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Distanzunterricht | Einsatz von Cloud-Speichern

Bei einem „Cloud-Speicher“ handelt es sich um den Dienst, Ordner und Dateien für einen Fernzugriff bereit zu stellen. Eine Funktion, die besonders für den Distanzunterricht an Bedeutung gewonnen hat.

  Cloud-Speicher-Technologie

  Unterrichtsszenarien mit Cloud-Speichern

  Rahmenbedingungen und Grenzen

  Notwendige Fertigkeiten von Schülerinnen und Schülern


  Cloud-Speicher-Technologie

Häufig ist von Cloud-Speichern die Rede, ohne eine genaue Vorstellung davon zu besitzen, was sich dahinter verbirgt. Zugrunde liegt eine IT-Infrastruktur, das sog. Cloud-Computing, die als Dienstleistung Speicherplatz und Rechenleistung anbietet, aber auch Anwendungen wie Kalender und Messages zur Verfügung stellen kann. Über einen Internet-Browser, entsprechende Schnittstellen oder Apps wird eine einfache Anwendung oder Integration der Dienstleistungen in die Anwender-Geräte ermöglicht.

Zugriffswege auf den Cloud-Speicher
  • Der Anwender greift in der Regel über Zugangsdaten oder andere Authentifizierungsmethoden auf den Speicher zu.
  • Durch die zentrale Speicherung ist die Verfügbarkeit der Daten unabhängig von Zeit und Ort.
  • Der Zugriff auf die Daten kann mit beinahe jedem internetfähigen Gerät über einen Browser erfolgen. Dadurch ist der Zugriff auf einen Cloud-Speicher auch plattformunabhängig. Es kann also beispielsweise mit Windows, Mac OS, iPadOS, iOS, Android, Chrome OS oder auch Linux gleichermaßen gearbeitet werden.
  • Für die verschiedenen Plattformen werden häufig zusätzliche Apps oder Software für das jeweilige Cloud-Speicher-Produkt angeboten. Dadurch kann der Speicher in die Benutzeroberfläche des jeweiligen Endgerätes integriert oder eine automatisierte Synchronisation zwischen dem Online-Speicher und dem lokalen Speicher des eigenen Gerätes eingerichtet werden.
Den Cloud-Speicher füllen
  • Hochladen von Dateien und sogar Ordnern funktioniert in der Regel bei Cloud-Speichern per Drag&Drop. Auch das Herunterladen von mehreren Daten ist komfortabel gestaltet.
  • Die Performance beim Arbeiten mit einem Cloud-Speicher hängt im Wesentliche von der Bandbreite der Internetverbindung ab. Dabei ist nicht nur die Downloadgeschwindigkeit entscheidend, sondern auch die des Uploads, was bei vielen Internetserviceprovidern gerade im privaten Bereich häufig asymmetrisch bereit gestellt wird. Das bedeutet dann, dass die Geschwindigkeit des Uploads wesentlich geringer ist, als die des Downloads.
Dateien aus dem Cloud-Speicher teilen
  • Es besteht die Möglichkeit Ordner und Dateien mit anderen Anwendern oder auch Anwendergruppen zu teilen. Funktionen wie das Setzen eines Ablaufdatums der Freigabe oder das Einstellen von Berechtigungen sind für Cloud-Speicher Standard. Der Anwender kann also Dateien und Ordner für andere entweder nur lesend freigeben oder diesen Personen auch das Bearbeiten erlauben.
  • Das Teilen über einen Link ermöglicht es dem Anwender Ordner und Dateien auch öffentlich für Personen, die nicht in der eigenen Benutzerverwaltung angelegt sind, bereitzustellen oder diesen sogar das Hochladen zu erlauben. Oft kann dabei der Zugriff noch mit einem Passwort geschützt werden.
© istock.com / Tasha Vector

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 Unterrichtsszenarien mit Cloud-Speichern

Im Folgenden sollen ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige Szenarien mit Cloud-Speichern dargestellt werden, die den Fern-Unterricht oder das Blended-Learning – die Kombination aus Präsenz- und Fern-Unterricht – unterstützen können. Aufgrund der unbekannten Rahmenbedingungen, wie der Cloud-Speicher an der eigenen Schule eingesetzt werden soll, wird im Folgenden unterschieden, ob nur Lehrkräfte oder auch die Schülerinnen und Schüler Benutzeraccounts besitzen.

