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Schülerinnen und Schüler als mebis-Autoren

In diesem Beitrag erhalten Sie einen umfassenden Einblick über die Möglichkeiten der Kollaboration, die Schülerinnen und Schülern eröffnet werden, wenn diese in der mebis Lernplattform die Rolle „Autor“ zugewiesen bekommen.

Dafür werden technisch notwendige Einstellungen, z. B. zur Kurseinschreibung sowie zur Nutzung von Gruppen innerhalb eines Kurses, erklärt.

  Didaktische Überlegungen

  Technisch notwendige Einstellungen

  Organisatorische Grundlagen

  Informationen zum teachSHARE-Kurs


Hinweis

Um mit Schülerinnen und Schülern als Autoren in mebis arbeiten zu können, sollten Sie selbst über fundierte Grundlagen im Umgang mit der Lernplattform verfügen. Diese können Sie ggf. mit der Kurs-Reihe "Einfach mebis" der ALP Dillingen erlangen.

Didaktische Überlegungen

Die mebis Lernplattform bietet Lehrkräften eine Vielzahl an Aktivitäten und Gestaltungselementen, um virtuelle Lernräume zu schaffen und Lerninhalte digital zu vermitteln. Diese Möglichkeit steht auch Schülerinnen und Schülern offen, wenn diesen in einem Kurs die Rolle des „Autors“ übertragen wird. Damit können die Lernenenden nicht nur eigenständig Aktivitäten und Materialien bearbeiten oder anlegen, sondern auch gemeinsam in unterschiedlichen Abschnitten eines Kurses zusammenarbeiten.

Anstatt nur von Lehrkräften dargebotene Aufgaben und Inhalte zu bearbeiten bzw. zu konsumieren, werden sie selbst zu Produzenten von digitalen (Lern-)Inhalten. Auf diese Weise lassen sich eine Vielzahl an didaktischen Szenarien umsetzen, bei denen Handlungsorientierung und Schüleraktivierung im Vordergrund stehen. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass die Lernenden zeitgleich an unterschiedlichen Abschnitten und Aktivitäten arbeiten können. Auf diese Weise ist Kollaboration in Echtzeit möglich.

Hier finden Sie einige Vorschläge, wie Schülerinnen und Schüler in einem Kurs als Autoren arbeiten können. Diese reichen von der Bearbeitung bzw. Befüllung bestehender Aktivitäten über das Präsentieren von Arbeitsergebnissen bis hin zum eigenständigen Erstellen von Selbstlernkursen:

Bearbeitung bestehender Aktivitäten

In einem Kurs, der von Ihnen als Lehrkraft gestaltet wird, haben Sie die Möglichkeit Schülerinnen und Schülern bei von Ihnen angelegten Aktivitäten zu Autoren zu machen. So können diese Aktivitäten die normalerweise nur von Lehrkräften erstellt werden können, ebenfalls mit Inhalten füllen. So können die Lernenden Fragebögen in der Aktvität Feedback erstellen oder Aufgaben zu Tests hinzufügen. Ebenso können Inhalte in H5P bearbeitet werden. Eine ausführliche Beschreibung zu Lernenden als Autoren einzelner Aktivitätetn finden Sie weiter unten.

Aufgaben-Trainingslager

Wird die Autorenrolle für den ganzen Kurs vergeben, können die Lernenden auch Aktvitäten wie Tests oder interaktive H5P-Inhalte selbstständig anlegen. So können von allen Schülerinnen und Schülern einer Klasse Übunsgaufgaben mit automatisiertem Feedback erstellt werden. Diese kann dann die ganze Klasse zur Vertiefung des Stoffes oder zur Vorbereitung auf einen Prüfung verwenden. Dabei setzen sich die Lernenden bereist bei der Erstellung der eigene Übungsaufgabe intensiv mit dem jeweiligen Thema auseinander.

Es ist zu empfehlen, alle Aufgaben als Lehrkraft auf ihre fachliche Korrektheit zu prüfen, bevor diese von den Lernenden bearbeitet werden.

Präsentation von Gruppenarbeiten

Bei arbeitsteiligen Gruppenarbeiten kann jeder Arbeitsgruppe ein Abschnitt eines Kurses bereitgestellt werden, in dem sie ihre Arbeitsergebnisse als Autoren multimedial aufbereitet. Die Lernenden können Bilder und Videodateien ganz einfach per Drag & Drop in ihren Abschnitt hochladen. Über das Textfeld können auch schnell Texte erstellt und formatiert werden. Zudem besteht die Möglichkeit über den Texteditor direkt eigene Audioaufnahmen einzubinden. Ergänzt werden kann die virtuelle Präsentation auch durch Tafelbilder, die mit der mebis Tafel erstellt wurden und direkt in den Kurs eingebettet werden können.

