Quellenangaben – Best Practice

In diesem Tutorial lesen Sie, wie Sie die Quellen für in Ihre Kurse eingebettete Materialien korrekt und vollständig angeben.

Wenn Sie Ihre Kurse in der Lernplattform gestalten, bietet es sich häufig an, Inhalte von fremden Anbietern einzubinden. Diese Werke unterliegen dem Urheber- und Nutzungsrecht. Welche Fremdinhalte Sie verwenden dürfen und welche Quellenangaben Sie machen müssen, ist hier zusammengefasst.

Bitte beachten Sie: Die urheberrechtliche Lizenzierung von z. B. Fotos schließt nicht ein, dass dem Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Personen genüge getan wurde. Greifen Sie im Zweifelsfall auf Bilder zurück, auf denen keine Gesichter von Menschen erkennbar sind.

Eigenes Material zur Verfügung stellen: Wenn Sie selbst erstelltes Material für Andere nutzbar machen wollen, können Sie es unter eine Creative Commons-Lizenz stellen. Wie das geht, erfahren Sie auf CreativeCommons.org. Mehr zu diesen Lizenzen finden Sie in den folgenden Abschnitten.

Gemeinfreiheit & Public Domain

Laut deutschem Urheberrechtsgesetz erlischt das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, ein Werk wird dann gemeinfrei. Geben Sie in diesem Fall statt einer gültigen Lizenz gemeinfrei nach UrhG §64 an und verlinken Sie den Text. Die Schutzfrist beträgt EU-weit 70 Jahre, ist aber international verschieden. (Beachten Sie bitte auch, dass eine Fotografie von einem gemeinfreien Werk durchaus dem Lichtbildschutz unterliegen kann.)

Ein Urheber in z. B. den USA kann zudem einen Totalverzicht auf sein Urheberrecht erklären, sein Werk wird damit zu "Public Domain" und kann ohne Einschränkungen verwendet oder verändert werden. Die zugehörige Lizenz wird als CC0 1.0 Universal - Public Domain Dedication, kurz CC0 1.0, bezeichnet. In Deutschland ist dieser Verzicht nach §29 UrhG nicht möglich, es können lediglich Nutzungsrechte für die Allgemeinheit eingeräumt werden (§31 UrhG), s. nächsten Abschnitt.

Creative Commons

Ein Urheber kann sein Werk unter eine Creative Commons-Lizenz (CC) stellen und so für die Allgemeinheit verfügbar machen.

Allerdings gibts es bei der Nutzung diverse Einschränkungen, die der Urheber festlegen kann:

BY - Attribution
Namensnennung des Urhebers
SA - Share Alike
Weitergabe unter derselben Lizenz
ND - No Derivatives
Keine Bearbeitung, nur vollständige und unveränderte Weitergabe
NC - Non Commercial
Keine kommerzielle Nutzung

Eine gültige Lizenz stellt eine Kombination aus diesen Attributen zusammen mit der Versionsnummer der Lizenz dar, z.B. CC BY-SA 3.0.

Das Länderkürzel DE zeigt, dass das Material unter die deutschsprachige Lizenz gestellt wurde.

Eine schöne Übersicht finden Sie in nebenstehender Graphik, nähere Informationen und die Lizenzlinks unter CC-Lizenzen. Ein schönes, englischsprachiges Video zu den Creative Commons finden Sie hier.

Eine allgemeine Richtlinie

Geben Sie - wann immer möglich - die folgenden vier Attribute an:

♣ Den Titel des eingebetteten Materials. Verlinken Sie ihn mit der Ursprungsquelle, d. h. der genauen Internetadresse, unter der Sie das Werk gefunden haben.
♠ Den Autor / Urheber des eingebetteten Materials.
♥ Die Quelle, bei der Sie das Werk gefunden haben.
♦ Die Lizenz, unter der das Werk veröffentlicht wurde. Verlinken Sie die Lizenzinformationen.

Ist für das Medium kein Titel angegeben, wird statt dessen die Quelle mit den entsprechenden Internetadresse verlinkt.

Für speziell bei Wikimedia Commons gefundene Bilder gibt es einen
Online-Lizenzhinweisgenerator.

Bei Quellen, die sich häufig ändern, wie etwa den Wikimedia Commons, kann es sinnvoll sein, auch das Zugriffsdatum mit anzugeben.

Darstellen der Lizenzen in der Lernplattform

Japanese Fairy Tales by Yei Theodora Ozaki, 1885, gemeinfrei nach §64 UrhG, gefunden auf Projekt Gutenberg
UrashimaTaro von Toto-tarou auf Wikimedia Commons lizenziert unter CC BY-SA 2.5, Stand 10.3.2016
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Das folgende Beispiel dient zur Illustration korrekter und vollständiger Quellenangaben:

Bild 1: Ein gemeinfreies Werk wurde kopiert und in die Aktivität Buch eingebunden, zudem die Einleitung mit einem unter einer CC-Lizenz stehenden Bild von Wikimedia Commons illustriert.

