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Häufige Fragen zu mebis

Die mebis-Angebote wurden in der Zeit des Distanzunterrichts so intensiv genutzt wie noch nie. Gleichzeitig wurde insbesondere die mebis Lernplattform immer wieder kritisiert. So wurde berechtigterweise moniert, dass das System nicht zu jeder Zeit zuverlässig zur Verfügung stand, dass zu wenig für den Ausbau getan würde oder dass die Lernplattform bzw. das dahinter liegende Moodle-System „veraltet“ oder zu „kompliziert“ sei.

Im Folgenden möchten wir auf typischen Fragen antworten, die uns in diesem Zusammenhang gestellt wurden.

„Müssen alle Schulen unbedingt mebis nutzen?“

mebis ist ein staatliches Angebot, das den Schulen u. a. mit der Lernplattform ein rechtssicheres Werkzeug mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten an die Hand gibt. Ob und in welchem Umfang eine Schule die Lernplattform nutzen möchte, ist und bleibt eine Entscheidung, die an der einzelnen Schule getroffen wird. Es besteht auch die Möglichkeit, nur bestimmte Teilangebote von mebis zu nutzen, wie etwa die mebis Mediathek mit mebis Tube.

„Wie wirksam sind die Verbesserungen an mebis?“

Unsere Erfahrungen mit Ressourcenerweiterungen und technischen Optimierungen zeigen, dass mebis auch unter hoher Last stabil läuft. Unstrittig ist, dass das System in der Anfangsphase der überraschenden Schulschließungen im März 2020 zeitweise überlastet war. Zu dieser Zeit mussten die Verbesserungen noch schrittweise implementiert werden. Die höchsten Ladezeiten waren zur Zeit der allgemeinen Schulschließungen im Frühjahr 2020 meist Montag- und Dienstagvormittag zu verzeichnen. Seit Mai 2020 bis Ende des Jahres 2020 stand die Lernplattform unterbrechungsfrei zur Verfügung – abgesehen von kurzen, vorab angekündigten Wartungsfenstern.

Durch den zeitgleichen Zugriff einer hohen Zahl von Nutzerinnen und Nutzer zu Unterrichtsbeginn um 8 Uhr morgens kam es kurz vor den Weihnachtsferien im Dezember 2020 leider erneut zu längeren Ladezeiten oder Ausfällen. Nach 10 Uhr vormittags traten diese Probleme nicht mehr auf. Um den zeitgleichen Login für mehrere Hundert User pro Sekunde dennoch zu ermöglichen, wurden in den Weihnachtsferien noch einmal Ressourcenerweiterungen und technischen Optimierungen vorgenommen, mit dem Ergebnis, dass die Lernplattform seit Januar 2021 den Schulen jeden Tag störungsfrei zur Verfügung steht.

„Warum ist mebis Lernplattform so kompliziert?“

Komplexes System

Die mebis Lernplattform ist ein komplexes System, das viele Einstellungsmöglichkeiten bietet. Um diese abzubilden, ist auch eine komplexere Benutzeroberfläche für die Lehrkräfte notwendig. Weiterhin führt eine Stärke des Moodle-Systems – seine Modularität, durch die es möglich ist, eine Vielzahl an unterschiedlichen Aktivitätstypen zur Verfügung zu stellen und Einsatzszenarien abzudecken – zu einer manchmal umständlicheren Bedienung.

Open Source

Die Entscheidung für ein Open-Source-Produkt bringt Vor- und Nachteile mit sich. Ein Nachteil ist sicherlich, dass es aufgrund der Vielzahl an internationalen Entwicklern ein nicht immer konsequent eingehaltenes Bedienkonzept gibt. Bei der Entwicklung kommerzieller Produkte innerhalb eines Unternehmens kann hier stärker gesteuert werden. Der Vorteil ist hingegen, dass Open-Source-Systeme einfacher angepasst werden können als Produkte „von der Stange“. Zudem stehen solche Systeme langfristig zur Verfügung, Lehrkräfte können ihre erstellten Kurse somit beibehalten. Ihre investierte Arbeit und Zeit geht nicht verloren, wie das bei einem Systemwechsel nach einer europaweiten Neuausschreibung unter Umständen der Fall wäre.

