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Aktionstage Netzpolitik & Demokratie 2020

Digitalisierung, Internet und Netzpolitik sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gerade durch die Corona-Krise haben diese Themen noch mehr Bedeutung gewonnen, aber auch neue Fragen aufgeworfen. Debatten über die Macht von Algorithmen, Datenschutz, Netzneutralität, künstliche Intelligenz oder Fragen zum Urheberrecht in einer digitalen Welt sind nur einige Beispiele für das weite Themenfeld Netzpolitik.

Welche Konsequenzen haben die digitalen Entwicklungen für die Demokratie und wie kann diese Staatsform auch in digitalen Räumen bewahrt und beschützt werden? Mit diesen und weiteren Fragen setzen sich auch dieses Jahr wieder eine Vielzahl an Organisationen und zivilgesellschaftlichen Initiativen im Rahmen der bundesweiten Aktionstage Netzpolitik und Demokratie auseinander.

Eine Übersicht aller bayern- und bundesweiten Veranstaltungen findet sich auf der Webseite zu den Aktionstagen.

Angebote der Landeszentrale

Auftaktveranstaltung #neuland

#neu – Leben , Lernen , Denken mit der Digitalisierung

 

Veranstaltungstage: 10.11.

Veranstaltungsbeginn: 10.11., 19:00 Uhr – 20:30

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, Nemetschek Stiftung, Museum für Kommunikation Nürnberg

Format: Online-Diskussion & Auftaktveranstaltung der bundesweiten Aktionstage Netzpolitik & Demokratie

Als Individuen und als Gesellschaft stehen wir im Spannungsfeld der digitalen Transformation. Wie im Brennglas zeigt sich das in Corona-Zeiten, in denen die Digitalisierung in vielen Feldern plötzlich und ungeplant einen massiven Schub erfahren hat. Videokonferenzen boomen, Arbeit wird in bisher nicht gekanntem Maße mobil, sozialer Austausch verlagert sich in Chats, mit Datenspende-Apps und Corona-Tracing-Apps wird die Ausbreitung des Virus untersucht. Digitale Tools etablieren sich. Gleichzeitig entsteht im Internet auch Raum für Desinformation.

Wir diskutieren mit unseren Gästen Marina Weisband und Dirk von Gehlen über die Rolle des Digitalen in unserem Alltag und fragen, wie wir eine digitale Gesellschaft gestalten wollen.

Zielgruppe:

Interessierte Öffentlichkeit

Eine Anmeldung ist erforderlich unter: mkn.anmeldung@mspt.de

Meinungsfreiheit im Netz

Wer schützt wen?

Veranstaltungstage: 10.11
Veranstaltungsbeginn: 10.11., 17:00 Uhr – 18:00

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit & BayernLab

Format: online-Veranstaltung

Shitstorms, Hatespeech und Beleidigungen sind ein Phänomen aktueller Kommunikation im Netz. Dabei beziehen sich viele auf ihr Recht auf Meinungsfreiheit. Doch auch im Netz gibt es Regeln. Welche Rechte habe ich im Netz? Wer schützt mich und andere Akteure? Was ist erlaubt, was ist strafbar?

In der aktuellen Debatte im Netz kommt es oft zu heftigen Auseinandersetzungen. Shitstorms oder Hatespeech sind keine Seltenheit mehr. Viele Kritiker beziehen sich auf ihr Recht auf Meinungsfreiheit. Die Gegenseite versucht die Diskussion im Netz mit einer Netiquette und Verhaltensregeln zu ordnen. Meinungsfreiheit im Netz und Menschenwürde auf der anderen Seite. Was viele nicht wissen: unser Recht regelt bereits den Umgang miteinander, auch im Netz. Das sog. „Netz-DG“ sorgt seit 2017 für die Durchsetzung bestehenden Rechts im Internet. Oft kommt es hier zu Interessenskonflikten zwischen Plattformbetreibern, Usern und dem geltenden Recht.

Der Netzexperte und Jurist Chan Jo-Jun, der 2016 durch einen Prozess gegen facebook öffentlich bekannt wurde, erläutert hierzu grundlegende rechtliche Regelungen zum „Netz-DG“. Grundsätzlich geht es hierbei um die Frage, ob man Meinungsfreiheit oder der Menschenwürde mehr Gewicht zuspricht und wie wir uns als Bürgerinnen und Bürger im Netz verhalten wollen.