Bild 2: Da ein einfacher Text kein eingebettetes Medium darstellt, für das die Lizenzangaben automatisch ausgegeben werden können, wird die Beschreibung des Textfeldes genutzt, um die nötigen Angaben zu machen. Hier ist der Zusatz "gefunden auf Projekt Gutenberg" nicht unbedingt notwendig; er dient aber dazu, die Quelle auf einen Blick zu erfassen, ist also eine sinnvolle Ergänzung.

Bild 3: Titel des Werkes, Lizenz und hier auch der Fundort im Netz werden per Hand verlinkt. Lesen Sie dazu
Der Texteditor - Einfügen von Links.

Bild 4: Für das Bild als eingebettetes Medium wird die automatische Anzeige der Lizenzdaten benutzt. Dazu müssen der Filter "mebis Lizenzinformationen" in der Kursadministration auf "An" gesetzt und die Lizenzdaten für die eingebetteten Materialien über "Quellenangaben bearbeiten" vervollständigt sein. Lesen Sie dazu
teachSHARE - Quellenangaben bearbeiten.

Angabe bei "Public Domain"

Newspaper von OpenClipartVectors auf Pixabay lizenziert unter CC0 1.0
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Gerade bei Bildern gibt es einige Onlinequellen, deren Inhalte unter der Public Domain-Lizenz CC0 stehen. Ein prominentes Beispiel ist hier
Pixabay.

Obwohl hier bei der Nutzung keine Namensnennung und Lizenzangabe notwendig sind, ist eine vollständige Quellenangabe in mebis gefordert.

Das erleichtert zum Einen die Arbeit der Reviewer, die die in teachSHARE eingereichten Kurse stichprobenartig auf urheber- und nutzungsrechtliche Aspekte prüfen, zum anderen profitieren die Nutzerinnen und Nutzer der geteilten Kurse sowohl von den Urhebern der Bilder als auch den Portalen, die sie zur Verfügung stellen. Beide sollten daher genannt und so unterstützt werden werden. Zudem können die verwendeten Inhalte im Nachhinein, auch bei Ausdrucken ohne Umstände gefunden werden.

Wie oben erläutert, können die Angaben über "Quellenangaben bearbeiten" vervollständigt werden. Die beiden unteren Bilder verdeutlichen den Unterschied der Darstellung bei automatisierter (vorletztes Bild) und selbst erstellter (letztes Bild) Quellenangabe. Beide Angaben sind korrekt und vollständig. Bei der selbst erstellten ist zudem noch die Bildquelle direkt angegeben und der Name der Urheber verlinkt (in diesem Fall auf deren persönliche Unterseite auf Pixabay).

Angabe bei Veränderung des Originals

Ist die Veränderung der Bilder oder Medien zugelassen, d. h. sie stehen unter CC0 oder einer entsprechenden CC-Lizenz (kein ND), steht es Ihnen frei, sie anzupassen, zu verbessern oder auf ihnen aufzubauen. Diese Änderung muss dann zusätzlich zu den für das Original nötigen Angaben in die Quellenangaben aufgenommen werden. Es ist üblich bzw. bei CC Share Alike-Lizenzen notwendig, die veränderten Bilder ebenfalls unter die ursprüngliche Lizenz zu stellen.

Im unteren Screenshot sehen Sie ein weiteres Beispiel für gute Quellenangaben bei einem leicht veränderten Bild, wie es in den Best-Practice-Beispielen von Creative Commons gegeben ist.

Was darf ich (nicht) tun?

 

 

Vorsicht beim Verwenden CC-lizenzierter Materialien:

CC-Lizenzen mit dem Zusatz NC (nicht-kommerzielle Nutzung) gelten als problematisch. Je nach Organisationsform des Bildungsträgers können Schulen entweder als kommerziell oder als nicht-kommerziell einzustufen sein, siehe dazu Freies Wissen dank Creative-Commons-Lizenzen: Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung »nicht-kommerziell – NC« von Dr. Paul Klimpel, iRights.info, Text unter CC BY-SA 3.0 DE, insbesondere S. 17.

Lizenzangaben sind unmittelbar bei den Fremdinhalten zu platzieren; stören sie den Lesefluss oder Gesamteindruck des Werkes massiv, können sie an anderer Stelle erfolgen, z. B. am Ende eines Themas gesammelt unter Quellenangaben. Hier gilt: Interessierte Nutzerinnen und Nutzer müssen die Angaben einfach finden können.

Keinesfalls darf beim Verwenden des Bildes der Eindruck erweckt werden, der Urheber hätte die Verwendung explizit gutgeheißen. Mit dieser sogenannten No-Endorsement-Regel soll sichergestellt werden, dass Lizenzgeber nicht ungefragt für ihnen unbekannte Zwecke vereinnahmt werden können.

Neben den Urheberrechten sind Persönlichkeitsrechte zu beachten. So können z. B. Fotoaufnahmen trotz gültiger CC-Lizenz in die Rechte von Abgebildeten eingreifen (Recht am eigenen Bild). Das sollten sowohl Lizenzgeber als auch Nutzer CC-lizenzierter Bilder stets im Blick behalten.