Himmel und Erde – Google Earth im Religionsunterricht

Für den Geografie-Unterricht ist Google Earth ein Traum. Wie viel anschaulicher ist es doch, das Rheintal entlang zu fliegen, statt nur mit dem Zeigestock den Windungen des Flusses auf der rissigen Wandkarte zu folgen! Und die Geografie ist es auch, die dieses Programm für den andere Unterrichtsfächer z. B. den Religionsunterricht interessant macht: Die heiligen Stätten der Weltreligionen sind kostenlos und ohne Mühen zugänglich, Dome, Tempel und Moscheen liegen plastisch vor einem, Panoramabilder vermitteln ein Gefühl für Landschaften, Besiedlung und Vegetation, Info-Tafeln bieten Zusatzinformationen und verlinkte Fotos dienen der weiteren Veranschaulichung.

Der hier vorliegende Artikel verfolgt im Wesentlichen zwei Zielsetzungen: Er führt in das Programm Google Earth sowie seine Bedienung ein und bietet eine Reihe von konkreten Vorschlägen für den Einsatz von Google Earth im Religionsunterricht, die man leicht auch auf andere Unterrichtsfächer übertragen kann.

© 2015 Google, Image Landsat, Data ISO, NOAA, U.S. Navy, NGA, GEBCO

Dem Universum nähern

Mit der Wahl des entsprechenden Menüpunktes tut sich dem Betrachter auch der Himmel auf: Man kann vom Andromeda-Nebel zum Roten Riesen Beteigeuze fliegen und von Jupiter zu Pluto, oder man taucht gleich ganz ein in das vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommene Ultra Deep Field, um sich den Sternen am Rande des Universums zu nähern! Staunen über die Schönheit des Kosmos, erweitertes Raumgefühl und Erschrecken über die gigantischen Dimensionen des Alls können sich so zu einem sehr umfassenden Schöpfungsbegriff verbinden. Vielleicht dämmert erst unserer Zeit, was die kopernikanische Wende in Wirklichkeit bedeutet und welche Folgen sie hat.

Google Earth

Google Earth ist ein Programm, das kostenlos aus dem Internet bezogen werden kann. Es liegt momentan (August 2015) in der Version 7.1 vor. Updates können fortlaufend über den entsprechenden Menü-Punkt des Programms bezogen werden.

Die Installation ist in der Regel völlig unproblematisch. Zur Nutzung muss eine einigermaßen flotte Internetverbindung bestehen, da das Bild– und Kartenmaterial jeweils aus dem Internet nachgeladen wird. Die dabei aus dem Internet bezogenen Bilder werden bis zu einer Gesamtmenge von 2 Gigabyte in einem Festplatten-Cache abgelegt. Dadurch beschleunigt sich der Bildaufbau beim erneuten Aufsuchen eines Ortes deutlich. Sobald das Programm installiert ist und eine Verbindung mit dem Internet besteht, erscheint der Eröffnungsbildschirm:

US Dept of State Geographer © 2015 Google, © 2009 GeoBasis-DE/BKG, Image Landsat

Image Landsat, © 2015 Google, Data SIO, NOAA, U.S. Navy, NGA, GEBCO, US Dept of State Geographer, Bild vergrößern

 

In den Einstellungen unter dem Menüpunkt Tools/Optionen ist nur das Häkchen „Beim Zoomen automatisch neigen“ unter dem Reiter „Navigation“ zu entfernen. Ist es gesetzt, kippt Google Earth beim Zoomen in der Nähe der Erdoberfläche die Perspektive von der Vertikalen in eine Schrägansicht. Diese Schrägansicht ist nützlich, wenn man einen räumlichen Effekt wünscht, stört aber eher, wenn es um Orientierung und die Details der jeweiligen Ansichten geht.

Um sich mit Google Earth zurecht zu finden, muss man sowohl navigieren können, als auch das Layer– oder Ebenenprinzip verstanden haben. Eine Navigation ist sowohl mit der Tastatur wie mit der Maus möglich, leichter tut man sich jedoch mit der Maus. Mit ihrer Hilfe kann man die in der oberen rechten Ecke des Bildfensters befindlichen Regler bedienen. Hält man die linke Maustaste gedrückt, sind kontinuierliche Bewegungen und Richtungswechsel kein Problem.

