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Distanzunterricht | digital - Basisbeitrag

Alle Lehrkräfte stehen derzeit vor der Herausforderung, das selbstorganisierte Lernen der Schülerinnen und Schüler intensiv zu begleiten und Distanzlernformate anzubieten. Dabei können und sollen für die Aufrechterhaltung des Kontakts zu den Lernenden sowie die Bereitstellung und Bearbeitung von Übungs-, Wiederholungs- und Vertiefungsmaterialien analoge wie auch digitale Möglichkeiten genutzt werden.

Allen bayerischen Schulen steht dafür ein breites Portfolio an digitalen Lernwerkzeugen und Lerninhalten zur Verfügung. Mit diesem Schwerpunktthema möchten wir Sie in der derzeitigen Situation darin unterstützen, einen produktunabhängigen Überblick über die verschiedenen Online-Angebote zu erhalten, geeignete Materialien zu finden und digitale Werkzeuge methodisch-didaktisch sinnvoll einzusetzen.

  Vorüberlegungen

  Didaktische Hinweise zu virtuellen Lernsettings

  Grundsettings virtueller Lernangebote

  Auswahl der passenden Werkzeuge

  Kommunikationswege/-stil mit den Lernenden

Symbolbild Lernen zuhause

Hinweis

Alle Beiträge des Schwerpunkt­themas "Distanzunterricht | digital" erkennen Sie am rosa­farbenen Beitragsbild, in dem jeweils ein digitales Werkzeug in den Fokus genommen wird.

Eine Übersicht über alle Beiträge des Schwerpunktthemas finden Sie hier:

  Vorüberlegungen

Digitale Medien sind in Zeiten der Corona-bedingten Unterrichts­beein­trächti­gungen ein wichtiges Hilfsmittel, um die Schülerinnen und Schüler zuhause pädagogisch zu begleiten und ihnen methodisch und didaktisch sinnvolle und motivierende Lernangebote zu machen.

Während die neue Situation einerseits neue Möglichkeiten zur Erprobung von Methoden bietet, stellt sie Lehrkräfte andererseits gelegentlich auch vor neue Heraus­forderungen. Welche Lernszenarien und welche digitalen Werkzeuge zu deren Umsetzung dabei am sinnvollsten sind, muss jeweils von der einzelnen Lehrkraft beurteilt werden. Dabei sollen die folgenden drei Fragen als Leitlinie dienen:

Welche (Lern-)Ziele werden verfolgt?

Vor der Entscheidung für ein konkretes digitales Werkzeug, eine Plattform oder einen Kommunikationskanal ist zu prüfen, inwiefern diese Möglichkeiten für die Erreichung eines konkreten Lernziels geeignet sind und ob es nicht besser geeignete Alternativen gäbe. Ganz offensichtlich ist etwa, dass eine tägliche Videokonferenz von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr mit der Lerngruppe aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll erscheint. Es stellt sich auch die Frage, ob zur Erreichung eines Lernziels überhaupt eine zeitgleiche Kommunikation mit allen Schülerinnen und Schülern nötig ist. Für manche Ziele, wie etwa eine Fragestunde, mag eine Videokonferenz jedoch sinnvoll sein, daher stellen wir Ihnen diese Möglichkeit auch im Themenschwerpunkt vor.

In der gegebenen Situation bieten sich unter Umständen auch neue Möglichkeiten der Differenzierung an. So können einfacher verschiedene Materialien zur Verfügung gestellt werden – etwa über eine Cloud oder eine Lernplattform. Auch die individuelle Förderung im direkten Austausch mit einzelnen – sei es via Messenger, E-Mail oder Videokonferenz ist digital einfacher zu organisieren als zwischen zwei Schulstunden. Wir empfehlen bei allen Überlegungen, nicht vom „digitalen Werkzeug“ auszugehen, sondern vom konkreten Lernziel. Beziehen Sie Ihre eigenen Kompetenzen und Erfahrungen als Lehrkraft in die Überlegenen mit ein und bedenken Sie, ob Alternativen zur Erreichung von Lernzielen zielführender wären, als eine annähernde 1:1-Übertragung der Methoden aus dem Präsenzunterricht.