Unterstützungsangebote

Uns ist bewusst, dass die Komplexität für mebis-Unerfahrene zunächst abschreckend wirken kann. Deshalb wird ein breites Angebot unterschiedlicher Unterstützungsformate angeboten, etwa in Form von regionalen Lehrerfortbildungen, als bayernweite Präsenzveranstaltungen an der ALP Dillingen, über Online-Seminare oder Online-Selbstlernkurse. Schulinterne Lehrerfortbildungen ergänzen an vielen Schulen das Angebot. Vor Ort dienen die mebis-Koordinatorinnen und -Koordinatoren als direkte Ansprechpersonen. Bei Fragen stehen Ihnen zudem das Support-Angebot auf mebis mit Anleitungen und didaktischen Hinweisen unter support.mebis.bayern.de sowie der persönliche Support per E-Mail oder Telefon zur Verfügung.

Erste Hilfe für Einsteiger

Für diejenigen Lehrkräfte, die nur eine ausgewählte Zahl an Aktivitäten nutzen und keine komplexen Einstellungen vornehmen möchten, ist der Einstieg in mebis über Beiträge im mebis Infoportal Schritt für Schritt erklärt. Zugleich wurde die Benutzerfreundlichkeit durch das Update in den Sommerferien verbessert. Dazu wurden User-Tests durchgeführt und gezielt bei der Weiterentwicklung berücksichtigt. Über „User-Tours“ lernen die Nutzerinnen und Nutzer alle wesentlichen Bereiche und Buttons kennen.

„Warum setzt Bayern auf Moodle?“

Die Entwicklung des Lernmanagementsystems (LMS) Moodle begann vor etwa zwei Jahrzehnten in Australien als Open-Source-Software. Ursprünglich für das Fernstudium gedacht, wird Moodle heute auch in Blended-Learning-Szenarien an Schulen und Universitäten auf der ganzen Welt eingesetzt. In Bayern kommt Moodle neben mebis etwa auch an bayerischen Hochschulen zum Einsatz. Der Quelltext von Moodle ist offen zugänglich und kann von jedermann genutzt und verändert werden. Die Anwendung wird von einem professionellem Kernteam und einer stetig wachsenden weltweiten Community aktiv weiterentwickelt, wovon auch die mebis Lernplattform profitiert.

Vorteile von Moodle sind etwa die Möglichkeit der Steuerung von Sichtbarkeiten und Rechten über verschiedene Rollen und Kursbereiche, die Verwaltung der Nutzerdaten durch die Schulen selbst, eine Vielzahl an Werkzeugen und Einstellungsoptionen und zugleich die Möglichkeit, externe Tools einzubinden. Zudem können von den Lernenden bearbeitete Aufgaben automatisiert ausgewertet werden und es bestehen vielfältige Feedbackmöglichkeiten – automatisiert, direkt durch die Lehrkraft oder durch die Mitschülerinnen und Mitschüler. Durch das zentrale Angebot für alle bayerischen Schulen wird ein Standard ermöglicht, durch den Lehrkräfte sich nicht an jeder Schule in ein neues System einarbeiten müssen und durch das sie schulübergreifend zusammenarbeiten oder über die Kurs-Tauschbörse teachSHARE ihre Kurse miteinander teilen können.

„Warum sind alle Schulen in einer Moodle-Instanz?“

Moodle kommt in vielen Bundesländern zum Einsatz. In einigen Bundesländern wird den Schulen eine jeweils eigene Moodle-Instanz zur Verfügung gestellt, in anderen werden mehrere Schulen zu Instanzen zusammengefasst. In Bayern gab es von Beginn an eine Instanz, die alle Schulen gemeinsam nutzen. Das führt zu Hochlastzeiten zu einer sehr starken Auslastung der Datenbank, was zu längeren Ladezeiten oder – im ungünstigsten Fall – zu Ausfällen führen kann.

Als die mebis Lernplattform eingerichtet wurde, stand auch eine Lösung mit mehreren Instanzen zur Debatte. Damals konnte man nicht ahnen, dass die Lernplattform später einmal von einer derart hohen Nutzerzahl zur selben Zeit genutzt werden würde. Denn die Lernplattform war unterrichtsergänzend im Sinne des Blended Learning konzipiert, d. h. für einen asynchronen Einsatz. Der Vorteil einer gemeinsamen Instanz lag und liegt indessen auf der Hand: mebis wird zentral administriert und gepflegt, die Schulen können sich dadurch allein auf die Inhalte konzentrieren und müssen lediglich User anlegen. Außerdem können Lehrkräfte ihre Kurse bayernweit und auch schulartübergreifend untereinander austauschen – sowohl von Lehrkraft zu Lehrkraft als auch institutionalisiert über teachSHARE. Auch ein Wechsel einer Lehrkraft zu einer anderen Schule stellt bei dieser Lösung kein Problem dar. Nichtsdestotrotz gibt es auch bei mebis Überlegungen, ob eine Aufteilung in mehrere Instanzen möglich wäre, ohne auf die genannten Vorteile zu verzichten.

