Individuelle Förderung

“Individuell fördern heißt, den einzelnen Schüler entsprechend seinen Begabungen und Möglichkeiten optimal zu unterstützen. Im engeren Sinne gehören hierzu alle pädagogischen, didaktischen und methodischen Überlegungen und Maßnahmen, diesem Ziel auch innerhalb des Unterrichts im heterogenen Klassenverband so weit wie möglich Rechnung zu tragen. Individualisierung und Differenzierung leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.

Individuelle Förderung im Unterrichtsalltag

Im Unterrichtsalltag dominieren in der Regel fachliche bzw. inhaltliche Aspekte, die im gegebenen Zeitrahmen vermittelt und überprüft werden sollen. Je nach Schulart und Klassenstärke bleibt dabei für die Auseinandersetzung mit dem einzelnen Schüler oft nicht genug Raum. Lehrkräfte fühlen sich deshalb in Anbetracht der Forderung, auf die individuellen Stärken und Schwächen ihrer Schüler einzugehen, nicht selten überfordert. Insbesondere beim an den weiterführenden Schulen anzutreffenden Fachlehrerprinzip , das meist zu einem stündlichen Wechsel der Klasse und zu einer vergleichsweise großen Schülerzahl führt, die die einzelne Lehrkraft zu betreuen hat, stellt sich häufig die Frage:

Wie kann ich im Unterrichtsalltag den berechtigten Ansprüchen an die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler gerecht werden?”

©istock.com/BrianAJackson

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Digitale Medien als Unterstützungswerkzeug

Medien haben ein großes Potential, Lehrkräfte bei der Bewältigung der oben angedeuteten Herausforderungen zu unterstützen. Beispielhaft soll im Folgenden skizziert werden, welchen Beitrag Lernplattformen in diesem Rahmen leisten können:

  • Lernplattformen ermöglichen es den Lehrkräften, ihren Klassen in einem passwortgeschützten Raum Übungen und Materialien mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und für unterschiedliche Lerntypen zur Verfügung zu stellen. Diese Übungen und Materialien stehen den Schülerinnen und Schülern dann orts- und zeitunabhängig jederzeit zur Verfügung und können im individuell passenden Arbeitstempo bearbeitet werden.
  • Die Übungen können zudem so konzipiert werden, dass die Schülerinnen und Schüler direktes Feedback zu ihren Lösungsversuchen erhalten.
  • Darüber hinaus bieten einige Lernplattformen auch die Möglichkeit, individuelle Lernpfade zu erstellen, sodass die Schülerinnen und Schüler abhängig von der Erfolgsquote bei der Bewältigung der vorhergehenden Übung zu verschiedenen weiteren Übungen geleitet werden.
  • Lernplattformen bieten vor allem auch die Möglichkeit, die Lehrkräfte bei der Diagnose zu unterstützen, indem sie zum Beispiel Antwortversuche der Schülerinnen und Schüler dokumentieren. Lehrkräfte können so
    erkennen, wo ggf. Förderbedarf besteht und entsprechende Unterstüzung anbieten.
©istock.com/IPGGutenbergUKLtd

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Lernreich 2.0 - Üben und Feedback mit digitalen Medien

Wie man digitale Medien – insbesondere eine Lernplattform – zur individuellen Förderung in der Praxis einsetzen kann, soll der Schulversuch „lernreich 2.0 – Üben und Feedback mit digitalen Medien“ zeigen, der ab dem Schuljahr 2013/1014 beginnt. Dieser “… hebt darauf ab, durch eine sinnvolle pädagogisch-didaktische Integration digitaler Medien in den Fachunterricht Schülerinnen und Schüler stärker individuell zu fördern und zum selbstgesteuerten personalisierten Lernen zu befähigen. Dabei gilt es, einer Vereinzelung der Schüler beim Lernen mit digitalen Medien entgegenzuwirken. Die Kompetenz der Lehrkräfte bei der Einbeziehung digitaler Medien in den Fachunterricht soll erweitert werden, insbesondere durch die Arbeit an Aufgabenpools sowie im Bereich der Lernberatung durch die zu erprobenden Rückmeldeverfahren.”

Anmerkungen