Welche rechtlichen Aspekte gilt es zu beachten?

Während noch vor zehn oder zwanzig Jahren der Versand von Unterrichtsmaterialien per Post oder E-Mail als beinahe einzige Möglichkeit für den Distanzunterricht geblieben wäre, bieten sich im Jahr 2020 ganz andere Möglichkeiten. Damit verbunden sind allerdings auch mögliche „Fallstricke“, die angesichts der vielen Vorteile mancher Apps und Webangebote zunächst nicht vordergründig erkennbar sind. So ist kaum eine App wirklich „kostenlos“ – gebührenfrei mag sie zwar sein, die Nutzer bezahlen dafür stattdessen in der der Regel mit ihren persönlichen Daten. Nahezu alle Angebote haben zudem Nutzungsbedingungen, die oft durch die bloße Nutzung, d.h. ohne explizites Klicken auf einen „Okay“-Button, akzeptiert werden. Sie enthalten Vereinbarungen, durch die etwa Urheberrechte an eigenen Materialien abgegeben werden oder die Nutzung von Minderjährigen ausgeschlossen wird. Auch das Einrichten von anonymisierten „Fake Accounts“ ist dort häufig ausgeschlossen. Um die Schülerinnen und Schüler zu schützen, gilt es daher, ein Angebot vorher zu prüfen. Wichtige Hinweise dazu finden Sie im mebis Infoportal:

Online-Angebote rechtssicher in der Schule nutzen

Informationen zum Datenschutz an Schulen, beispielsweise zum mobilen Arbeiten mit Privatgeräten im Distanzunterricht, finden Sie auf der Datenschutz-Seite des Kultusministeriums:

Handreichung für den Datenschutz an Schulen (StMUK)

Was kann von den Lernenden erwartet werden?

Während im Präsenzunterricht vor allem die Heterogenität der Lerngruppe in Bezug auf ihre Leistung eine Herausforderung darstellen kann, kommt beim Lernen zu Hause ein weiterer Faktor hinzu: Nicht jede Schülerin oder jeder Schüler verfügt über ein digitales Endgerät oder muss dies zumindest mit Geschwistern oder sogar den Eltern teilen. Auch die Internetanbindung ist nicht in allen Haushalten gleichermaßen stark verfügbar oder es muss sogar auf mobile Datenverbindungen zurückgegriffen werden, was besonders im Fall von Videokonferenzen, Lernvideos oder allgemein großen Dateien relevant ist. Darüber hinaus muss beim Grad der Eigenständigkeit im Distanzunterricht nicht nur das Alter der Lernenden berücksichtig werden, sondern auch deren Konzentrationsfähigkeit bzw. die Möglichkeit, dass eine weitere Person ständig daneben sitzt und beim Lernen hilft. Insofern muss bei der konkreten Planung des Einsatzes von „digitalen Werkzeugen“ immer vom in dieser Hinsicht schwächsten Schüler oder von der schwächsten Schülerin ausgegangen werden.

  Didaktische Hinweise zu virtuellen Lernsettings

Unterricht, der in einem reinen virtuellen Setting ablaufen soll, muss genauso wie der Präsenzunterricht in der Schule entsprechend geplant werden. Grundsätzlich gelten hierbei alle Kriterien guten Unterrichts, wie sie beispielsweise Hilbert Meyer anlegt. Um Unterricht erfolgreich planen zu können, ist die Kenntnis unterschiedlicher Unterichtsmethoden und -settings erforderlich. Diese unterscheiden sich in virtuellen Lernumgebungen jedoch teils deutlich vom herkömmlichen Unterricht. Eine direkte Adaption von erprobten und erfolgreichen Methoden in den virtuellen Raum ist daher nicht zielführend. So lässt sich ein fragend-entwickelnder Unterricht über ein Videokonferenz-System nur sehr schwer umsetzen.