Je nach Arbeitsauftrag kann der Fokus stärker auf Inhalte oder die ansprechenden Gestaltung gelegt werden. So eignet sich die Methode auch, um kreative Aufgabenstellungen digital umsetzen zu lassen. Mit der Lernplattform steht beispielsweise ein rechtsicherer Raum zur Verfügung, um von Schülerinnen und Schülern produzierten Erklärvideos bereitzustellen.

Lernen durch Lehren | Selbstlernkurse

Der Didaktiker Jean-Pol Martin charakterisiert das Lernen durch Lehren als eine handlungsorientierte, konstruktivistische Unterrichtsmethode. Schülerinnen und Schüler lernen, indem sie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler arbeitsteilig im Klassenverband unterrichten und sich den Stoff gegenseitig vermitteln. Dabei begleitet die Lehrkraft die Lernenden bei der Erstellung ihrer Lerninhalte, um die fachliche Korrektheit zu gewährleisten.

Diese arbeitsteilige Vermittlung lässt sich auch in der Lernplattform sehr gut abbilden, indem die Lernenden beispielsweise in einem Kurs einzeln oder als Gruppen in unterschiedlichen Abschnitte eines Kurses verschiedene Unterrichtsthemen vorbereiten. Dazu können Texte verfasst, Erklärvideos produziert oder Links auf externe Inhalte bereitgestellt werden. Ebenso können die Lernenden eigene Aktivitäten wie Tests oder interaktive H5P-Inhalte erstellen. Nach dem Erstellen der Lerninhalte können diese dann von den anderen Lernenden bearbeitet werden. So kann gemeinsam ein ganzer Selbstlernkurs zu einem umfangreichen Thema erstellt werden. Dieser kann dann entweder von der eigene Klasse durchlaufen werden oder einer Parallelklasse bereitgestellt werden.

 

Unabhängig davon, für welche Methode Sie sich entscheiden, sind einige technische Einstellungen notwendig, die im Folgenden ausführlich beschrieben werden.

© istock.com / Author

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Zur Vertiefung

Tipp

Viele Tutorials aus dem mebis Support können auch für die Schülerinnen und Schüler als Hilfestellung bereitgestellt werden. Eine Übersicht über Gestaltungsmöglichkeiten in der Lernplattform finden Sie hier:

Für den Einsatz der mebis Tafel finden Sie hier eine ausführliche Anleitung:

Technisch notwendige Einstellungen

Grundsätzlich bestehen zwei Varianten, um Schülerinnen und Schüler mit Autorenrechten auszustatten – auf Ebene einer Aktivität oder auf der Ebene des ganzen Kurses. Je nachdem, wie umfangreich der Gestaltungsspielraum der Lernenden sein soll, können Sie sich für die passende Variante entscheiden.

Wenn Sie ein kollaboratives Unterrichtssetting planen, sollten Sie beachten, dass eine einzelne Aktivität nur immer von einem Nutzer bearbeitet werden kann. Innerhalb eines Kurses ist es jedoch möglich, dass die Nutzer zeitgleich an unterschiedlichen Aktivitäten arbeiten, auch innerhalb desselben Abschnitts!

Hier finden Sie ausführliche Beschreibungen zu den beiden Varianten:

Autor einer Aktivität

Grundsätzlich kann Lernenden mit der Rolle „Schüler“ in jeder Aktivität die Rolle „Autor“ zugewiesen werden. Damit haben sie die Möglichkeit Einstellungen an der Aktvivität vorzunehmen oder sämtliche Inhalte einer Aktivität zu bearbeiten bzw. zu löschen. Es ist jedoch nicht möglich, die Aktivität als Ganzes zu löschen.

Autor auf Kursebene

Einzelne Schülerinnen und Schüler kann über die Einstellung für Nutzer/Innen manuell die Rolle „Autor“ im Kurs übertragen werden. Meist ist jedoch gewünscht, dass mehrere oder alle Lernenden Autoren-Rechte erhalten. Die lässt sich leicht durch eine entsprechende Einschreibemethode in den Kurs gestalten. Dabei können auch gleich Arbeitsgruppen angelegt werden, sodass sich die Lernenden über das Nachrichten-Modul der Lernplattform während der Arbeitsphase auch austauschen können.

Hinweis

Die Rolle "Autor" verfügt innerhalb eines Kurses über dieselben Rechte wie die Rolle "Lehrer", mit Ausnahme der Nutzerwerwaltung und dem Einblick auf Einreichungen, Bewertungen und Arbeitsergebnissen.

