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Cybermobbing | Studie: Cyberlife III

Das Bündnis gegen Cybermobbing e. V. hat sich im Juli 2011 gegründet, es ist ein Netzwerk von engagierten Eltern, Pädagogen, Juristen, Medizinern, Forschern, Unternehmern und Politikern.

In Kooperation mit der Techniker Krankenkasse konnte die dritte Studie zum Thema „Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern“ durchgeführt werden. Dabei wurde ein Untersuchungsdesign zugrunde gelegt, das neben den Schülern auch die Eltern und Lehrer in den Fokus rückte, um eine umfassende Perspektive zu erhalten.

Die Ergebnisse zeigen, wie sich das Problem im schulischen und im alltäglichen Umfeld der Jugendlichen, Eltern und Lehrern in den letzten drei Jahren verändert hat und in wieweit COVID 19 (Home-Schooling) auf das Verhalten der Jugendlichen einwirkte.

Zentrale Ergebnisse im Überblick
  • Cybermobbing ist ein wachsendes Problem. Eltern sind überfordert, Lehrkräfte zu wenig darauf vorbereitet und die Schulen zu zögerlich in ihrer Reaktion.
  • Die Umstellung des Schulbetriebs auf Distanzunterricht und Kontaktbeschränkungen in Folge der COVID-19-Pandemie verschärft die Situation, weil Jugendliche ohne institutionelle Unterstützung gegen Cybermobbing das Internet intensiver nutzen müssen und realweltliche Sozialkontakte dorthin verdrängt werden.
  • In der der Pubertät sind Jugendliche durch Cybermobbing besonders verletzlich. Eine geringe Zufriedenheit mit der eigenen sozialen Alltagssituation verstärkt diese Verletzlichkeit erheblich. Deshalb sollte sich Prävention immer auch auf die Lebenssituation jenseits des Internets beziehen und auf den Aufbau von Resilienz gerichtet werden.
  • Prävention wird von den Schulen gerade aus Sicht der Schülerinnen und Schüler als Gruppe der potentiell von Cybermobbing Betroffenen zu wenig betrieben. Das gilt besonders für Gymnasien.
  • Cybermobbing betrifft mittlerweile alle Schulformen, auch Grundschulen. Im Falle der Haupt- und Werkrealschulen, wirkt Cybermobbing wie eine weitere Form der sozialen
    Benachteiligung.
  • (Beitzinger et al. 2020, S. 8 f.)



Das Bündnis möchte mit dieser Studie einen Beitrag leisten, mehr Transparenz zu schaffen und Antworten zu finden, die das Problem Cybermobbing in Zukunft weiter verringern. Darüber hinaus, Respekt, Akzeptanz und Toleranz gegenüber allen Menschen, im Internet und in der Gesellschaft, zu verbessern.

  • Veröffentlichung
  • 14. April 2021
  • Letzte Änderung
  • 11. August 2022
  • Empfohlene Zitierweise
  • mebis-Redaktion (2021), Cybermobbing | Studie: Cyberlife III, in: mebis – Landesmedienzentrum Bayern, URL: <https://www.mebis.bayern.de/p/58753> (11. August 2022).
  • Lizenzangaben
  • Beitragsbild: © Bündnis gegen Cybermobbing e. V.