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Distanzunterricht | Abstimmung im Kollegium

Das Gebot des Abstandhaltens stellt Schulen bei der Organisation der notwendigen internen Zusammenarbeit vor besondere Herausforderungen. Zum einen galt und gilt es, Schülerinnen und Schüler die Teilnahme am Distanzunterricht zu ermöglichen und sie dabei zu unterstützen.

Zum anderen muss diese Art des schulischen Arbeitens innerhalb des Kollegiums koordiniert werden. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Bereiche besonderer Abstimmung bedürfen und mit welchen Techniken und Methoden schulische Zusammenarbeit auf Distanz organisiert werden kann.

  Überlegungen zum Distanzunterricht

  Abläufen und Routinen innerhalb eines Kollegiums

  Technische Voraussetzungen für Abstimmungsprozesse


  Überlegungen zum Distanzunterricht

Kontakt mit den Lernenden halten

Die Basis des Lernens zuhause ist, dass Lehrkräfte mit ihren Klassen und den Erziehungsberechtigten in Kontakt treten können. Die sollte nach Möglichkeit so gestaltet sein, dass mehrere Personen gleichzeitig angesprochen werden können, etwa bei einem E-Mail Verteiler oder ein anderes Nachrichtensystem. Daneben bleiben Telefon und das Verschicken von Informationen per Post bewährte Mittel, die auch weiterhin Berechtigung haben.

Bereitstellung von Lernmaterial

Darüber hinaus müssen Schülerinnen und Schüler, die keinen Präsenzunterricht haben, mit Lernmaterialien versorgt werden. Dies sollte digital geschehen, etwa per Mail oder durch das Bereitstellen in einer Lernplattform oder einer Cloud, z.B. über einen ausgewiesenen Bereich der Schulhomepage. Daneben besteht die Möglichkeit zum Postversand oder einer Abholung von Material durch Eltern, die an die Schule kommen. Dazu sollten sowohl eine ungefähre Menge an Materialien sowie Zeitfenster vereinbart sein, in denen es zur Weitergabe der Materialien kommen kann.

Feedback und direkte Kommunikation

Bei der reinen Versorgung mit Aufgaben sollte es nicht bleiben. Schülerinnen und Schüler müssen im Rahmen des Distanzunterrichts Gelegenheiten zum Nachfragen eingeräumt werden. Ebenso müssen bearbeitete Aufgaben abgegeben und korrigiert werden können. Feedback zur geleisteten Arbeit ist dabei unerlässlich. Technisch betrachtet können Aufgaben hin- und herschickt oder innerhalb einer Lernplattform oder eines Cloudspeichers abgelegt werden. Darüber hinaus sind Messenger-Dienste denkbar, die sowohl Kommunikation als auch den Transfer von Daten ermöglichen. Threema und Signal werden als datenschutzsensible Messenger durch das KMS vom 12. März 2020 in Bayern empfohlen. Diese Dienste und die dadurch ermöglichten Klassengruppen sind vor allem für Schülerinnen und Schüler zu empfehlen, die eine intensivere Betreuung und damit einen „direkten Draht“ zur Lehrkraft benötigen.

Zu guter Letzt braucht es eine Möglichkeit, um Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte live und digital in Kontakt zu bringen. Virtuelle Klassenkonferenzen und/oder Beratungen in Kleingruppen im Video-Chat können die bisherigen Punkte ergänzen.

  Abläufe und Routinen innerhalb eines Kollegiums

Alle Ebenen des Lernens zu Hause erfordern jenseits individueller didaktischer Überlegungen Abstimmungsprozesse innerhalb des Kollegiums. Damit soll erreicht werden, dass möglichst alle Lehrkräfte einer Schule einheitlich vorgehen.

Neben der wünschenswerten Transparenz gegenüber Erziehungsberechtigten ermöglicht dies auch umfassendere Möglichkeiten der Kooperation und des Austauschs.

