Was ist Creative Writing?

Creative Writing ist eine Methode, die davon ausgeht, dass jeder schreiben kann. Die Kunst zu schreiben kann man zwar nicht lehren, aber das Schreiben lernt man durch das Schreiben selbst und somit ist es jedem zugänglich. Es geht dabei um das freie kreative Schreiben, das wenig Regeln kennt und viele Regeln bricht. Dabei wird die Fantasie angeregt und die Vorstellungskraft aktiviert. In einem weiteren Schritt ist es wichtig den Assoziationsfluss zu strukturieren und ihm Ausdruck zu verleihen. Es gibt handwerkliche Fähigkeiten, die für das kreative Schreiben erlernbar sind und die systematisch angewandt werden können.

Eine Begleitung bei ersten Schritten des Creative Writing ist ratsam, weil es beim kreativen Schreibprozess zu extremen emotionalen Erfahrungen kommen kann. Außerdem ist eine Auseinandersetzung mit dem selbst Erschaffenen und ein konstruktiver Austausch mit anderen kreativen Schreibern hilfreich, um das eigene Potenzial zu erkennen und seinen Stil zu optimieren.

Darüber hinaus fördert Creative Writing die Beschäftigung mit sich selbst, hilft die Kommunikationsfähigkeit, die Ausdrucksmöglichkeiten und die Denkvorgänge zu verbessern. Es dient der Selbstreflexion und kann Schritte zur Selbsterkenntnis ermöglichen. Viele nutzen das Schreiben auch zum Aufarbeiten des Erlebten und einer intensiven Auseinandersetzung mit Themen und Eindrücken, die sie stark beschäftigen.

Bedeutung von Creative Writing

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Den deutschsprachigen Raum beherrscht immer noch der Gedanke, dass Schriftsteller Originalgenies sind, deren Fähigkeiten ihnen von überirdischen Kräften gegeben wurden und deren Genialität unantastbar scheint. Doch die Erkenntnis des englischsprachigen Raums und der englischsprachigen Literatur, dass Schreiben ein erlernbares Handwerk ist, setzt sich auch in Deutschland langsam durch. Die Nachfrage nach Schreibseminaren wächst und vermehrt gibt es Ratgeber für Hobbyautoren. Schon längst hat das Creative Writing Einzug an den Universitäten in Form von Zusatzkursen oder sogar eigenständigen Studiengängen gehalten (z.B. in Leipzig, Hildesheim oder München). Erfahrungsberichte von Teilnehmern der Schreibseminare zeigen, dass Creative Writing Ausgleich schafft, die Selbstentfaltung fördert und als aktive Selbstfindung betrachtet wird.

Creative Writing an Schulen

Kreativität

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Creative Writing an Schulen soll möglich machen, wofür im Unterricht aufgrund des dichten Lehrplans kaum Zeit bleibt. Im freien Raum jenseits von Notendruck und Leistungserwartung können Impulse für die kreative Entfaltung der eigenen Ausdrucksmöglichkeit geschaffen werden. Es ist eine Erweiterung des musischen Angebots an Schulen und trägt darüber hinaus einen wichtigen Teil zur kulturellen Erziehung von Schülern bei.

Wichtig dabei ist die Auseinandersetzung mit dem freien künstlerischen Schreiben, das nach Ausdrucksformen sucht und die Entfaltung der Persönlichkeit fördert. Jeder Schüler hat etwas zu erzählen und ihm müssen dafür die handwerklichen Techniken an die Hand gegeben sowie Blockaden abgebaut werden. Daneben können transmediale Projekte genutzt werden, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, sich zeitgemäß mit dem kreativen Prozess des Schreibens in Bezug zu anderen Medien auseinanderzusetzen.

Am Ende solcher Schreibkurse oder Schreibwerkstätten sollte eine öffentliche Präsentation des Entstandenen stehen. Damit werden die Schüler in ihrem Vorhaben gestärkt und erhalten eine Rückmeldung durch die Reaktion im Publikum.

Übungen zu Creative Writing

Creative_Writing

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Übungen zum Creative Writing sind so zahlreich und unterschiedlich wie die Schreiber, die sie anwenden. Sie reichen vom freien assoziativen Schreiben zu einem Wort, Bild, Musikstück oder Satz in einer vorgegeben Zeit bis hin zu komplexen Wortspielen und der systematischen Anwendung von Sprachtechniken. Bei den meisten Übungen kommt es weniger auf die vorbildliche Erfüllung der Aufgabe an, als auf das kreative Produzieren an sich. Oftmals geht dies über das Schreiben hinaus und setzt genaues Beobachten von Personen, Tätigkeiten und Orten voraus. Es geht darum, eine eigene Sichtweise auf die Welt in eine individuelle sprachliche Ausdrucksform zu gießen. So merken Teilnehmer von Schreibkursen, dass sie aus einem vollen Erfahrungsschatz schöpfen können, um daraus einen kreativen Text zu kreieren.

Zum Autor

Jonas Pflaumer (*1986 in Nürnberg) studierte zwei Semester Deutsch und Sozialkunde für das Lehramt an Gymnasien an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen. Seit 2010 studiert er Drehbuch und Creative Writing an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München.

Erste literarische Erfahrungen konnte er bei Schreibwettbewerben und als Leiter der Jungautorengruppe der Regensburger Schriftstellergruppe International (RSGI) sammeln. Im November 2013 hielt er als Workshopleiter mit großem Erfolg seinen ersten Schreibkurs („Schreib es auf!“) im Rahmen der Theaterträumereien an der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen ab.

Kontakt

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  • Stand
  • 18. Juni 2015