Navigation

© 2009 GeoBasis-DE/BKG, ©2015 Google, Image © 2015 DigitalGlobe, Image © 2009 GeoBasis-DE/BKG, Bild vergrößern

Sichtwinkel / Himmelsrichtung verändern
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© 2009 GeoBasis-DE/BKG, ©2015 Google, Image Landsat, Bild vergrößern

Bildausschnitt parallel verschieben
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© 2009 GeoBasis-DE/BKG, ©2015 Google, Bild vergrößern

Entfernung zur Erdoberfläche verändern (Zoom)

Link

  • Google:
    Google Earth

    Suchen, Orte und Ebenen

    Auf der linken Seite der Ansicht sind drei Rubriken zu finden: Suchen, Orte und Ebenen.

    Im Suchfenster gibt man den gewünschten Zielort ein, worauf Google Earth das angegebene Ziel direkt anfliegt und in einer bestimmten Höhe über dem angewählten Ort stehen bleibt.

    Google Earth Screenshot Google Earth Screenshot

    Die Eingabe von "Rom, Petersplatz" ergibt dann den Vorschlag "Piazza San Pietro" und folgende Ansicht:

    © 2015 Google © 2015 Google

    Mit Hilfe des Symbols image314 aus der Symbolleiste kann man nun einen persönlichen Zielpunkt setzen, der in der Rubrik Orte unter "Meine Orte" erscheint, so dass man den Petersplatz beim nächsten Besuch direkt und ohne das Suchfenster aufsuchen kann. Dazu muss man nur die eigenen Favoriten unter "Speichern" dauerhaft sichern.

    Google Earth ScreenshotGoogle Earth Screenshot

    Die dritte Rubrik, Ebenen, dient dem Ein– und Ausblenden zusätzlicher Informationen, der so genannten Layer. Die Informationen werden jeweils als Folien über das Bildmaterial gelegt, so dass frei konfigurierbare Informationslandschaften entstehen. Eine Ebene erscheint dann, wenn sie mit einem Häkchen aktiviert ist.

    Google Earth Screenshot Google Earth Screenshot

    Wichtig ist zunächst einmal, Grenzen und Beschriftungen zu aktivieren. Zusätzlich lassen sich weiter unten die Straßennamen einblenden. Jeder eingeschaltete Layer wird auf der Karte sichtbar und durch Linien, Farben und Symbole kenntlich gemacht. Durch die Vielfalt der Informationen kann eine Ansicht deshalb schnell unübersichtlich werden. Man muss also genau überlegen, welche Layer man eigentlich benötigt. Im nächsten Abschnitt sind diejenigen Layer in der Sidebar erläutert, die für die Thematik "Google im Religionsunterricht" von besonderem Interesse sind.

Heilige Stätten der Weltreligionen

Ebenso wie bei Judentum und Christentum, ermöglicht Google Earth natürlich auch den Besuch der Heiligen Stätten anderer Religionen, von den frühen Kultstätten bis zu den Zentren der Hochreligionen. Ein paar Beispiele (Fotos, 3-D-Modelle, 360-Grad-Panoramen) mögen das illustrieren, ohne dass auf Details eingegangen wird. Es ist ohne weiteres ersichtlich, welche Chancen der Veranschaulichung und Vergegenwärtigung das Programm bei entsprechender Vorbereitung bietet.

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© 2015 Google, Image © 2015 DigitalGlobe

Mekka

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© 2015 AutoNavi, Image © 2015 Digitalglobe

Lhasa

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© 2015 Infoterra Ltd & Bluesky, © 2015 Google

Stonehenge

Ebenen/ Layer

  • image317Google Earth Screenshot

    Der Layer Panoramio blendet kleine blaue Quadrate ein. Klickt man sie an, erhält man eine Vielfalt von Fotos des gewählten Ortes.

  • image319Google Earth Screenshot

    Mit dem Layer 3D-Gebäude erhält man Zugriff auf dreidimensionale Modelle herausragender Gebäude, teilweise auch auf ganze Stadtlandschaften.

    image320© 2015 Google

    Weitere Funktionen

    1) Mit dem Menüpunkt Bearbeiten/Bild kopieren (Strg+Alt+C) lässt sich der jeweilige Bildausschnitt in die Zwischenablage übertragen. Von dort kann man das Bild in beliebigen Anwendungen weiter verwenden.