Festzulegende Eckpunkte

Hierzu sollten zunächst die bereits skizzierten Ebenen des Lernens zuhause abgestimmt werden. Es gilt, einheitliche Kommunikations- und Datentransfersysteme für die gesamte Schule festzulegen. Darüber hinaus sollten Möglichkeiten der Korrektur sowie des Feedbacks in allen Klassen vereinbart werden. Kollegien sollten in einem regelmäßigen (virtuellen oder physischen) Treffen über Leitlinien des Lernens zu Hause reflektieren, diese in Eckpunkten festsetzen und fortlaufend anpassen. Dazu zählen auch organisatorische Fragen der Erreichbarkeit als Lehrkraft („Bürozeiten“), die Einrichtung digitaler Sprechstunden für Erziehungsberechtigte sowie das Festlegen von Grenzen der Erreichbarkeit an Abenden und bspw. am Wochenende. Für virtuelle Arbeitstreffen bedarf es einer Softwarelösung für Kollegien, die Treffen im Videochat ermöglicht.

Organisation des Austauschs

Im Rahmen eines solchen jour fix (z.B. immer am Anfang und am Ende einer Schulwoche) sollten darüber hinaus auch Erfahrungen ausgetauscht und Good-Practice-Beispiele gesammelt und weitergegeben werden. Hier bietet sich auch das Anlegen eines gemeinsamen Materialpools an, auf den alle Lehrkräfte auch von zuhause aus zugreifen können.

Aufgrund der unübersichtlichen Möglichkeiten des digitalen Arbeitens bietet es sich auch an schulinterne Fortbildung via Videokonferenz abzuhalten. Das Verfahren der sogenannten Mikro-SchiLfs hat sich in diesem Zusammenhang bewährt: Kolleginnen und Kollegen präsentieren eigene Erfahrungen zu einem bestimmten Werkzeug, das für den eigenen Unterricht sofort eingesetzt werden kann.

Schaffung eines gemeinsamen Materialpools

Darüber hinaus muss der Austausch von Daten auch innerhalb des Kollegiums gewährleistet sein. Um erstellte Vorlagen gemeinsam zu nutzen bzw. diese auch kollaborativ bearbeiten zu können, ist eine entsprechende Arbeitsplattform sinnvoll. Auf dieser sollte sich auch der gemeinsame Materialpool befinden.

Einbindung des ganzen Kollegiums

Bei all diesen Verfahren ist auf die Einbindung aller Lehrkräfte und eine gleichmäßige Verteilung der Aufgaben innerhalb eines Kollegiums zu achten. Bei Schulen, die nach dem Klassenlehrkraftprinzip organisiert sind, sollten die Fachlehrkräfte unterstützend und zuarbeitend zur Seite stehen. Schulen, die hingegen nach dem Fachlehrkraftprinzip unterrichten, sollten zudem die Koordination der unterschiedlichen Fächer sowie die Abstimmung der Fachbereiche untereinander in den Blick nehmen.

Gegenseitige Unterstützung

Dabei darf eines nicht vergessen werden: Die digitale Verwaltung von Material, der digitale Unterricht sowie die digitale Zusammenarbeit innerhalb des eigenen Kollegiums sind nicht für alle Lehrkräfte gängige Praxis. Weniger digital affine Kolleginnen und Kollegen benötigen in Zeiten des Lernens zuhause besondere Unterstützung durch Beratungsangebote. Hierzu sind geeignete Unterstützungsverfahren durch die Systembetreuerinnen und Systembetreuer oder die Beratung digitale Bildung zu formulieren.

© istock.com / FANDSrabutan

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  Ansprechpartner

Die Beraterinnen und Berater digitale Bildung (BdB) unterstützen Schulen bei der digitalen Transformation und vermitteln geeignete Referentinnen und Referenten des Netzwerks Digitale Bildung.

  Technische Voraussetzungen

Für all diese Herausforderungen werden technische Lösungen benötigt, die neben der Datenschutzkonformität möglichst benutzerfreundlich gestaltet sein sollten. Hierfür bieten sich unter anderem für diesen Zweck eingerichtete Kurse auf der mebis Lernplattform an.

Tipps und Hinweise sowie Anforderungen zu weiteren geeigneten Plattformen wie Cloudspeicher-Systeme, bewährte Tools zum kollaborativen Bearbeiten von Dokumenten und für virtuelle Konferenzlösungen finden Sie in den verlinkten Artikeln.

  • Veröffentlichung
  • 15. Mai 2020
  • Letzte Änderung
  • 8. Januar 2021
  • Empfohlene Zitierweise
  • mebis-Redaktion (2020), Abstimmung im Kollegium, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/46631> (8. Januar 2021).
  • Lizenzangaben
  • Beitragsbild: © istock.com / MuchMania (bearbeitet)