„Wie sicher ist mebis?“

mebis ist das rechtssichere Angebot für den Unterricht an bayerischen Schulen. Das mebis-Team und seine IT-Dienstleister arbeiten stetig daran, dass die Systeme jederzeit vor potentiellen Zugriffs- oder Manipulationsversuchen durch Unberechtigte geschützt sind. Dazu sind immer wieder Anpassungen nötig. Mit der Neueinführung von Teilsystemen oder wesentlichen Änderungen daran werden von unabhängigen Dienstleistern Penetrationstests durchgeführt und gemeldete Schwachstellen behoben.

Zu Beginn der allgemeinen Schulschließungen im März 2020 wurde dem IT-Dienstleistungszentrum Bayern, dem Hoster von mebis, durch seinen Netzbetreiber Vodafone ein DDoS-Angriff auf mebis gemeldet, weshalb sowohl vom Rechenzentrum selbst als auch vom mebis-Team Maßnahmen ergriffen wurden, um die Anwendungen wieder erreichbar zu machen. Bei einem DDoS-Angriff werden automatisiert eine extrem große Zahl an Anfragen an einen Server gestellt, mit dem Ziel, diesen zu überlasten und für echte User unbenutzbar zu machen. Auch wenn in mehreren Presseberichten davon die Rede war, dass mebis „gehackt“ worden sei, traf dies nicht zu. Ein Zugriff von Unbefugten auf die Systeme von mebis fand nicht statt.

„Reicht eine Lernplattform allein für eine Schule aus?“

Die Angebote von mebis, insbesondere die mebis Lernplattform, sind pädagogische Angebote für die bayerischen Schulen. Die Entscheidung, inwiefern sie durch weitere Werkzeuge, etwa ein Videokonferenztool auf der Softwarebasis von Visavid ergänzt werden oder ob eine Kommunikationsplattform mit Cloudanbindung als Ergänzung gewählt wird, obliegt der Entscheidung der einzelnen Schule. Grundlegend hierfür ist die Art der Nutzung, d. h. das didaktische Einsatzszenario.

Im öffentlichen Diskurs werden Kommunikations- und Lernplattformen gelegentlich als Alternativen dargestellt, zwischen denen sich eine Schule entscheiden müsste. Beide Systeme haben jedoch deutliche Stärken, die vom jeweils anderen System nicht oder nur unzureichend abgebildet werden können. So besteht über Kommunikationsplattformen etwa die Möglichkeit, Videokonferenzen durchzuführen und synchron – also in Echtzeit – gemeinsam an Dokumenten zu arbeiten. Lernplattformen, wie die von mebis, bieten hingegen die Möglichkeit, ganze Kursräume zu gestalten, diese mit einem breiten Repertoire an internen und externen Lernaktivitäten und Materialien zu füllen und durch eine Vielzahl an Einstellungen zu ergänzen (z. B. bedingte Verfügbarkeit, strukturiertes Peer-Feedback, Selbstlernprozesse u. v. m.). Beide Systeme können auch Teile des anderen Systems mit abbilden, dessen volle Funktionalität jedoch nicht ersetzen.

Symbolbild mebis FAQ

Links

 

Diagramm

Venn-Diagramm LMS und Kommunikationsplattform
Abbildung zu Frage 1
 

Begriff

  • Moodle-Instanz: Ein Moodle-System einer Institution wird als Instanz bezeichnet. Der Betrieb einer Moodle-Instanz erfordert hohen technischen Sachverstand und ist aufwändig in Wartung und Pflege. Dazu gehört etwa das Einspielen von Updates, die Auswahl und Implementierung von Plugins und - im Schulbereich besonders wichtig - die Berücksichtigung der Vorgaben des Datenschutzes.
  • Veröffentlichung
  • 8. Juni 2021
  • Letzte Änderung
  • 8. Juli 2021
  • Empfohlene Zitierweise
  • mebis-Redaktion (2021), Häufige Fragen zu mebis, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/62581> (8. Juli 2021).
  • Lizenzangaben
  • Beitragsbild: © istock.com / vectorplusb