Vielmehr sollten entsprechend Methoden in den Blick genommen werden, die dem virtuellen Unterricht auch gerecht werden. Entscheidende Faktoren sind dabei der Ort und die Zeit, zu denen das Lernen stattfinden kann. Gerade diese Freiheit, dass die Lernenden weitgehend selbstständig über diese Faktoren bestimmen können, ist aus deren Perspektive ein Erfolgsfaktor dieser Art der Vermittlung von Lerninhalten. Dementsprechend sollte dieser Tatsache bei der Planung von virtuellen Lerneinheiten Rechnung getragen werden.

Das iPAC-Framework von Kearney et al. (2012) liefert dazu ein brauchbares Modell, das ursprünglich für mobiles Lernen entwickelt wurde und sich leicht auf virtuellen Unterricht anwenden lässt. Neben dem Ort und der Zeit spielen hier auch der Lebensweltbezug, der Grad der Personalisierung sowie die Kommunikation innerhalb der Lerngruppe eine große Rolle. Aus den Kriterien von Meyer und den Kategorien des iPAC-Frameworks lassen sich Kriterien für einen erfolgsversprechenden digitalen bzw. virtuellen Unterricht ableiten.

Guter digitaler bzw. virtueller Unterricht

  • …hat eine hohen Grad an Individualisierung.
  • …ermöglicht den Lernenden einen selbstgesteuerten Lernprozess.
  • …umfasst realitätsnahe Aufgabestellungen.
  • …arbeitet mit lebensweltnahen Tools.
  • …nutzt oder schafft realistische Lernumgebungen.
  • …hat die Zusammenarbeit der Lernende im Fokus.
  • …erzeugt weitergebbare digitale Artefakte.

Im Allgemeinen sollten virtuelle Lernaufgaben vom zeitlichen Umfang der Bearbeitungsdauer her eher großzügig geplant werden. Ebenso gilt bei der Art der Kommunikation die Maßgabe, asynchrone Kommunikationsmedien wie E-Mail oder Nachrichten in einem Forum zu bevorzugen. Neben einer deutlich leichteren technischen Umsetzbarkeit erhöht diese Art der Kommunikation auch die Selbstbestimmung im Lernprozess. Die gestellten Aufgaben sollten die Lernenden sowohl kognitiv als auch sozial aktivieren. Dementsprechend sollte – wenn möglich – auf reine Einzelbeschäftigungsaufgaben mit niedrigem Anforderungsniveau verzichtet werden.

Gerade digitale Lernumgebungen erlauben den niederschwelligen Einsatz von Feedback im Lernprozess. Vorallem formatives, also den Lernprozess begleitendes Feedback hat einen hohen Effekt auf den Lernerfolg. Dies lässt sich teils automatisiert oder auch persönlich in virtuellen Lernsettings integrieren.

  Grundsettings virtueller Lernangebote

Im Folgenden werden ausgehend von den didaktischen Hinweisen zu virtuellen Lernumgebungen unterschiedliche Settings vorgestellt, die sich vor allem mit Blick auf die Faktoren Zeit und Art der Kommunikation bzw. Möglichkeiten für Feedback unterscheiden:

Selbstgesteuertes Lernen

…mit automatisierter Rückmeldung

Die Lernenden erhalten eine umfangreiche Lernaufgabe, die sie eigenständig bewältigen sollen. Die Lerninhalte werden dabei in verschiedene digitale Formate eingebettet und beinhalten an geeigneten Stellen die Möglichkeit über Test- oder Quizfragen eine automatisierte Rückmeldung über den Lernerfolg zu erhalten. In der Regel gibt es keine Kommunikationselemente, um direkt mit der Lehrkraft oder anderen Lernenden in Kontakt zu treten. Der Lernprozess wird durch Interaktions- und Steuerungselemente gelenkt. Das Spektrum reicht hier von einfachen Einzelaufgaben bis hin zu komplexen Selbstlernkursen. Es gibt eine Vielzahl an Werkzeugen, mit denen kleine Aufgaben mit automatisierten Rückmeldungen erstellt werden können. Dazu zählt beispielsweise h5p, das in der mebis Lernplattform enthalten ist. Je nach Erfahrung der Lehrkräfte können auch umfangreichere Selbstlernkurse erstellt werden. Beispiel hierfür finden Sie auf teachSHARE. Zudem gibt es eine große Zahl von professionellen Anbietern wie Verlage oder Initiativen, die solche Lernumgebungen anbieten.

