Mit und über Medien lernen – Auf die Lehrkraft kommt es an

Der Computer vor der Schultür – Entscheidungshilfen für Lehrer, Eltern und Politiker lautet der Titel eines im Jahr 1986 erschienenen Buches des Schweizer Medienpädagogen Heinz Moser. Darin wird bereits vor über 30 Jahren die Frage aufgeworfen, welche Antworten die Schule auf die zunehmende Verbreitung der Computertechnologie geben kann und muss. Moser denkt über einen kindgerechten Umgang mit ‚Neuen‘ Medien nach und stellt fest, dass auf Seiten von Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen große Unsicherheit verbreitet sei, die daraus resultiere, dass „bisher kaum didaktische und gesellschaftliche Folgen eines allfälligen Computereinsatzes in der Schule reflektiert wurden.“ [1]
Heute sehen wir bezüglich der hier angesprochenen Folgen schon etwas klarer. Die Computer stehen nicht mehr vor der Schultüre, sondern als fester Bestandteil in den Unterrichts- und Fachräumen. Daneben finden sich zudem interaktive Tafeln, Tablets, Smartphones und andere digitale Geräte, die in der Schule eine Rolle spielen – und im Leben der Kinder und Jugendlichen häufig omnipräsent sind. Der Auftrag einer umfassenden Medienbildung ist vor dem Hintergrund dieser Entwicklung eine noch größere Herausforderung für die Lehrerinnen und Lehrer als in den 1980er Jahren. Nur wenn die Schülerinnen und Schüler sachkompetente wie auch kritische Nutzer digitaler Angebote werden, ist eine aktive Teilhabe an der digitalen Gesellschaft möglich. Und bei der Vermittlung dieses digitalen Rüstzeugs nehmen die Schulen eine Schlüsselrolle ein.
Die Zukunftsstrategie „Digitale Bildung in Schule, Hochschule und Kultur“ der Bayerischen Staatsregierung hat u. a. zum Ziel, dass alle Lehrkräfte in Bayern digitale Medien sinnvoll im Unterricht einsetzen können. Dies zeigt, welches Gewicht der Lehrperson dabei zukommt, die Kinder und Jugendlichen zu befähigen, sich souverän in einer digitalisierten Welt zu bewegen. Dies kann nur durch ein Lernen mit und über Medien gelingen.

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Literatur:

  • [1] Moser, H.: Der Computer vor der Schultür. Entscheidungshilfen für Lehrer, Eltern und Politiker, Zürich 1986, Klappentext.

Die Bedeutung der Lehrerinnen und Lehrer lässt sich auch durch Forschungsergebnisse stützen. Gerald Knezek et al. entwickelte auf der Grundlage empirischer Untersuchungen ein Modell, welches eine relative präzise Vorhersage erlaubt, wie intensiv digitale Medien von der jeweiligen Lehrkraft im Unterricht eingesetzt werden.
Demnach sind Wille – Wissen – Werkzeuge die drei entscheidenden Erfolgsfaktoren für den sinnvollen und gezielten Medieneinsatz im Unterricht. Nur Lehrkräfte, die von den Vorteilen digitaler Medien für das eigene Unterrichtsvorhaben überzeugt sind, die über die nötigen Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen und denen digitale Geräte in ausreichender Zahl und Qualität bereitstehen, werden diese auch nachhaltig im Unterricht einsetzen.
Auf diese drei Erfolgsfaktoren soll daher im Folgenden etwas näher eingegangen werden.

  1. Der Faktor Wille: Medienkritiker gestern und heute – Wie lässt sich ein Lehrerkollegium vom Einsatz digitaler Medien überzeugen?
  2. Der Faktor Wissen: 21st century teacher skills – Was müssen Lehrer heute wissen?
  3. Der Faktor Werkzeug: Das digitale Klassenzimmer – Welche Medienausstattung ist eigentlich sinnvoll?
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