Wie politisch sind Games?

Veranstaltungstage: 13.11
Veranstaltungsbeginn: 13.11., 17:00 Uhr – 21:00, 

Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit & Hessische Landeszentrale für politische Bildung

Format: Online-Vortrag-/Paneldiskussion

Panel #1: Wie politisch sind Games? Politische und historische Dimensionen von Videospielen / Christian Huberts (Dipl. Kulturwissenschaftler); Felix Zimmermann (Public Historian) Moderation: Patrick Lenz, Referent Politische Bildung online, Bay. Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Panel #2: Wie spiegeln sich gesellschaftliche und politische Diskurse in der Gaming-Community? / Dr. Benjamin Strobel (Medienpsychologe), Anna Wernicke (@kyloanne, ehem. Moderatorin GIGA Games), Valentina Birke (Projektmanagerin Indie Arena Booth), t.b.a Moderation: Helena Hirschler, Referentin Hessische Landeszentrale für politische Bildung

Dürfen und sollen Games politisch sein? Video- und Computerspiele boomen seit Corona extrem, waren aber auch schon davor stark im Trend. Als Kulturgut sind sie Teil der medialen Öffentlichkeit und tragen auch zur Meinungsbildung bei. Dabei greifen Games reale Konflikte in fiktiven Szenarien auf, thematisieren Geschichte, Kriege, Dystopien oder Utopien. Sie beinhalten Geschlechterklischees oder gesellschaftliche Stereotypen und stellen Spielerinnen und Spieler nicht selten vor ethische Fragen. Darüber hinaus können sie soziale, ökonomische oder politische Projektionsflächen sein, in denen alternative Gesellschaftsentwürfe und Interaktionen zwischen den Spielerinnen und Spielern erprobt werden können, in die sich viele Gamer bewusst hineinbegeben.

Große Entwicklerfirmen bestreiten oft die politischen Dimensionen ihrer Videospiele. Gründe genug also, die Frage zu stellen: Wie politisch sind Games? Neben dem Fokus auf die inhaltlichen Aspekte von Computerspielen, beschäftigen wir uns außerdem mit der Frage: wie spiegeln sich gesellschaftliche und politische Debatten in der Gaming-Community wider? Welche Effekte und Konsequenzen lassen sich in der Gaming-Szene beobachten? Darüber sprechen wir mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Journalismus und Gaming.

Tech Feminismus

Wie geschlechtsneutral ist Big Data?

Veranstaltungstage: 11.11
Veranstaltungsbeginn: 11.11., 19:30 Uhr – 21:00
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Format: Online-Diskussion

Frühere Netzpionier*innen nahmen an, digitale Technologien seien frei von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und ermöglichten es endlich, soziale Ungleichheiten zu überwinden. Diese Annahmen geraten zunehmend unter Druck – und darüber möchten wir mit Ihnen diskutieren!

Von der intelligenten Videokamera, die Frauen mit dunkleren Haaren für Männer hält, über die Rekrutierungssoftware, die männliche Bewerbungen bevorzugt, bis zu der Suchmaschinenplattform, die Frauen keine Stellen für Führungspositionen zeigt, wenn sie nach Jobs suchen – die Liste der Beispiele, in der Software zu genderbasierten Ungerechtigkeiten führt, ist lang.

Zugleich werden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Studien durchgeführt, um Diskriminierung mit Daten und Zahlen sichtbar zu machen. Das wirft einige grundlegende Fragen auf: Können wir Diskriminierung verdaten? Können komplexe Softwaresysteme Diskriminierungen korrigieren oder sind sie vielmehr ein Mittel, das zusätzliche Diskriminierungen auslöst und geschlechterbezogene Ungleichheit verstetigt?

Diesen Fragen werden wir mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Technologie, Wirtschaft und Zivilgesellschaft nachgehen.

Bitte melden Sie sich hier zur Veranstaltung an: https://eveeno.com/TECHFEMINISMUS

Drohnen & Autonome Waffensysteme

Wie verändern neue Technologien die Kriegsführung?