    2) Mit Hilfe des Menüpunktes Hinzufügen/Tour lassen sich die Bewegungen von einem Ort zum anderen abspeichern und nach Belieben wieder abspielen. Unten sind Aufnahme– und Abspielbalken abgebildet. Eine Tour kann gespeichert werden und wird in der Rubrik Orte abgelegt.

    3) Hat man eine Liste von Orten erstellt, so kann man diese auch in eine Datei mit der Endung .kmz (gepackt) oder (ungepackt) .kml exportieren (Datei/Speichern/Orte speichern unter .). Umgekehrt können von anderen Nutzern erstellte Ortslisten importiert werden. Man spart sich dadurch einige Arbeit.

Israel - Die Topologie der Heiligen Stadt

Eine nahe liegende Möglichkeit, Google Earth im Religionsunterricht einzusetzen, ist eine Tour zu den wichtigen Orten Jerusalems, sei es nun, dass man sich mit dem Christentum, dem Islam oder dem Judentum beschäftigt. Welche man aufsucht, wie lange man dort verweilt und wie detailliert man sie darstellt, hängt ganz alleine vom eigenen Unterrichtskonzept ab. Deshalb nur wenige Beispiele, wobei immer auch die unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten im Blick sind. Ziele könnten sein:

  • Die Altstadt Jerusalems: Zur Erkundung Jerusalems bietet sich eine vorab erstellte Tour an, die man zu Hause vorbereiten kann und dann wie einen Film abspielt und mit eigenen Kommentaren versieht. Das Steuerungstool gestattet es, während der Präsentation immer wieder zu stoppen oder auch vor und zurück zu gehen.
  • Der Garten Getsemani / Ölberg: Um den Ölberg und den Garten Getsemani befinden sich zahlreiche Panoramio-Bilder, die den Ort anschaulich machen.
  • Der Felsendom: Vom Felsendom existiert ein detailliertes 3D-Modell, das man von allen Seiten betrachten kann.
  • Die Klagemauer: Die Klagemauer ist ein aussagekräftiges Rundumpanorama zugeordnet, das eine Vorstellung von der Atmosphäre des Ortes gibt.
  • Die Grabeskirche: Wie auch mit vielen anderen Orten sind mit der Grabeskirche Youtube-Videos verlinkt. Eines davon zeigt die Kirche von außen, während man die Glocken läuten hört.
  • Das Mariengrab: Einer Tradition nach ist Maria in Jerusalem gestorben und begraben. Das Grab liegt am Fuß des Ölbergs und ist in Google Earth durch ein Innenpanorama erschlossen. Das virtuelle Jerusalem auf Google Earth bietet natürlich noch sehr viel mehr, aber die Beispiele mögen genügen. Wir reisen weiter.
image409© 2015 Google, © 2015 ORION-ME, US Dept of State Geographer, Image © 2015 DigitalGlobe, Gesamtansicht der Altstadt

image417© 2015 ORION-ME, Image © 2015 DigitalGlobeFelsendom

Unterwegs

Die Reisen des Paulus

Das Konzept einer virtuellen Reise lässt sich natürlich beliebig ausweiten, steht einem doch tatsächlich der gesamte Globus zur Verfügung. Eine Projektgruppe an der Goethe-Universität Frankfurt ist zum Beispiel den Spuren des Apostels Paulus gefolgt und hat die Ergebnisse im Internet publik gemacht.
Das Ergebnis sind ausgearbeitete Lernlandschaften mit einer Fülle von Informationen. Sie lassen sich in Google Earth aufrufen, wenn man die auf der Downloadseite zur Verfügung gestellten kmz-Dateien herunterlädt und öffnet.

Neben den vier Reisen des Paulus sind auch die Lebensstationen Jesu und seine Wanderungen durch Palästina dargestellt: Die Orte der Kindheitsgeschichten Jesu nach Matthäus und Lukas, die Orte des Wirkens Jesu am See von Galiläa nach den Evangelien, der lukanische Reisebericht 9,51-19,27, der johanneische Weg Jesu und die Nordreise Jesu nach Mk 7,24-8,10.