D.h. Autoren können Aktivitäten und Abschnitte erstellen, Inhalte im Kurs verschieben sowie Inhalte löschen. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Nutzer die Inhalte ursprünglich angelegt hat!

 

Weitere Tutorials

 

Tipp

Wenn Sie planen, mehrere identische Aktivitäten von unterschiedlichen Lernenden bearbeiten zu lassen, ist es hilfreich, die Namen der Lernenden im Aktivitäts-Namen oder der Beschreibung zu ergänzen!

Organisatorische Grundlagen

Neben den technischen Vorbereitungen sollten Sie noch einige organisatorische Entscheidungen treffen, bevor ihre Lernenden mit der eigenständig Arbeit loslegen können.Dazu gehört beispielsweise die Struktur, wie die zukünftigen Inhalte in der Lernplattform dargeboten werden. 

Für die gruppenweise Bearbeitung von Inhalten stehen ihnen zwei Varianten zur Verfügung, die Sie je nach didaktischen Szenario wählen können.

Ein-Kurs-Variante

In der Variante mit einem Kurs arbeiten alle Lernenden in unterschiedlichen Abschnitten desselben Kurses. Diese Variante eignet sich besonders zu arbeitsteiligen Erarbeitung zusammengehöriger Inhalte. Nach Fertigstellung stehen alle Inhalte zentral zur Verfügung und die Anzahl an Kursen auf dem Schreibtisch der Lernenden bleibt überschaubar.

Das gemeinsame Arbeiten in einem Kurs birgt jedoch das Risiko, dass Lernende unrechtmäßig fremde Inhalte bearbeiten. Aufgrund der globalen Rechteeinstellungen in der Lernplattform können von Autoren nämlich auch verborgene oder nicht verfügbare Inhalte bearbeitet werden. 

Nach der Erarbeitungsphase ist es bei dieser Variante sinnvoll, dass sich entweder alle Lernenden als Autoren aus dem Kurs ausschreiben und von der Lehrkraft über eine Klasse-Einschreibung erneut als „Schüler“ in den Kurs eingeschrieben werden, um alle Inhalte aus Schülerperspektive sehen zu können. Alternativ können  die Lernenden auch über „Rollen wechseln“ die Ergebnisse als „Schüler“ ansehen.

Mehrkurs-Variante

Um tatsächlich ein getrenntes Arbeiten der einzelnen Gruppen zu gewährleisten oder um den Lernenden einen noch größeren Gestaltungsspielraum zu geben, indem sie mehrere Abschnitte eines Kurses bearbeiten können, kann auch ein Master-Kurs angelegt werden, in dem die Organisation der Arbeitsgruppen stattfindet.

Die eigentlichen Inhalte werden von den jeweiligen Gruppen in Unterkursen erstellt, in denen sie sich über eine Selbsteinschreibung einschreiben. Für die Präsentationsphase können alle anderen Lernenden der Klasse über eine Metaeinschreibung in die Kurse der einzelnen Gruppen als „Schüler“ eingeschrieben werden, um die Ergebnisse einsehen zu können.

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Tipps | Ein-Kurs-Variante

Über das Vornehmen entsprechender Einstellungen (vgl. Anleitung "Autoren auf Kursebene") kann das Risiko des unrechtmäßigen Zugriffs erschwert werden, indem für die jeweilige Arbeitsgruppe nur der von ihnen zu bearbeitende Abschnitt sichtbar gemacht wird.

Der Zugang zum Kurs kann über individuelle Links und Einschreibeschlüssel für jede Gruppe erfolgen, die sie direkt auf ihren Abschnitt lenken.

Zusätzlich können die anderen Abschnitte über das Ändern lokaler Rechte im Kurs auch für Autoren ausgeblendet werden.

Sollten Sie im Kurs mit Voraussetzungen für Gruppen gearbeitet haben, müssen Sie diese für die Präsentationsphase wieder deaktivieren.

 

Weitere Tutorials

Informationen zum teachSHARE-Kurs

Zur einfachen eigenen Umsetzung steht Ihnen eine Vorlage auf teachSHARE zur Verfügung, die sich mit wenigen Handgriffen für Ihre Bedürfnisse anpassen lässt.

  • Veröffentlichung
  • 26. Mai 2021
  • Letzte Änderung
  • 10. Juni 2021
  • Empfohlene Zitierweise
  • mebis-Redaktion (2021), Schülerinnen und Schüler als mebis-Autoren, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/60946> (10. Juni 2021).