Veranstaltungstage: 11.11
Veranstaltungsbeginn: 11.11., 19:00 Uhr – 20:30
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

Format: Webtalk

Seit mehreren Jahren schwelt der Streit um den Einsatz bewaffneter Drohnen durch die Bundeswehr. Die einen sehen darin einen unabdingbaren Schritt für mehr Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten, für die Kritiker ist die Bewaffnung von Drohnen der erste Schritt zu einer völlig entmenschlichten Kriegsführung mittels Joystick.

Der Einsatz von Drohnen ist jedoch bei weitem nicht die einzige technische Neuerung. Während in Deutschland in den vergangenen Jahren über die Bewaffnung von Drohnen gestritten wurde, sind die technischen Möglichkeiten im militärischen Bereich enorm gewachsen und gehen deutlich über die derzeit politisch diskutieren Ansätze zur Bewaffnung von Drohnen hinaus.

Bereits heute sind neben ferngesteuerten Drohnen auch autonome Waffensysteme verfügbar, die auf der Basis von Künstlicher Intelligenz funktionieren. Im Webtalk möchten wir über die Bedeutung neuer Technologien für die Zukunft der Kriegsführung diskutieren. Wie verändert der technische Wandel die Art der Kriegsführung?

http://netzpolitische-bildung.de/veranstaltung/autonome-waffensysteme

Online-Lehrerfortbildung: KI in der Produktion

Wo bleibt der Mensch?

Veranstaltungstage: 11.11
Veranstaltungsbeginn: 11.11., 14:00 Uhr – 17:30,  München
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, acatech, Plattform Lernende Systeme

Format: Online-Lehrerfortbildung

Was ist KI und wo kann sie die Menschen im Alltag und Beruf unterstützen? Welche Ansätze zur politischen Gestaltung von KI werden derzeit diskutiert? Wie verändern sich Berufe in der Produktion durch Künstliche Intelligenz?

Die interdisziplinäre Lehrerfortbildung in Kooperation mit der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und der Plattform Lernende Systeme hat zum Ziel über Künstliche Intelligenz (KI) aufzuklären und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft zu diskutieren: Was ist KI und wo kann sie die Menschen im Alltag und Beruf unterstützen? Wie verändern sich Berufsbilder, z. B. in der Produktion?

Die Lehrerfortbildung findet als virtuelle Veranstaltung mittels Adobe Connect statt. Neben einem allgemeinen Überblick zu den wiederkehrenden politischen Fragen, die mit der Entwicklung von KI verbunden sind, stehen insbesondere die möglichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz in der Automobilindustrie im Zentrum der Fortbildung.

Die Fortbildung ist für Lehrkräfte der FOS/BOS, Gymnasien und Berufs- und Realschulen geeignet. Insbesondere begrüßen wir Anmeldungen von Berufsschullehrkräften.

Anmeldung über FIBS: http://fibs.alp.dillingen.de/suche/details.php?v_id=212333

Wertebildung in Zeiten von Digitalisierung

Veranstaltungstage: 10.11.
Veranstaltungsbeginn: 10.11., 14:00 Uhr – 17:00
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, JFF – Institut für Medienpädagogik

Format: Online-Lehrerfortbildung

Nicht erst seit Corona gehören Online-Medien ganz selbstverständlich zum Leben von Kindern und Jugendlichen dazu. Spätestens mit dem Übertritt in die weiterführende Schule wird das eigene Smartphone zum ständigen Begleiter. Die Corona-Krise hat den Stellenwert von Online-Kommunikation und Recherche im Netz in allen Lebensbereichen von Kindern erhöht. Die Konfrontation mit falschen, populistischen oder gar hetzerischen Inhalten gehört überdies zum Alltag der Pre-Teens.

Entsprechend verstärkt die aktuelle Situation Fragen wie: Wie gehen wir miteinander um? Was tun, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind? Was ist wahr, was ist Fake? Wie komme ich an verlässliche Informationen? Wie bilde ich mir eine Meinung? Nur wenn Jungen und Mädchen frühzeitig von Lehrkräften begleitet und unterstützt werden, können sie langfristig souverän im Netz agieren sowie ein reflektiertes und wertschätzendes Miteinander pflegen. Lehrkräfte benötigen wiederum das Rüstzeug, um diese Prozesse erfolgreich zu gestalten.

