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Kommunale Medienzentren | Basisinformationen

Die Medienzentren sind wichtige Ansprechpartner für die Schulen, da sie lizenzrechtlich einwandfreie Medien für den Unterrichtseinsatz bereitstellen. Erfahren Sie mehr über die Arbeit und Handlungsfelder der kommunalen Medienzentrum und lernen Sie, wie sie die Medien im Unterricht einsetzen können.

  Was sind Medienzentren?

  Welche Aufgaben haben die Medienzentren?

  Wie gelange ich an Medien eines Medienzentrums?

  Neue Handlungsfelder der Medienzentren

  Die Vision “Medienzentren als digitale Kompetenzzentren“

Was sind Medienzentren?

Die Versorgung der Schulen mit Medien gehört zum Sachaufwand und obliegt den Landkreisen und kreisfreien Städten. Diese unterhalten entsprechende Medienzentren, die didaktische Medien und Geräte an Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen ihres Betreuungsbereiches verleihen. Sie leisten pädagogische Beratung für den Einsatz dieser Medien, geben praktische Hilfen zur Handhabung der dazugehörigen Geräte und stellen weiterführende Technik und Schulungsräume bereit. 

Die Medienzentren sind wichtige Ansprechpartner für die Schulen, da sie lizenzrechtlich einwandfreie Medien für den Unterrichtseinsatz bereitstellen und ein Ort sind, an dem Interessen und Wünsche aller Schularten zusammenlaufen. Ferner halten Medienzentren Kontakt zu den Behörden und sind im Idealfall durch die Verzahnung mit den Beraterinnen und Beratern digitale Bildung und dem Referentennetzwerk Bayern auch in die staatliche Struktur der Förderprogramme und der Lehrerfortbildung eingebunden. Informationstechnische, pädagogische und medienpädagogische Aufgaben laufen in den Medienzentren zu einem Strang zusammen.

Die Zielgruppe eines Medienzentrums ist jedoch nicht nur das Lehrpersonal der angegliederten Schulen, die Kindergärten und Kitas, Vereine und Verbände, es sucht auch die Zusammenarbeit mit anderen bildungs- und kulturnahen Einrichtungen wie z. B. der VHS, Kinderschutzbund, Jugendhäuser, Polizei, Bibliotheken, Jugendarbeit, Bayernlabs usw.  

Im Zuge des Voranschreitens der Digitalisierung können die Medienzentren zielgenau regional unterstützen. Sie sind Partner, wenn es um die  Verfügbarkeit von digitalem Content, Beratung und Serviceangeboten wie die Bereitstellung von Cloudspeicher, Videokonferenztools und Geräten (z. B. Kameras, Mikrofone, etc.) geht. V. a. das Streaming der Onlinemedien durch geförderten Breitbandausbau wird in Zukunft sicherlich noch stärker zunehmen. Dabei bieten sich dem Kunden keine unüberschaubare Masse an Medienangeboten an, sondern passgenaue Medien und Materialien für den Unterricht, die didaktisch so aufbereitet sind, dass sie sich für einen schülerzentrierten, kompetenzorientierten sowie handlungsorientierten Unterricht nach den Lehrplanvorgaben ohne Bedenken verwenden lassen.

Welche Aufgaben haben die Medienzentren?

Die Aufgaben der kommunalen Medienzentren sind im Art. 79 BayEUG festgelegt: „Die von den Landkreisen und kreisfreien Gemeinden errichteten und unterhaltenen Kreis- und Stadtbildstellen (kommunale Medienzentren) versorgen die Schulen und die Träger außerschulischer Bildungs- und Erziehungsarbeit mit Medien und erfüllen die damit zusammenhängenden pädagogischen Aufgaben.“ 

Die kompetente Mediensichtung und Medienbeschaffung, der Erwerb von geeigneten Lizenzen, der Aufbau, die Pflege und die Aktualisierung des Verleih- und Onlinebestandes, die Ausleihe von Bildungsmedien und die dazugehörige Beratung von Lehrkräften gehören zum ureigenen Aufgabenbereich der kommunalen Medienzentren. Dabei werden auch die Medienwünsche der Lehrerinnen und Lehrer bedacht.

Eine weitere zentrale Säule der Medienzentren ist der Verleih und das Testen von Geräten an und für Schulen. Dazu gehören Tablets und anderweitige mobile Geräte, Robotik, Video- und Tonausstattungen mit Zubehör. Die Medienzentren sehen es als eine wichtige Aufgabe, den aktuellen Bedarf der Schulen und Bildungseinrichtungen an Fortbildungen, Unterrichtsmedien und Technik/Hardware zu analysieren, um die Schulen und Lehrkräfte bestmöglich zu unterstützen und einen pädagogisch sinnvollen und gewinnbringenden Einsatz der neuen Technik zu gewährleisten.

Wie gelange ich an Medien eines Medienzentrums?

Die Online-Medien des Medienzentrums sind über jeweils eigene Kataloge recherchierbar und abrufbar. Über die Homepage des Medienzentrums werden die Kataloge entsprechend verlinkt. Zugangsdaten für Lehrkräfte können Sie entsprechend bei dem jeweiligen Medienzentrum beantragen oder wurden den zugeordneten Schulen zugewiesen und können vor Ort bei der Schulleitung angefragt werden. Über eine Suchmaske gelangen Sie an die Kontaktdaten des für Sie zuständigen Medienzentrums.

