Reizwortgeschichten mit Wordle

Die automatisch erzeugten „Wortwolken” gewichten einzelne Wörter nach der Häufigkeit ihres Vorkommens im Originaltext: Häufigere Wörter werden größer dargestellt. Die resultierende Abbildung kann mit verschiedenen Schriftarten, Layouts und Farbschemata konfiguriert werden. Man kann sie drucken oder beliebig verwenden.

 

Fläche vieler Schlagworte in unterschiedlicher Größe und Ausrichtung

Wordle erzeugen

Die Vorgehensweise ist ganz einfach: Auf der nur englischsprachigen Seite findet sich ein Texteingabefeld, in das man entweder selbst einen Text eintippen, oder – bequemer – einen vorhandenen Text hinein kopieren kann. Durch Anklicken des Schalters „Go” wird in Sekundenschnelle das Wordle erzeugt und angezeigt.

Wordle bearbeiten

Oberhalb der Wortwolke wird ein neues Menü angezeigt, mit dem die Abbildung weiter verfeinert werden kann:

  • „Edit” macht den letzten Bearbeitungsschritt rückgängig.
  • „Language” lässt sogenannte Stoppwörter (Artikel, Konjunktionen usw.) verschwinden, man kann Zahlen ausblenden oder Groß-/Kleinschrift erzwingen.
  • „Font” bietet eine Auswahl verschiedener Schriftarten an, die verwendet werden sollen.
  • „Layout” lässt die äußere Form des Wordles in gewissem Umfang gestalten und stellt die Wörter mehr waagrecht oder mehr senkrecht dar.
  • „Color” stellt mehrere Farbpaletten zur Auswahl.

Unterhalb des fertigen Wordles sehen Sie vier Schalter:

  • „Open in Window” stellt die Abbildung in einem eigenen, kleineren Browserfenster dar.
  • „Print…” öffnet einen Dialog zum Ausdruck der Wortwolke.
  • „Randomize” variiert die Anordnung der Wörter nach dem Zufallsprinzip.
  • „Save to public gallery…” speichert das Wordle im Internet. Vorsicht: Auf diese Weise gespeicherte Abbildungen sind weltweit abrufbar und können nicht mehr gelöscht werden.

Link

Wordle sichern

Da die automatisch erzeugten Abbildung nicht auf der eigenen Festplatte gespeichert werden können, muss man sie mit einem Screenshot sichern oder drucken. Hier eine kurze Beschreibung der Vorgehensweisen:

a) Screenshot: Mit der Tastenkombination <Alt>+<Druck> wird der aktuelle Bildschirminhalt als Ganzes in die Zwischenablage kopiert. Diese kann man dann z. B. in ein Textverarbeitungsprogramm einfügen. Dabei müssen die Ränder der eingefügten Abbildung stark beschnitten werden, so dass nur noch das Wordle sichtbar bleibt. Man kann die Zwischenablage auch in ein Grafikprogramm einfügen (z. B. GIMP) und dort weiter bearbeiten. Es gibt auch spezielle Snapshotprogramme, mit denen ein Bildschirmausschnitt gewählt werden kann, der als Bilddatei gespeichert werden soll.

b) Drucken: Ein Klick auf den Schalter „Print…” öffnet den Drucken-Dialog. Dort kann man einstellen, dass das zu druckende Dokument nicht auf den Drucker ausgegeben, sondern als PDF-Datei auf die Festplatte „gedruckt” wird. Diese PDF-Datei kann dann mit passenden Programmen weiter verarbeitet werden.

Wordle aus der Fabel „Der Wolf und das Lamm” nach Äsop:

  • Die Abbildung ist eine zufällige Gestaltung. Durch Druck auf den Schalter „Randomize” (s. o.) können dieselben Wörter völlig anders gestaltet und angeordnet werden. Die zugrunde liegenden Texte wurden von den angegebenen Internet-Seiten kopiert.
  • Textquelle:

    Hekaya:
    Das Lamm und der Wolf

Unterrichtspraxis

Erzeugen Sie von einem Text Ihrer Wahl ein Wordle und stellen Sie es Ihren Schülerinnen und Schülern zur Verfügung (Arbeitsblatt, Overhead-Folie oder Abbildung am Computer). Geeignet sind überschaubare, kürzere Texte, z. B. Balladen oder Fabeln. Auch kurze Schüleraufsätze (Erlebnis-, Phantasieerzählung) kommen in Frage.

Im Unterrichtsgespräch kann man gemeinsam überlegen, welcher Zusammenhang zwischen den abgebildeten Wörtern bestehen könnte. Mögliche Fragestellungen könnten sein:

  • Was bedeuten bestimmte, ungewöhnliche Begriffe?
  • Kommen in dem Text Menschen, Tiere oder andere Handlungsträger vor?
  • Spielt der Inhalt in unserer Gegenwart oder eher in der Vergangenheit?
  • Könnte der ursprüngliche Text eher eine Erzählung oder ein Gedicht sein?
  • Welche Bilder verbinden wir mit den groß hervorgehobenen Begriffen des Wordles?
  • Gibt es schon erste Vorschläge, wie diese Begriffe in einen Handlungszusammenhang gestellt werden könnten?

Wordle aus dem Märchen „Sterntaler”

  • Die Abbildung ist eine zufällige Gestaltung. Durch Druck auf den Schalter „Randomize” (s. o.) können dieselben Wörter völlig anders gestaltet und angeordnet werden. Die zugrunde liegenden Texte wurden von den angegebenen Internet-Seiten kopiert.
  • Textquelle:

    Grimmstories:
    Die Sterntaler

Die Schüler erhalten die Aufgabe, aus den gezeigten Wörtern einen eigenen Text zu formulieren. Dabei sollen möglichst viele der angebotenen Wörter verwendet werden. Darüber hinaus dürfen selbstverständlich auch andere Wörter benutzt werden. Es kann auch sinnvoll sein, eine bestimmte Textart vorzugeben, die die Schüler anstreben sollen. Die Aufgabe, mit den vorgegebenen Wörtern wieder ein Gedicht zu schreiben, dürfte die meisten Schüler überfordern, aber eine Ballade kann man relativ leicht in eine Erzählung verwandeln. Auch Märchen, Fabel, Anekdote, Phantasieerzählung erscheinen geeignet. Eine Beschreibung als Zielvorgabe ist weniger zu empfehlen, weil sie zu statisch ist und keine Handlung enthält. Schließlich sollen die Schülerinnen und Schüler eine passende Überschrift für ihren Text formulieren.

Nach einer vorgegebenen Arbeitszeit oder, wenn die Texte als Hausaufgabe verfasst wurden, in der darauf folgenden Stunde, werden zunächst einige oder alle Schülerarbeiten vorgelesen und besprochen. Zum Schluss kann der Ausgangstext, aus dem das Wordle entstanden ist, behandelt werden. Das Original darf jedoch nicht als Korrektiv dienen, um die Schülerarbeiten als „richtig” oder „falsch” zu bewerten, denn die Texte der Schüler haben als Ausdruck ihrer Phantasie und Schreibfertigkeit ihren eigenen Wert.

Anmerkungen

Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Reizwortgeschichte liegt darin, dass die Schüler eine größere Zahl anspruchsvoller Begriffe vorfinden, die sie in ihren eigenen Text einbauen sollen. Dadurch wird ihr Wortschatz erweitert und die Formulierungen können anspruchsvoller werden.
  • Stand
  • 29. April 2015