…mit asynchroner Kommunikation

Neben der selbstständigen Bearbeitung der Lernaufgaben und der Unterstützung durch automatisierte Rückmeldungssystem kann Lernenden zusätzlich die Möglichkeit gegeben werden, durch geeignete Kommunikationselementen wie E-Mail oder ein Nachrichten-Forum in Kontakt mit der Lehrkraft zu treten, um Rückfragen zu den gestellten Aufgaben und den Lernstoff zu stellen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit des Austauschs unter den Lernenden. So können beispielsweise verschiedene Methoden von Peer-Feedback in ein solches Setting integriert werden.

 

Angeleitetes Lernen

…mit asynchroner Kommunikation

Beim angeleiteten Lernen steht dem Lernenden digitales Lernmaterial in verschiedenen digitalen Formaten zur Verfügung, jedoch hat der Lernende keine oder kaum die Möglichkeit der Auswahl oder der Navigation durch den Lernprozess. In der Regel soll eine gewisse Anzahl an Aufgaben in einer vorgebene Zeit bearbeitet werden. Für eine fachliche oder organisatorische Unterstützung steht die Lehrkräfte während der vorgegeben Bearbeitungszeit via Mail, Forum oder Telefon zur Verfügung und kann bei Bedarf kontaktiert werden. Ein Kontakt zu anderen Lernenden ist meist nicht vorgesehen.

…mit synchrone Kommunikation

Dieses Setting wird beispielsweise im Distanzunterricht mittels Web- oder Videokonferenzlösungen umgesetzt. Die Lerngruppe hat die Möglichkeit während der Konferenz mit der Lehrkraft und untereinander direkt zu kommunizieren. Die gestellten Aufgaben werden im selben Zeitraum bearbeitet und es können unmittelbar Rückfragen gestellt werden, deren Antwort auch alle anderen Mitglieder der Lerngruppe erreicht. Diese Form scheint dem Präsenzunterricht am nächsten zu kommen, hat jedoch auch ihre Grenzen in der Umsetzung.

 

Welches Setting sich für den eigenen Unterricht eignet, hängt von den erwünschten Lernzielen, der Erfahrungen der Lernguppe, den organisatorischen Rahmenbedingungen in der Schule und zuhause und von der mediendidaktischen Kompetenz der Lehrkraft ab. Im folgenden Abschnitt werden verschiedenen Klassen von Werkzeugen für virtuellen Unterricht vorgestellt und deren Eignung für verschiedene Settings kurz beleuchtet.

© istock.com / Markus Wegmann

© istock.com / Markus Wegmann

  Weiterführende Infos


  teachSHARE | Beispiele

  Auswahl der passenden Werkzeuge

Beim virtuellen Unterricht kann auf eine Vielzahl digitaler Werkzeuge zurückgegriffen werden. Oft ist es dabei nicht einfach, sich für das passende Werkzeug zu entscheiden. Hier finden Sie eine Übersicht über ausgewählte Kategorien von Werkzeugen, die sich für den Einsatz beim Distanzunterricht bewährt haben. Zu allen vorgestellten Werkzeugen finden sie zudem ausführlichen Beiträge.

Videokonferenzen

Videokonferenzen eignen sich besonders zur Umsetzung von Lernsettings, in denen synchron kommuniziert werden soll. Die Lerngruppe kommt miteinander ins Gespräch und es können Themen gemeinsam diskutiert oder auch in Kleingruppen bearbeitet werden. Ebenfalls eignet sich diese Methode, um in Form eines Lehrervortrags Inhalte anschaulich zu erklären. Dabei haben die Lernenden die Möglichkeit unmittelbar Rückfragen zu stellen. Zudem tragen Videokonferenzen auch dazu bei, das soziale Miteinander der Lerngruppe zu stärken.

