Individuell fördern mit digitalen Medien

Schulen in Deutschland stehen vor der Herausforderung, die Heranwachsenden zu einem selbstbestimmten und kritischen, aber auch zu einem produktiven und kreativen Umgang mit digitalen Medien zu befähigen. Neben der Notwendigkeit des Erwerbs von Medienkompetenz als „unverzichtbare Schlüsselqualifikation“ im 21. Jahrhundert stellt sich die Frage nach dem pädagogischen Potenzial digitaler Medien für das schulische Lehren:

  • Wie können Schüler und Lehrkräfte von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren?
  • Was sind gute Beispiele für einen pädagogisch sinnvollen Umgang mit digitalen Medien in Schule und Unterricht?
  • Wie können digitale Medien für das Lernen, insbesondere für individuelle Förderung und Binnendifferenzierung, nutzbar gemacht werden?
  • Wie sieht Schul- und Unterrichtsentwicklung mit digitalen Medien aus?
  • Welche Unterstützungsangebote benötigen Lehrkräfte, um das Potenzial digitaler Medien für das Lernen zu nutzen?
  • Was sind die technischen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für digitale Medien in der Schule?

Die Publikation „Individuell fördern mit digitalen Medien“ leistet einen Beitrag zur Beantwortung dieser Fragen. Sie enthält drei Studien, die jeweils Teilaspekte der Medienintegration in den Blick nehmen, sowie Praxisbeispiele aus unterschiedlichen Schulformen, Schulstufen und Unterrichtsfächern.

Cover Individuell fördern mit digitalen Medien, Im Vordergrund asiatisches Mädchen vorm Laptop, vom Verlag Bertelsmann Stiftung

Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule

Die Studie von Heike Schaumburg stellt den aktuellen Forschungsstand zu Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule dar. Dabei werden zwei Ebenen in den Blick genommen: individuelle Wirkungen digitaler Medien auf Schülerebene und Einflüsse auf der Unterrichtsebene. Die Studie zeigt: Die Digitalisierung bietet Chancen für den Einzelnen wie für den Unterricht – sie birgt jedoch auch Risiken. Um die Chancen für das Lernen zu nutzen und den Risiken angemessen begegnen zu können, muss der Umgang mit digitalen Medien als gemeinsame, integrale Aufgabe der Unterrichts- und Schulentwicklung adressiert werden.

Die Studie von Richard Heinen und Michael Kerres beschäftigt sich mit der Frage, wie Schulen den Prozess der Medienintegration als Handlungsfeld der Schulentwicklung gestalten können: Es werden Überlegungen zur stufenweisen Integration digitaler Medien in Schule und Unterricht angestellt und ein Kriterienraster entwickelt, das Schulen Anhaltspunkte gibt, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um digitale Medien in Schulen systematisch einzuführen – mit dem Ziel individuelle Förderung zu unterstützen. Die Studie mündet in Handlungsempfehlungen für Schulleitungen und Steuergruppen.

Szenarien lernförderlicher IT-Infrastrukturen in Schulen

Die Studie von Andreas Breiter, Björn Eric Stolpmann und Anja Zeising fokussiert auf die technischen und organisatorischen Bedingungen zur wirtschaftlichen Bereitstellung und den Betrieb einer lernförderlichen und alltagstauglichen IT-Infrastruktur in Schulen. Im Sinne des Modells der „Medienintegration“ werden dabei alle Facetten berücksichtigt, die für eine nachhaltige Einbettung relevant sind. Die Handlungsdimensionen reichen deutlich über die Sphäre der Einzelschule hinaus: So sind neben dem Schulministerium, das den Rahmen für Medienbildung vorgibt, insbesondere auch die kommunalen Schulträger als Sachaufwandsträger zu berücksichtigen.