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© 2015 ORION-ME, © 2015 Google, © 2015 Basarsoft, US Dept of State Geographer, Zweite Reise des Apostels Paulus (www.bibleworld.uni-frankfurt.de)

Der Jakobsweg

Nicht erst seit Hape Kerkeling „eben mal weg“ war, ist das Pilgern wieder in Mode gekommen, wobei natürlich unterschiedliche Motive eine Rolle spielen. Der berühmteste der Pilgerwege ist sicher der Jakobsweg: El Camino de Santiago. Auch wenn man sich nicht selbst auf den Weg machen will und deshalb Google Earth zur Reisevorbereitung nutzt, bietet das Programm eine faszinierende Möglichkeit, die Stationen dieses Weges aufzusuchen.

Die Geschichte des Judentums und der Holocaust

Geschichte lässt sich auch von der Geografie her entwickeln. Ein Beispiel dafür ist das Schicksal der Juden in Europa. Mit Hilfe von Google Earth kann man jüdische Friedhöfe, die Konzentrationslager und Gedenkstätten des Holocaust aufsuchen, jeweils in Abhängigkeit von den Zielsetzungen des Unterrichts.

Worms: Friedhof Heiliger Sand

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© 2015 Google, © 2009 GeoBasis-DE/BKG

Der „Heilige Sand“ in Worms ist einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in Europa, angelegt um 1034. Der älteste dort erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1076 (Wikipedia). In Google Earth sind zahlreiche Panoramio-Fotos mit dem Satellitenbild verlinkt.

Der Holocaust

Unter dem Motto „Mapping the holocaust: Google Earth“ stellt das United States Holocaust Memorial Museum zwei Google-Earth-Dateien zur Verfügung, camps.kml und encyclopedia.kml.

Die Datei camps.kml aktiviert eine animierte Zeitleiste und Verlinkungen mit den wichtigsten Lagern. Startet man die Zeitleiste, überzieht sich Europa, beginnend in Dachau, mit den Namen der Lager. Jeder der Orte ist mit einer (englischen) Info-Tafel verbunden und lässt sich in Google Earth direkt anfliegen.

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© 2015 Google

Die Datei encyclopedia.kml erweitert den Info-Layer in Google Earth um zahlreiche Orte, die im Zusammenhang mit der Vernichtungspolitik der Nazis von Bedeutung sind: Von Amsterdam über Babi Yar und Minsk bis Wöbbelin. Die Orte sind ebenfalls mit Info-Tafeln und ausführlichen (englischen) Darstellungen im Internet verlinkt.

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© 2009 GeoBasis-DE/BKG, © 2015 Google, US Dept of State Geographer, Image Landsat

Links

  • United States Holocaus Memorial Museum
    Mapping the Holocaust: Google Earth
  • Weitere systematisch geordnete deutschsprachige Informationen zu den Schreckensorten der Naziherrschaft liefern u. a. die von der Stiftung "Topographie des Terrors" verantwortete Seite:

    www.memorial-museums.net

    und die Seite des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt:

    www.fritz-bauer-institut.de

    Dort findet sich auch ein sehr reichhaltiges Linkverzeichnis zu zahlreichen anderen Informationsquellen:

    www.fritz-bauer-institut.de/links/holocaust.htm

    Verlinkt sind unter anderem Archive, Dokumentationszentren, Gedenkstätten, Museen und pädagogische Einrichtungen.

    Gedenkstätten des Holokaust

    Gedenkstätten haben ihre eigene Problematik, wie die Diskussion um das Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas gezeigt hat. Das dann realisierte Mahnmal von Peter Eisenman unweit des Brandenburger Tors ist in Google Earth sehr detailgenau und mit zahlreichen Info-Layern zugänglich. Das Programm kann also nicht nur dazu verwendet werden, einen ersten visuellen Eindruck zu geben oder einen Besuch vor Ort vorzubereiten, sondern auch, um Eisenmans Konzept und die Aussagekraft des Mahnmals zu diskutieren. Ausführliche Informationen zum Denkmal sind auf der Seite der Stiftung zusammengestellt:

    www.holocaust-mahnmal.de

Streifzug durch den Kosmos

Die im rechten Bild eingenommene Perspektive auf die Erde ist erst mit den Raumflügen in den 70er-Jahren des letzten Jahrtausends zu einer realistischen und für alle Menschen zugänglichen Sicht unserer Lage im Universum geworden. Dieses erste Bild, das die Erde so zeigt, wurde am 7. Dezember 1972 um 10.39 UTC von Apollo 17 aufgenommen. Es trägt den Titel „Blue Marble“. Wie keine andere Darstellung symbolisiert „Blue Marble“ die schließlich sinnlich erfahrbar gewordene kopernikanische Wende. Die Erde ist ein nur kleiner Planet, der sich um die Sonne dreht und in den Weiten des Alls verloren zu gehen droht.