Messenger-Dienste

Über Messenger können zum einen leicht Lernmaterialien verteilt werden. Zum anderen kann auch nahezu in Echtzeit miteinander kommuniziert werden. Daher eignet sich dieses Werkzeug gut zum Verteilen von Informationen sowie kleinen Hinweisen und als Kanal für gezielte Rückfragen beispielsweise zur Aufgabenstellung. Für ausführlichere Besprechungen von Inhalten oder komplexeren Aufgabenstellungen scheint dieses Medium eher ungeeignet zu sein. Bei einer zu hohen Informationsdichte stellt das Filtern relevanter Informationen aus dem Nachrichtenstrom eine große Herausforderung an die Lernenden dar. Als Ablageort von Unterrichtsmaterial, das schnell wieder aufgefunden werden soll, ist ein Messenger daher ungeeignet.

E-Mail

Der Versand von Arbeitsaufträgen und Lernmaterialien über E-Mail hat sich bewährt und bietet den großen Vorteil, dass in der Regel alle Informationen, die zur Bearbeitung eines Themas nötig sind, sich an einem Ort befinden. Zudem ist E-Mail weit verbreitet und stellt daher nur eine sehr geringe technische Hürde dar. Die Kommunikation verläuft in der Regel asynchron über einen längeren Zeitraum. Rückfragen sind somit möglich, jedoch ist mit einer zeitverzögerten Antwort zu rechnen. Zum direkten Austausch mit der gesamten Lerngruppe ist dieses Medium daher ungeeignet. Hier sollte, wenn möglich, auf einen Messenger-Dienst oder auf Telefon- bzw. Videokonferenzlösungen ausgewichen werden.

Cloud-Speicher

In Cloud-Speichern können sämtliche Dateien online abgelegt und so auch größere Dateien leicht zugänglich gemacht werden. Cloud-Speicherdienst bieten in der Regel auch die Möglichkeit, Dateien in Ordner zu strukturieren und den Zugriff nur für ausgewählte Nutzer zu ermöglichen. Daher bietet sich dieses Medium zur Sammlung und Bereitstellung von Lernmaterial besonders gut an. Oft werden von Cloud-Anbietern zusätzlich zu den Speichern auch noch weitere Module wie Messenger angeboten, über die die Cloud-Inhalte direkt an die Nutzer versendet werden können und dieser auch für Rückfragen verwendet werden kann.

Lernplattformen

Eine Lernplattform bietet für den Distanzunterricht das umfangsreichste Angebot für die Gestaltung von virtuellen Lernumgebungen. Ähnlich zu einem Cloud-Speicher können hier Dateien verfügbar gemacht werden. Zudem besteht auch die Möglichkeit, weitere Lernmaterialien, wie interaktive Übungen, über andere Web-Applikation direkt in das Lernsetting einzubinden. In der Regel werden einzelne Lerneinheit in Kursen zusammengefasst, die alle Materialien enthalten. Lernplattformen verfügen auch über Werkzeuge, über die eine asynchrone Kommunikation mit den Lernenden möglich ist, wie beispielsweise ein Nachrichten-Forum oder eine Mitteilungsfunktion. Als optimale Ergänzung zur Arbeit mit einer Lernplattform ist ein Videokonferenz-System oder ein Messenger zu sehen, über die die Zusammenarbeit und die Kommunikation der Lernenden abläuft, während Lernmaterial und Aufgaben in der Lernplattform bearbeitet werden.

 

Für die meisten Unterrichtssettings bietet sich eine Kombination aus den verschiedenen Kategorien von Werkzeugen an. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass sich an einer Schule auf bestimmte Werkzeuge geeinigt wurde, sodass sich die Lernenden auch zurrechtfinden können. Optimalerweise wurde sich im Kollegium dabei auf einen Kanal festgelegt, über den die Lernenden über neue Aufgaben und Lernmaterialien informiert werden. Zudem ist ein zentraler Ort zur Ablage von Material sowie für interaktive Aufgaben sinnvoll. Wie die Abstimmung im Kollegium gelingen kann, lesen Sie in entsprechenden Beitrag. Das folgende Beispielszenario zeigt, wie die verschiedenen Werkzeuge sinnvoll miteinandern verknüpft werden können.