Cloud-Speicher mit Benutzeraccounts nur für Lehrkräfte

Material bereitstellen

Lehrkräfte können mit einem Cloud-Speicher einen Ordner mit ihrer Klasse über einen Link teilen. Dafür sind keine Benutzeraccounts für die Lernenden nötig. Wenn die Berechtigung so eingestellt wird, dass diese nur lesen, nicht bearbeiten dürfen, kann Unterrichtsmaterial zu Verfügung gestellt werden, ohne dass dieses gelöscht oder verändert werden darf. Eine Textdatei kann dann zum Beispiel als „Hausaufgabenheft“ dienen, um die Aufgaben zu stellen. Für die Lehrkraft ist das eine sehr einfach Art, Material digital zu verbreiten, weil sie einen Ordner für eine Klasse freigeben kann und den Link einmalig an die Schüler einer Klasse kommuniziert. Jeder Unterordner oder jede Datei, die dann in diesem Ordner landet, wird in der Regel wieder mit vererbten Rechten geteilt. Nutzt die Lehrkraft dabei noch eine Desktop-Synchronisierung, arbeitet sie auf dem eigenen Computer ohne ständig in den Cloudspeicher manuell hochladen zu müssen.

Dateien Einsammeln

Ebenfalls ist das Einsammeln von Dateien für Lehrkräfte über eine Linkfreigabe einfach zu bewerkstelligen. Die Freigabe des Ordners muss dann mit Bearbeitungs-Berechtigungen versehen werden, so dass Schülerinnen und Schüler in diesen hochladen können. Einige Cloud-Speicher bieten hier auch Einstellungen an, die verhindern, dass die Lernenden ihre Abgabedateien untereinander sehen können.

Dateiaustausch in Gruppen

Eine Struktur für Gruppenarbeit kann geschaffen werden, indem Ordner eingerichtet werden, deren Linkfreigabe nur Gruppen von Lernenden preisgegeben wird. Schülerinnen und Schüler können dort Ergebnisse austauschen und diese zur gegenseitigen Überarbeitung zur Verfügung stellen. Ist dann noch ein Online-Office an den Cloud-Speicher angebunden, ist echte, synchrone Kollaboration möglich.

Klassenbuch

Ein Klassenbuch, das eine Übersichtlichkeit über die zu erledigenden Aufgaben aller Fächer herstellt, kann mit einem geteilten Textdokument in einem Cloud-Speicher einfach verwirklicht werden. Die Schülerin oder der Schüler klickt morgens auf den Freigabe-Link und erhält eine tabellarische Übersicht und die wichtigsten Informationen über die aktuellen Aufgaben, zum Beispiel Aufgabentitel, Ort des Auffindens (verlinkt), Abgabetermin, geschätzte Bearbeitungszeit, Kontakt bei Schwierigkeiten. Die Lehrkräfte der jeweiligen Klasse können dieses Dokument in dem Cloud-Speicher regelmäßig aktualisieren.

Cloud-Speicher mit Benutzeraccounts für die Lehrkräfte
und Schülerinnen und Schüler

Die oben genannten Möglichkeiten bleiben erhalten oder sind sogar vereinfacht, wenn auch Schülerinnen und Schüler einen Account für den Cloud-Speicher besitzen. Außerdem sind weitere Einsatzmöglichkeiten verfügbar.