Darüber hinaus besteht bei 93 der 96 kreisfreien Städte und Landkreise eine Kooperationsvereinbarung, sodass die Inhalte auch über die mebis-Mediathek abgerufen werden können. Nach einer Recherche finden Sie die von Ihrem Medienzentrum gekauften Inhalte unter dem Reiter MZ-Medien. In diesem Zusammenhang gibt es auch die Möglichkeit, entsprechende Medien in anderen Teilangeboten wie z.B. der mebis-Tafel oder der mebis-Lernplattform zu verlinken.  

Neue Handlungsfelder der Medienzentren

Die Nutzung digitaler Medien in der Schule ist an große Erwartungen geknüpft. Der Einsatz von mobilen Geräten und internetbasierten Anwendungen ist keine Ausnahmeerscheinung mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Lehrkräfte greifen – ablesbar in den jährlich steigenden Abrufzahlen (auch über die mebis-Mediathek) – verstärkt in ihrem Unterricht auf ein umfangreiches Angebot lehrplanrelevanter, pädagogisch hochwertiger und interaktiv einsetzbarer Inhalte der kommunalen Medienzentren zurück. 
 
Somit sehen die Medienzentren sich als regionale Vermittler von Lernmaterialien (online und offline), wollen aber neue Themenbereiche erschließen:  

  • außerschulische Lernorte für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Pädagogisches Personal im Bereich der aktiven Medienarbeit (Videoerstellung, Podcasting, kreative Arbeit mit dem Tablet, etc.) 
  • Stützpunkte der heimatkundlichen Arbeit (Lernmaterial zur Region, Zusammenarbeit mit Museen und Heimatvereinen, etc.) 
  • Beratung, Unterstützung und Qualifizierung für Lehrkräfte, Schulträger, Schulleitungen und außerschulischen Bildungsinstitutionen im Bereich der IT-Ausstattung 
  • Kooperationspartner in der regionalen Jugend-, Eltern- und Familienarbeit bei der Vermittlung von Medienkompetenz 
  • Öffentliche Präsentation durch eine aktuelle Internetpräsenz mit Medienangebot, Newsletter und ansprechender Pressearbeit 
  • Möglichkeit zum Austausch und zur Klärung von Fragen rund um die Themen des Unterrichts m Rahmen einer (Online-) Sprechstunde für Lehrkräften. Individuelle Beratung in der Handhabe digitaler Endgeräte und Softwareanwendungen 
  • Bereitstellung von Infomaterial zu speziellen Themen in Verbindung mit der Digitalisierung wie z.B. im MINT-Bereich, Coding & Robotik, 3D-Scan und 3D-Druck, Video- und Audioproduktion, Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) 
  • Bereitstellung von Unterrichtskonzepten und Einsatzszenarien für die Integration von digitalen Medien im Unterricht 

Die Vision “Medienzentren als digitale Kompetenzzentren“

Medienzentren sind im Umbruch. Sie sind nach wie vor federführend bei der didaktischen Auswahl von Filmen und digitalen Medien für einen zeitgemäßen Unterricht, der physikalische Verleih geht zugunsten von Online-Distribution zunehmend zurück. Die Errungenschaften im Bereich der Digitalisierung erlauben eine zunehmende Umstellung der Verleihvorgänge hin zu einem rein onlinebasierten Verleih, das Streaming nimmt daher einen zentralen Stellenwert ein. Die physikalischen Medien werden sukzessive aus den Beständen der Medienzentren vollständig verschwinden. Dies schafft vor Ort die Freiheit, neue Raumkonzepte und Serviceleistungen zu entwickeln. Das Medienzentrum ist kein Lagerplatz mehr, es ist vielmehr ein Ort der Begegnung, der Fort- und der Weiterbildung, ein innovativer Impulsgeber in der Erprobung und Bewertungen neuer technischer Einflüsse und Entwicklungen.  

Durch das Einbinden verschiedener Partner (BdB, Referentennetzwerk, Fachberatung, externe Partner usw.) soll das Medienzentrum ein Kompetenzzentrum werden, das die genannten Akteure vernetzt. Synergieeffekte können somit zur Erreichung  der gemeinsamen Ziele genutzt werden.  So könnten staatliche Förderprogramme und Fortbildungsinitiativen im Schulterschluss mit den Aufgaben der Gemeinden, damit Schulen eine funktionierende Infrastruktur im technischen Sinne, gepaart mit einem darauf abgestimmten medienpädagogischen Fortbildungsprogramm erhalten.    

So kann das Medienzentrum mit Beratungs- und Besprechungsräume (Platzangebot durch Umstrukturierung und Wegfall von analogen Medien) Raum für Fortbildungsangebote und Raum für Medienproduktion stellen. An den Bildungseinrichtungen befindet sich aktuell und in der Tendenz steigend viele technische Geräte, deren Einsatz medienkompetent vermittelt werden darf, eine nachhaltige und medienkompetente Schulung ist von großer Wichtigkeit. 

  • Autor/in
  • AK Kooperation mit kommunalen Medienzentren (ISB)
  • Veröffentlichung
  • 13. September 2021
  • Letzte Änderung
  • 29. September 2021
  • Empfohlene Zitierweise
  • AK Kooperation mit kommunalen Medienzentren (ISB) (2021), Kommunale Medienzentren | Basisinformationen, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/66617> (29. September 2021).