In den neueren Versionen von Google Earth wurde der Funktionsumfang des Programms deutlich erweitert. Man kann nun nicht nur in den Tiefen der Ozeane nach Schiffswracks tauchen (was für den Religionunterricht allerdings nicht besonders relevant ist), sondern in vergleichbarer Weise wie die Erde auch den Mond und den Mars erforschen. Der Zugang dazu erfolgt unter dem Menüpunkt Ansicht/Erkunden. Doch noch weit interessanter als die Erforschung von Mond und Mars ist die unter Himmel zugängliche Darstellung des gesamten Universums. Hat schon „Blue Marble“ philosophisch-theologische Implikationen, so bekommt die Rede von der Schöpfung der Welt und des Universums durch Gott noch einmal einen ganz anderen Akzent, wenn man beginnt, die unvorstellbaren Weiten des Universums virtuell zu durchstreifen.

Die Funktion „Himmel“ öffnet zunächst eine schematische Darstellung der klassischen Sternbilder und ihrer Namen. Mit Hilfe des Navigationstools kann man nun das Himmelsgewölbe genauso wie die Erde drehen und hin und her bewegen, beispielsweise um das bei uns nicht sichtbare Kreuz des Südens in das Zentrum des Firmaments zu rücken. Man findet es, wie andere Sternbilder, mit Hilfe der Suchfunktion. Wie bei der Darstellung der Erde können auch über den Himmel verschiedene Informationslayer gelegt werden, die unterschiedliche Zugriffe auf die Sterne erlauben. Während vieles davon vor allem für Amateurastronomen von Interesse sein dürfte, sind für den Religionsunterricht vor allem die räumlichen und ästhetischen Dimensionen des Programms von didaktischer Bedeutung. Allein das Hineinzoomen etwa in die Milchstraße kann Staunen hervorrufen. Nachfolgend das Einstiegsbild, wenn man „Milchstraße“ eingibt und danach ein Screenshot eines Zooms in ihre Tiefe.
Noch faszinierender wird die Reise, wenn man konkrete Himmelsobjekte anfliegt, bei denen die Aufnahmen von Sternwarten oder des Weltraumteleskops Hubble hinterlegt sind. Einen ersten Eindruck von der ästhetischen Faszination der Bilder ergibt die Suche nach „UDF“. UDF steht für „Ultra Deep Field“ und stellt einen Ausschnitt des Himmels dar, der über längere Zeit belichtet wurde. Die Aufnahme zeigt Sterne, die sich noch nicht sehr weit vom Urknall entfernt haben, nämlich etwa 800 Millionen Lichtjahre. Um uns zu erreichen, benötigte das Licht dieser Sterne 13 Milliarden Jahre. Viele der Lichtpunkte sind selbst wieder Galaxien.
Wer eine erste ausführlichere Führung durch den Himmel erhalten möchte, kann sich dem Layer „Sky kennlernen“ anvertrauen. Er erklärt nicht nur eine Reihe von Funktionen, sondern nimmt den staunenden Betrachter von einem atemberaubenden Sternenbild zum nächsten mit.

NASA/Apollo 17 crew (taken by either Harrison Schmitt or Ron Evans), Blue Marble, Public Domain

image4601Image © 2007 DSS Consortium, Copyright 2007 Keyhole, Inc., Image © 2007 SDSS

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Zum Autor

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Dr. Matthias Wörther

Dr. Matthias Wörther, Fachbereichsleiter

medien und kommunikation
Fachstelle der Erzdiözese München und Freising
Schrammerstr. 3/IV
80333 München

Dieser Artikel wurde ursprünglich in der Reihe „MUK-Publikationen“ auf der Seite medien und kommunikation veröffentlicht. Die Publikation steht dort als PDF-Datei zum Download zur Verfügung und kann als Druckversion bei muk kostenlos angefordert werden. Medien und Kommunikation ist eine Fachstelle der Erzdiözese München und Freising. Sie bietet Dienstleistungen und Service für die Arbeit mit Medien.

 

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