 

Beispielszenario

Die Schülerinnen und Schüler können beispielsweise über E-Mail oder Messenger über den geplanten Ablauf einer Lerneinheit informiert werden. Die Nachricht enthält dann den Link zum Lernmaterial, das entweder in einem Cloud-Speicher oder einer Lernplattform abgelegt ist. Ebenfalls kann der Termin sowie der Link für eine einleitende Videokonferenz angegeben werden.

Zum verabredeten Zeitpunkt trifft sich die Lerngruppe, gemeinsam Unklarheiten bei der Aufgabenstellung zu klären oder einen Input von der Lehrkraft zu erhalten. Anschließend bearbeiten die Schülerinnen und Schüler die Aufgaben. Währenddessen steht ihnen ein Messenger zur Verfügung, über den die Lehrkraft kontaktiert werden kann, falls für die Aufgabe Unterstützung benötigt wird.

Arbeitsergebnisse können dann in den Cloud-Speicher oder die Lernplattform hochgeladen werden. Die Ergebnisse werden dann in einer abschließenden Videokonferenz live präsentiert.

 

Für Erarbeitungsphasen in virtuellen Lernsettings eignet sich die Verwendung von Erklärvideos, Podcasts oder Internetrecherchen. Hierzu finden Sie in unserem Schwerpunkthema ebenfalls entsprechende Beiträge.

  Kommunikationswege/-stil mit den Lernenden

Unterricht, so wie er klassisch in den meisten Köpfen verankert ist, basiert auf unterschiedlich vielen Schülerinnen und Schülern mit meist einer Lehrkraft in einem Klassenzimmer. Der Unterrichtsverlauf ist dabei stets abhängig davon, wie gut die Arbeitsgemeinschaft aus Lehrkraft und Schülerinnen und Schülern funktioniert. In der besonderen Situation des Lernens zuhause fallen einige, diese Gemeinschaft unterstützenden Rahmenbedingungen weg, wie ein fester Stunden- und Raumplan oder die Sicherheit, dass eine Information alle Anwesenden im Raum zumindest akustisch erreichen kann.

Um die Lernenden und die sie begleitenden Eltern zu Hause so gut wie möglich zu unterstützen ist es wichtig, bei den fehlenden Rahmenbedingungen die Kommunikation so klar wie möglich zu gestalten und zugleich auf das Nötigste zu beschränken. Vor allem im Primarbereich ist das Einbeziehen der Eltern unerlässlich. Zeitpunkt und Umfang der Kommunikation sollte demnach auch die aktuelle häusliche Situation berücksichtigen. Ein Wochenplan beispielsweise, der den Schülerinnen und Schülern ab Montag Hinweise und zu bearbeitendes Material für die Woche liefert, sollte den Eltern spätestens Sonntag vorliegen.

Je nach Schulart und zu Verfügung stehender digitaler Werkzeuge ist eine Abstimmung im Kollegium notwendig. Diese trägt wesentlich zum Gelingen des Distanzunterrichts bei. Ausführliche Hinweise zu den genannten Aspekten liefert der folgende Beitrag

 Abstimmung im Kollegium.

© istock.com/Todor-Tsvetkov

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Distanzunterricht | digital - Redaktion

Redaktion

Referat Mediendidaktik der Medienabteilung am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB)

Beiträge

Referat Mediendidaktik (ISB) sowie Beraterinnen und Berater Digitale Bildung (BdB) und Gastautoren

Autorinnen und Autoren

Jochen Arlt (ISB)
Maximilian Auburger (ISB)
Iris Luber (ISB)
Joscha Falck (Schulentwicklungsmoderator)
Dr. Roland Baumann (BdB)
Thomas Nörpel (BdB)
Wolgang Plank (BdB)
Dr. Karin Reber (BdB)
Sebastian Schmidt (BdB)
Ferdinand Stipberger (BdB)
  • Autor/in
  • ISB Medienabteilung - Referat Mediendidaktik
  • Veröffentlichung
  • 15. Mai 2020
  • Letzte Änderung
  • 25. März 2021
  • Empfohlene Zitierweise
  • ISB Medienabteilung - Referat Mediendidaktik (2020), Distanzunterricht | digital – Basisbeitrag, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/46674> (25. März 2021).
  • Lizenzangaben
  • Beitragsbild: © istock.com / MuchMania