Genau hier setzt Perspektiven – Werte im Netz in der Krise an.

Zielgruppe: Lehrkräfte der 4. und 5. Jahrgangsstufen aus ganz Bayern sind eingeladen, an der zweiteiligen Online-Fortbildung teilzunehmen.

Inhalte: – Hintergrundinformationen Medienerziehung zu Wertebildung in Zeiten von Digitalisierung, inklusive den Themen Hass, Hetze und Falschinformationen im Netz – Methoden, um die Informationskompetenz und Diskursfähigkeit von Kindern zu fördern – Praktische Anregungen, um aktiv und kreativ mit Medien zu arbeiten (on- und offline) Die Anmeldung zur Lehrerfortbildung erfolgt über FIBS.

http://fibs.alp.dillingen.de/suche/details.php?v_id=209719

Lehrerfortbildung zum Thema Historisches Lernen mit virtuellen Zeitzeugnissen?

„Sprechende Hologramme?!“ – Interaktive 3D-Zeitzeugnisse als Weg für künftige Geschichtsvermittlung

Interaktive 3D-Zeitzeugnisse bieten neue Möglichkeiten historisches Lernen auch in Zukunft z.B. über die Zeit des Holocaust digital anzubieten. Neben der technischen Umsetzung und Machbarkeit stellen sich noch ganz andere Fragen der ethischen, emotionalen oder didaktischen Dimension dieser Zeugnisse.
Die Veranstaltung führt allgemein in das Phänomen virtueller Zeitzeugenschaft ein und gibt einen Überblick in ethische, technische und ästhetische Dimensionen aus fachwissenschaftlicher Perspektive.
Im Anschluss werden die von der EVZ geförderten Projekte, „Lernen mit digitalen Zeugnissen“ von der LMU München sowie die empirische Begleitstudie zu „Dimensions in Testimony“ der USC Shoah Foundation vorgestellt und online demonstriert werden.

Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für Lehrkräfte und Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich die didaktischen Anwendungsmöglichkeiten dieser interaktiven Zeitzeugnisse mit den Experten zu diskutieren.
Referenten:
Prof. Dr. Anja Ballis (Lehrstuhlinhaberin Didaktik des Deutschen LMU, Projektleitung Nähe und Distanz-„Holocaust Education revisited“ an der LMU München) & Prof. Dr. Markus Gloe (Lehreinheit Pol.Bildung und Didaktik der Sozialkunde an der LMU München)

http://fibs.alp.dillingen.de/suche/details.php?v_id=212673

Webtalk: Antisemitismus im Netz

Datum: 13.11.2020
Uhrzeit: 11:30-12:30 Uhr
Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
Veranstaltungsformat: Webtalk

Soziale Medien und Netzwerke wie YouTube und Instagram gehören für junge Menschen längst zum Alltag. Doch im virtuellen Raum treffen sie auch auf Hass, Hetze, Falschmeldungen und Verschwörungsmythen. Oft sind dabei antisemitische Stereotype und Erzählungen im Spiel. Alte Feindbilder, die schon Hitler und seine Nationalsozialisten verbreiteten, durchziehen das Internet.

Woran lässt sich Antisemitismus im Netz erkennen? Warum verbreitet er sich so rasant? Weshalb ist er so gefährlich? Und was können wir dagegen tun? Darüber sprechen wir mit:

  • Rocío Rocha Dietz (Technische Universität Berlin)
  • Jan Rathje (Amadeu Antonio Stiftung)

Moderation: Konrad Sziedat (Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit)

Ort: Virtueller Veranstaltungsraum der BLZ https://blz-bayern.adobeconnect.com/webtalk/
Teilnahme: kostenlos
Das Angebot richtet sich insbesondere an Schüler*innen der beruflichen Bildung (FOS/BOS). Melden Sie sich gerne mit Ihrer Klasse oder Ihrem Kurs an: konrad.sziedat@blz.bayern.de

  • Veröffentlichung
  • 3. November 2020
  • Letzte Änderung
  • 4. November 2020
  • Empfohlene Zitierweise
  • mebis-Redaktion (2020), Aktionstage Netzpolitik & Demokratie 2020, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/48970> (4. November 2020).