitig ihre Sprachkompetenz stärken. Klänge, Geräusche, Zuhörspiele und mehrsprachige Hörspiele werden für die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit, die Wortschatzerweiterung sowie die Sprachbetrachtung genutzt und regen den interkulturellen Dialog an.

So hören die Schüler z. B. ein Geräusch und sprechen darüber: Wie nennt man es im Deutschen? Wann und wie entsteht es? Sie erforschen wie das Geräusch in ihrer Familiensprache genannt wird, malen Situationen, in denen man es hören könnte, denken sich Geschichten aus, u. v. m.

Für Hören ohne Grenzen bietet die Stiftung Zuhören ein Materialpaket mit CDs an (s. u.). Aber das Konzept sieht auch vor, dass die Schüler selbst Audios anfertigen: Sie nehmen Geräusche auf, stellen sich mit erfundenen Identitäten vor, machen kleine Interviews oder produzieren sogar ein eigene Hörspiele, wie die Geschichte vom „Ungeheuer von Istanbul“, das in einer Förderschule in Möttingen entstand. Audioaufnahmen bieten die Gelegenheit, die eigene Stimme besser kennenzulernen. Außerdem zeigt die Erfahrung, dass Kinder sorgfältiger formulieren und artikulieren, wenn sie in ein Mikrofon sprechen.

Das Konzept von Hören ohne Grenzen sowie das gleichnamige Materialpaket wurden in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Angelika Speck-Hamdan von der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Lehrerinnen und Erzieherinnen entwickelt. Bewusst werden die Herkunftssprachen der Kinder einbezogen – Hörspiele in 13 Sprachen gehören deshalb ebenso zum Materialpaket wie CDs mit Geräuschen, Bilderbücher, eine CD-ROM mit Bildkarten und ein ausführliches Handbuch mit didaktischen Anregungen. Grundlage für die Entwicklung waren die sogenannten Hörclubs zur spielerischen Zuhörförderung, die die Stiftung Zuhören initiiert hat. Hörclubs gibt es bereits an über 2.000 Schulen und Kindergärten in Deutschland.

Hören ohne Grenzen richtet sich an Kinder von 5 bis 10 Jahren und kann im Vorkurs Deutsch, im Förderunterricht, im Deutschunterricht oder im Hörclub genutzt werden.

Unterstützung

Interessierten Pädagogen bietet die Stiftung Zuhören Fortbildungen an. Dabei werden das Konzept und das Material vorgestellt und die Teilnehmer haben Gelegenheit, die Arbeitsweisen von Hören ohne Grenzen anhand vieler praktischer Übungen kennen zu lernen. Fortbildungen werden u. a. angeboten in Kooperation mit dem Lehrerfortbildungsprogramm des Bayerischen Rundfunks, „BR macht Schule“, in Zusammenarbeit mit der ALP Dillingen oder mit dem Pädagogischen Institut der Stadt München. Auf Wunsch führen Referenten auch Schulinterne Fortbildungen (SchilF) durch.

Kontakt für Bayern

Stiftung Zuhören
Geschäftsstelle München
c/o Bayerischer Rundfunk
Rundfunkplatz 1
80335 München

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  • Stand
  • 9. April 2015
  • Autor
  • Judith Schönicke (Stiftung Zuhören)