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Distanzunterricht | Kommunikation über Messenger

Messenger sind ein beliebtes Mittel, um schnell und unkompliziert zu kommunizieren und somit eine Alternative zu E-Mail oder Telefonie in einem Chatformat. Messengerdienste können vorallem während der Zeit des „Lernens zuhause“ ein Mittel sein, um Kommunikationswege zu beschleunigen und zu vereinfachen.

Einsatzmöglichkeiten von Messengern

  Rahmenbedingungen des Einsatzes

  Netiquette und Regeln zur Verwendung

  Einsatzmöglichkeiten von Messengern

Während Kommunikation über E-Mail meist eher träge und auch nicht mehr Mittel erster Wahl bei Schülerinnen und Schülern im täglichen Austausch mit Gleichaltrigen ist und die privaten Kommunikationskanäle meist datenschutzrechtlich problematisch sind,  eigenen sich schulische Messenger sehr gut für die Kommunikation und den Austausch von Unterrichts- und Lernmaterialien. Beispielhaft kann ein Messenger für folgende Einsatzszenarien verwendet werden: 

  • Kommunikation mit Schülerinnen und Schülern, aber auch Lehrerkolleginnen und -kollegen direkt und ohne Umwege über das Smartphone
  • schneller und einfacher Informationsfluss, da das Verwenden von Messengern Teil des alltäglichen Lebens geworden ist
  • Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens: Rückfragen können jederzeit gestellt werden und ohne Umweg beantwortet werden
  • schnelles Verteilen von Arbeitsaufträgen oder Feedback in Form von Dateien, Fotos, Videos oder Voicemails
  • Abstimmungen und Planungen, die bisher nur im Klassenzimmer durchgeführt werden konnten, können nun in Ruhe zuhause durchgeführt werden
  • organisatorische Planung von Projekten
  • Begleitung von Lernaufträgen – nicht nur mit der gesamten Klasse, sondern auch mit kleineren Gruppen

Grundsätzlich sollte jede Schule selbst die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für einen produktiven Einsatz eines Messengerdienstes erarbeitet.

© istock.com/citotart

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Hinweis

Für den Einsatz eines Messengers sollte ein mobiles Endgerät zur Verfügung steht. Viele Messengerdienste bieten auch einen Webclient an.

 Rahmenbedingungen des Einsatzes

Der Einsatz eines Messengerdienstes erfordert bestimmte Rahmenbedingungen. Dazu zählt die Einhaltung geltender Datenschutzrichtlinien sowie Aspekte der Datensicherheit. Ebenfalls müssen allgemeine schulrechtliche Regelungen beachtet werden. Zuletzt sollten auch bestimmte technische Aspekte beachtet werden.

Datenschutzrechtliche Hinweise

Im KMS vom 12.03.2020 gibt das Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK) rechtliche Hinweise zum Einsatz von Messenger-Diensten. Im Abschnitt 2. Einsatz alternativer digitaler Werkzeuge (Seite 4) finden Sie ausführliche Informationen.

Hinweise zur Datensicherheit
  • Nachrichten sollten mit Ende-zu-Ende Verschlüsselung ausgetauscht und verschlüsselt sowohl auf dem Endgerät des Nutzers als auch auf dem Server des Anbieters gespeichert werden.
  • Beim Erstellen des Kontos sollte die Angabe einer Telefonnummer nicht notwendig sein. Ebenso sollte keine Synchronisation der Kontakte auf dem Gerät erforderlich sein.
Absprachen innerhalb der Schule
  • Freiwilligkeit: Weder Lehrer noch Schüler können zur Nutzung von Messengern verpflichtet werden. Entsprechend müssen auch alternative Kanäle angeboten werden, um die im Messenger kommunizierten Informationen auch auf anderen Wegen zur Verfügung zu stellen, beispielsweise über E-Mail oder einem anderen schon etablierten Schulportal.
  • Erreichbarkeit: Ein Gruppenchat suggeriert, dass Nachrichten sofort gelesen und schnell beantwortet werden (müssen) und alle Beteiligten ständig erreichbar sind. Um aber für Lehrer und Schüler Stress zu vermeiden, sollte vereinbart werden, dass Nachrichten nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit gepostet, abgerufen und beantwortet werden.
© istock.com/turbodesign777

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Tipp

Dateschutzrechtliche Regelungen lassen sich einfach umsetzen, wenn die Schule einen hauseigenen Server betreibt und über diesen einen Messengerdienst zur Verfügung stellt.

 Netiquette und Regeln zur Verwendung

Zuerst einmal müssen alle Beteiligte verstehen, dass es sich sozusagen um einen „dienstlichen“ bzw. schulischen Kommunikationsweg handelt, d. h. private Unterhaltungen, um z. B. Termine, Treffen, o. Ä. abzusprechen, aber auch persönliche Fotos, Videos zu zeigen oder Kettenbriefe weiterzuleiten sollten nicht Teil einer „dienstlichen“ bzw. schulischen Kommunikation sein. Wird dennoch einmal Privates in den Klassenchat gepostet, sollte dies angesprochen und entsprechend reagiert werden, z. B. durch Löschen der Nachricht durch den Betreffenden. Es sollte auch jedem klar sein, welche Art von Kommunikation in welchem Kanal geschieht. So darf z. B. eine Klassengruppe niemals zur persönlichen Kommunikation mit einer Schülerin bzw. einem Schüler verwendet werden, um ggf. fehlende Hausaufgaben einzufordern.

Wie auch bei allen privaten Messengerdiensten muss gerade im schulischen Bereich von allen Personen eine gewisse Netiquette eingehalten werden. Bei herabsetzenden oder beleidigenden Postings in einer Gruppe, muss auf alle Fälle das Gespräch mit der Lehrkraft gesucht und weitere Möglichkeiten genutzt werden. Diese werden im entsprechenden Regelwerk zusammengefasst, mit den Schülerinnen und Schülern besprochen und dabei auch über mögliche Konsequenzen informiert.

Schülerinnen und Schüler müssen auch verstehen, wie die Kommunikation heute mit der damit verbundenen technischen Umsetzung funktioniert. Dabei spielen Themen wie Datenschutz, Datensicherheit, Privatsphäre, Verschlüsselung, Metadaten, etc. eine wichtige Rolle. Diese können auch im Rahmen des Unterrichts besprochen und auch praktisch anhand des Messengers umgesetzt werden.

Tipp

Bei der Verwendung von Messengerdiensten sollte zusammen mit den involvierten Schülerinnen und Schülern ein gemeinsames Regelwerk erstellt werden, das von allen verbindlich eingehalten werden sollte.

  • Veröffentlichung
  • 15. Mai 2020
  • Letzte Änderung
  • 7. September 2020
  • Empfohlene Zitierweise
  • mebis-Redaktion (2020), Messenger, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/46651> (7. September 2020).
  • Lizenzangaben
  • Beitragsbild: © istock.com / MuchMania (bearbeitet)