Persönliches Feedback

Über einen Ordner, der mit nur einem Schüler geteilt wird, kann ein persönlicher Austausch von Dateien und Arbeitsergebnissen zwischen Lehrkraft und Lernenden verwirklicht werden. Es gibt Cloud-Speicher-Angebote, in denen diese Struktur schon vorgegeben und damit einfach zu bewerkstelligen ist.

Teilen im Klassenverband

Die Lehrkraft ist in der Lage, Dateien und Ordner einfach mir einer ganzen Klasse zu teilen, wenn diese als Gruppe angelegt ist.

© istock.com / TCmake_photo

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 Rahmenbedingungen und Grenzen

Es hat sich bewährt, dass Lehrkräfte in einer Gruppe mit ihren Fachkollegen und Schülerinnen und Schüler in einer Gruppe mit ihrer Klasse angelegt werden.

Je nach Cloud-Speicher-Produkt kann das Anlegen einer Struktur, die auch den persönlichen Austausch zwischen einer Lehrkraft und einem Lernenden ermöglicht, sehr aufwändig oder sehr einfach sein.

Teilen viele Lehrkräfte willkürlich Dateien und Ordner mit den Schülerinnen und Schülern oder auch Klassen, ohne dass vorher eine Struktur festgelegt wird, kann dies für die Lernenden schnell sehr unübersichtlich werden, weil diese Daten dann zusammen auf der Startseite oder in einem anderen Ordner erscheinen.

Ist in dem Cloud-Speicher das Teilen unter Schülern erlaubt, ohne dass die Lehrkraft für diese Ordner oder Dateien eine Aufsichtsmöglichkeit hat, könnten rechtswidrige Inhalte auf dem Cloud-Speicher unbemerkt abgelegt werden.

Kommunikation, E-Learning und interaktives bzw. kollaboratives Arbeiten ist in Verbindung mit Cloud-Speichern mit zusätzlichen Apps oder Plugins möglich.

Die Einwilligung in Nutzungsbedingungen ist wie bei jedem digitalen Werkzeug obligatorisch.

Mit den Namen der Schülerinnen und Schüler und dem Zugriff von zuhause werden personenbezogene Daten verarbeitet, so dass der Datenschutz geregelt sein muss.

© istock.com/cifotart

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Tipp

Ordnerstruktur
Eine sinnvolle Ordnerstruktur kann beispielsweise sein, dass für jede Klasse in jedem Fach ein Ordner zur Bereitstellung des Unterrichtsmaterials angelegt ist, in dem die Schüler nur lesen dürfen, und eine Ordner, in den sie Hochladen können. Soll ein persönlicher Austausch mit den Schülern ermöglicht werden, dann bieten sich Ordner mit Klassennamen und darunter mit Schülernamen an. In dem persönlichen Schülerbereich können die Fächer angelegt werden.

 Notwendige Fertigkeiten von Lernenden

Wenn eine entsprechende Struktur vorbereitet oder vereinbart ist, gestaltet sich die Arbeit auf einem Cloud-Speicher mit Schülerinnen und Schülern sehr einfach. Diese müssen lediglich den entsprechenden Link oder ihre Zugangsdaten kennen.

Die hierarchische Ordnerstruktur ist in der Regel aus der Arbeit mit Computern bekannt und deshalb intuitiv.

Tipps
  • Die ersten Schritte, z.B. eine Datei hochladen, können einfach dokumentiert und auf dem Cloud-Speicher zugänglich abgelegt werden.
  • Werden Aufgaben gestellt, muss der Schüler wissen, in welcher Datei er diese findet. Daher sollte auf eine sinnvolle Benennung der Dateien geachtet werden.
© istock.com / sumoyut

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  • Veröffentlichung
  • 15. Mai 2020
  • Letzte Änderung
  • 29. November 2021
  • Empfohlene Zitierweise
  • mebis-Redaktion (2020), Cloud-Speicher, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/46662> (29. November 2021).
  • Lizenzangaben
  • Beitragsbild: © istock.com / MuchMania (bearbeitet)